Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
484.329
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Einzelunternehmer vorteilhaft in der Schweiz anmelden


22.11.2010 23:21 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin IT-Unternehmensberater (Einzelunternehmer) mit Wohnsitz in Deutschland und erbringe seit diesem Monat meine Dienstleistung parallel zu einem deutschen Kunden auch für einen Kunden in Zürich. Da ich bis Jahresende zu etwa 80 % meiner Zeit in Zürich tätig sein werde, hatte ich eine zusätzliche Wohnung angemietet. In dieser Wohnung hatte ich ebenfalls mein Büro eingerichtet.

Ich schätze, dass ich am Jahresende etwa die Hälfte meines Jahreserlöses in der Schweiz erwirtschaftet haben werde.

Gerne möchte ich nun den Steuervorteil der Schweiz nutzen und meine Gewinne aus meiner Tätigkeit in Zürich nur in der Schweiz versteuern.

1. Wie muss meine Anmeldung als Einzelunternehmer in Zürich erfolgen, damit ich nur in der Schweiz versteuern muss und in Deutschland unter Progressionsvorbehalt keine zusätzliche Steuer auf den Schweizer Gewinn bezahlen muss?
2. Wie sollte ich bei der Jahressteuererklärung in Deutschland und der Schweiz am Besten vorgehen?

Danke
Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte Ihre Frage aufgrund Ihrer Angaben wie folgt:

Sie haben laut Ihren Angaben einen Wohnsitzwechsel in die Schweiz in diesem Monat vorgenommen. Sie haben bereits 10 Monate in diesem Jahr in Deutschland gewohnt. Nach Art. 4 Abs. 3 DBA- Schweiz gilt folgendes: Gilt eine natürliche Person, die in der Bundesrepublik Deutschland über eine ständige Wohnstätte verfügt oder dort ihren gewöhnlichen Aufenthalt von mindestens sechs Monaten im Kalenderjahr hat, nach Absatz 2 als in der Schweiz ansässig, so kann die Bundesrepublik Deutschland diese Person ungeachtet anderer Bestimmungen dieses Abkommens nach den Vorschriften über die unbeschränkte Steuerpflicht besteuern. Also selbst wenn man jetzt angenommen hätte, Sie gelten als in der Schweiz ansässig, so bleiben Sie in Deutschland unbeschränkt einkommensteuerpflichtig. Sie sind in diesem Jahr unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig in Deutschland gem. § 1 EStG. Sie unterliegen auch mit dem Einkommen aus der Schweiz dem Progressionvorbehalt gem. § 32b Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG. Sie gelten auch als in in Deutschland ansässig gem. Art. 4 Abs. 2 litt a oder c DBA-Schweiz, wonach gilt: Ist nach Absatz 1 eine natürliche Person in beiden Vertragstaaten ansässig, so
gilt folgendes:
a) Die Person gilt als in dem Vertragstaat ansässig, in dem sie über eine
ständige Wohnstätte verfügt. Verfügt sie in beiden Vertragstaaten über eine
ständige Wohnstätte, so gilt sie als in dem Vertragstaat ansässig, zu dem
sie die engeren persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen hat
(Mittelpunkt der Lebensinteressen).

c) Hat die Person ihren gewöhnlichen Aufenthalt in beiden Vertragstaaten oder
in keinem der Vertragstaaten, so gilt sie als in dem Vertragstaat ansässig,
dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt.

Dies spielt eine Rolle für die Vermeidung der Doppelbesteuerung gem. Art. 24 Abs. 1 Satz 1 lit. B DBA-Schweiz, wonach gilt: Bei einer Person, die in der Bundesrepublik Deutschland ansässig ist, wird die
Doppelbesteuerung wie folgt vermieden:
1. Von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer werden die folgenden
aus der Schweiz stammenden Einkünfte, die nach den vorstehenden
Artikeln in der Schweiz besteuert werden können, ausgenommen:
a) Gewinne im Sinne des Artikels 7 aus eigener Tätigkeit einer
Betriebstätte, soweit die Gewinne nachweislich durch Herstellung,
Bearbeitung, Verarbeitung oder Montage von Gegenständen, Aufsuchen
und Gewinnung von Bodenschätzen, Bank- und
Versicherungsgeschäfte, Handel oder Erbringung von Dienstleistungen
unter Teilnahme am allgemeinen Wirtschaftsverkehr erzielt werden.
Das wird bei Ihnen auch der Fall sein, wobei es nicht klar ist, wie Sie Ihren Gewinn erwirtschaftet haben.
Sie müssen auch § 2 AStG beachten. Ob irgendwelche Bestimmungen bei Ihnen zutreffen, lässt sich aus Ihren Angaben nicht entnehmen. Das bezieht sich nur auf natürliche Person. Wenn Sie jetzt eine juristische Person in der Schweiz gegründet hätten, ein GmbH schweizerischen Rechts, dann gelte diese Bestimmung nicht für Sie. In diesem Falle wäre dann § 1 AStG zur Anwendung gekommen. Es käme natürlich auch in Betracht die Steuerpflicht inländischer Gesellschafter gem. § 7 AStG. Sie können sich die Bestimmungen der Vorschriften anschauen und werden sehen, dass es sehr schwierig ist, der deutschen Steuerpflicht als Deutscher zu entgehen. Das funktioniert nicht einfach mit zwei Monaten Abwesenheit aus Deutschland.

Das war eine erste Einschätzung der Sach- und Rechtslage.
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 61064 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Mein Erstnutzer-Eindruck : kompetent und schnell - unbedingt weiterzuempfehlen. Eine der sinnvollsten Internetseiten die ich kenne. ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Unsere Fragen wurden konkret beantwortet. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Hat uns sehr geholfen Können so mit guten Voraussetzungen im einem Rechtsstreit gehen. Vielen Dank und gerne wieder Sehr zu empfehlen ...
FRAGESTELLER