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Einzelfirma in eine GmbH&Co KG einbringen

| 22.02.2016 11:24 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von


13:57

Vor ca. 10 Jahren gründete ich eine Baumaschinen Verleih GmbH&Co.KG. Ein Jahr später gründete ich zusätzlich einen Handwerksbetrieb und betreibe diesen mit 3 Mitarbeitern als Einzelfirma.
Den Baumaschinenbetrieb, der Jahresumsatz lag jährlich bei rund 3 Mio., habe ich vor 2 Jahren aus Altersgründen (ich bin 58J.) aufgegeben. Der Nachfolger betreibt diesen Betrieb weiter als Filiale seines eigenen Unternehmens.
Meine GmbH&Co.KG besteht noch, obwohl sie nicht mehr aktiv tätig ist.
Nun überlege ich die gut laufende Einzelunternehmung, Umsatzhöhe jährl. 400 000 €, in die Gmbh&Co.KG zu übertragen. Mir kommen jedoch Zweifel ob diese Form für das kleine Unternehmen richtig ist. Meine Fragen:
Da ich an einen oder evtl. zwei Mitarbeiter Gesellschaftanteile übergeben möchte, scheint mir eine reine GmbH sinnvoller, ist das richtig?
Gibt es steuerliche Nachteile bei der einen oder anderen Form?
Da ich in den nächsten Jahren immer weniger aktiv mit arbeiten möchte, stelle ich mir vor den Betrieb über die nächsten Jahre an die Mitarbeiter zu übergeben.
Welche Form eignet sich am besten?
Was ist zu tun um die Rechtsform zu ändern?
Besten Dank für eine unverbindliche Einschätzung.

22.02.2016 | 12:51

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen nach erster summarischer Prüfung der Rechtslage wie folgt beantworten:

Grundsätzlich handelt es sich bei der GmbH & Co. KG um eine sogenannte Typenmischung aus einer juristischen Person (GmbH) und einer Personengesellschaft (KG). Meist einziger Komplementär der KG ist die GmbH. Trotz Wahl der Rechtsform einer Personengesellschaft ist es also in dieser Konstellation möglich, zu einer Haftungsbeschränkung zu kommen, da zwar die GmbH als Komplementär unbeschränkt voll haftet, diese wiederum aber nur mit Ihrer Stammkapital haftet.

In einer KG sind Kommanditisten von der Geschäftsführung ausgeschlossen, §§ 170 HGB . Es kann also nur die GmbH die Geschäftsführung übernehmen, diese wird wiederum durch Ihren Geschäftsführer vertreten, § 35 Abs. 1 GmbHG . Auch hier ist also eine Haftungsbeschränkung auf die GmbH als Komplementärin möglich.

Bzgl. des Beitritts neuer Gesellschafter in eine KG ist zu beachten, dass diese aus § 162 Abs. 3 HGB ins Handelsregister einzutragen sind und dass diese aus §§ 173 , 171 , 172 HGB in Höhe der Einlagen auch für Altverbindlichkeiten der KG haften.

Die Übertragung von Gesellschaftsanteilen einer GmbH erfordert aus § 15 GmbHG der notariellen Beurkundung. Dies ist meist ein wenig kostenintensiver als die Aufnahme weiterer Kommanditisten in die KG. Allerdings, da die Kommanditisten grundsätzlich von der Geschäftsführung ausgeschlossen sind, Sie aber planen in den kommenden Jahren kürzer zu treten, erscheint es mir sinnvoll die beiden Mitarbeiter an die Geschäftsführung heranzuführen.

Hier wäre es also sinnvoll die Mitarbeiter über kurz oder lang zu Geschäftsführern der GmbH zu machen. Dies wäre auch in Kombination mit der Übertragung von Gesellschafteranteilen denkbar.

Bzgl. der Übertragung ist es zwar einfacher Kommanditist einer KG als Gesellschafter einer GmbH zu werden. Allerdings erscheint mir mit Blick auf das von Ihnen für die Zukunft geplante eine Einbindung der Mitarbeiter in GmbH sinnvoller.

Wollten Sie nur die GmbH aufrechterhalten, die KG aber aufgeben, so wäre hier ein Auflösungsbeschluss aus § 131 Abs. 1 Nr. 1 HGB zu fassen. Damit wäre die KG nach § 157 HGB aus dem Handelsregister zu streichen.

Bzgl. der steuerrechtlichen Unterschiede gilt zu beachten, dass bei einer GmbH & Co. KG die Kommanditisten und Komplementäre die Gewinne ein eigenständig zu versteuern haben. Im falle der Komplementäre also durch die Einkommenssteuer, im Falle der GmbH durch Körperschaftssteuer/Gewerbesteuer.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen


Rückfrage vom Fragesteller 22.02.2016 | 13:57

Vielen Dank für die schnelle Information.
Mir stellt sich aber jetzt wirklich die Frage:
wo ist denn der Vorteil einer GmbH&Co.KG gegenüber einer GmbH.
Ist es nicht viel schlichter und in Bezug auf die Abschlussarbeiten auch einfacher diesen kleinen Handwerksbetrieb in eine GmbH zu ändern?
Bei einer KG können die Gesellschafter wohl Verluste aus einer Beteiligung steuerlich geltend machen, Verluste werden wir jedoch nicht haben. Die Leute werden sich aus Überzeugung und Zukunftssicherung beteiligen. Ich selbst werde hoffentlich noch lange als Hauptgesellschafter auf die Geschicke des Unternehmens aufpassen und Rat geben.
Evtl. können Sie noch einmal kurz hierauf eingehen.
Besten Dank

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 22.02.2016 | 13:57

Gerne beantworte ich auch Ihre Nachfrage.

Ergänzung vom Anwalt 22.02.2016 | 14:05

GmbH & Co. KG werden sind häufig im familiären Kontext angesiedelt, es also um die Frage geht möglich eine Vielzahl von Dritten an den Erträgen einer Betätigung zu beteiligen, dieses aber ohne den Formenzwang des GmbHG zu erreichen und weiterhin eine Führungsrolle für Einzelne beizubehalten. Eine GmbH & Co. KG ist daher aus meiner Erfahrung oftmals Geschmackssache und den besonderen Umständen des Einzelfalles geschuldet.

Die GmbH erscheint mir in Ihrem Zusammenhang in der Tat eine elegante Lösung. Sie könnten weiterhin Geschäftsführer bleiben, die beiden Mitarbeiter als Gesellschafter aufnehmen bzw. diesen Geschäftsanteile übertragen. Darüber hinaus könnten Sie Handlungsvollmachten bzw. Prokura ausstellen.

Später könnten die anderen als Geschäftsführer nachrücken, als Gesellschafter wäre Ihnen dann immer noch ein gewisses Kontroll- und Informationsrecht geblieben.

Mit freundlichen Grüßen

Alex Park

Bewertung des Fragestellers 22.02.2016 | 15:57

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Die Antwort kam wirklich prompt und für einen ersten Eindruck auch sehr verständlich. Mein Steuerberater kennt meine Problematik seid Jahren, konnte mir aber bisher bei den Pro und Contras meiner Überlegungen kaum Hilfestellung geben. Besten Dank für die Beantwortung.
Noch einmal auch für die Nachfrage ein Lob für die schnelle und nachvollziehbare Info. Eine Entscheidung zu treffen, wurde mir sehr erleichtert. Besten Dank

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 22.02.2016
5/5,0

Die Antwort kam wirklich prompt und für einen ersten Eindruck auch sehr verständlich. Mein Steuerberater kennt meine Problematik seid Jahren, konnte mir aber bisher bei den Pro und Contras meiner Überlegungen kaum Hilfestellung geben. Besten Dank für die Beantwortung.
Noch einmal auch für die Nachfrage ein Lob für die schnelle und nachvollziehbare Info. Eine Entscheidung zu treffen, wurde mir sehr erleichtert. Besten Dank


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