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Einzelveranlagung im Trennungsjahr

| 13.03.2020 11:24 |
Preis: 25,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Ich lebe seit einem Jahr getrennt von meinem Mann.

Wir sind beide berufstätig, er in Steuerklasse 3 ich in Steuerklasse 5.
Die Steuerklassen hatten wir während des Trennungsjahres 2019 beibehalten und wollten eigentlich für 2019 auch nochmals eine gemeinsame Steuererklärung machen.

Nun stellt sich das aber leider als nicht so einfach heraus.
Meine Unterlagen für die Steuererklärung habe ich meinem Mann bereits Anfang des Jahres zur Verfügung gestellt und er wollte sich um einen Steuerberater kümmern.
Da tut sich aber leider nichts, auf mein Nachfragen reagierte er mit Unverständnis und meinte, zur Not soll das Finanzamt halt die Steuer schätzen, ihm sei das egal, auch Strafzahlungen würden ihn nicht interessieren…..

Soweit die Lage. Ich möchte das Kapitel einfach gerne abschließen und möchte auch keine Nachteile durch Schätzungen, Busgelder oder dergleichen. Deshalb möchte ich meine Steuererklärung einfach für mich getrennt machen. Dann bekäme ich eine Steuerrückerstattung, mein Mann müsste wohl einiges nachzahlen. Vom Finanzamt habe ich die Auskunft, dass das ohne weiters möglich sei.

Kann mein Mann auf eine gemeinsame Steuererklärung bestehen?
Was würde denn im schlimmsten Fall passieren, wenn ich eigenmächtig die getrennte Veranlagung wähle? Können mir Nachteile daraus entstehen?
Sollte ich ihm vielleicht irgendwie eine Frist für eine gemeinsame Steuererklärung setzen?

Einen Trennungsunterhalt habe ich nicht erhalten.

Sehr geehrte Fragestellerin,


Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Wenn Sie im Trennungsjahr noch ca. vier Wochen zusammengelebt haben, dürfen Sie noch die gemeinsame Veranlagung wählen. Es besteht auch eine Obliegenheit, der gemeinsamen Veranlagung zuzustimmen, wenn Ihnen dadurch keine Nachteile entstehen. Ggf. können Sie einen Aufteilungsbescheid beantragen.

Wenn Ihr Mann nicht mitwirkt, können Sie Ihre Unterlagen einreichen. Wenn Sie dabei "gemeinsame Veranlagung" beantragen, wird das Finanzamt voraussichtlich Ihren Mann auffordern, seine Steuererklärung auch abzugeben.

Wenn Sie beatragen, getrennt verlangt zu werden, kann es passieren, dass er von Ihnen die Zustimmung zur gemeinsamen Veranlagung verlangt. Ggf. können Sie das dann später noch nachholen.

Um hier eine Schadensersatzpflicht zu vermeiden, sollten Sie Ihrem Mann nachweislich (Einwurf-Einschreiben) eine Frist setzen und ankündigen, dass Sie nach Fristablauf Ihre Steuerklärung abgeben und die getrennte Veranlagung beantragen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-

Rückfrage vom Fragesteller 13.03.2020 | 12:17

Durch die gemeinsame Steuererklärung würde mir ja ein Nachteil entstehen. Da mein Mann viel mehr verdient als ich , hätte er eine große Steuerersparnis und ich hätte das ganze Jahr über zu viele Steuern bezahlt. Gibt es hier einen Ausgleich für mich in irgendeiner Form? (da ich ja auch keinen Trennungsunterhalt bekommen habe).

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 13.03.2020 | 12:41

Sehr geehrte Fragestellerin,


gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Wenn Sie weniger verdienen, können Sie für die Zukunft bis zur rechtskräftigen Scheidung möglicherweise noch Trennungsunterhaltsansprüche geltend machen.

Ansonsten wird bei einer gemeinsamen Veranlagung die Rückerstattung im Verhältnis der Bruttoeinkünfte geteilt.

Einen steuerlichen Ausgleich, weil Sie keinen Unterhalt verlangt haben, gibt es nicht. Sie können nur den Aufteilungsbescheid beantragen, § 268 AO .


Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel

Bewertung des Fragestellers 13.03.2020 | 14:22

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