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Einwanderung in USA - Geschäftsführender GmbH-Gesellschafter in Deutschland

| 12.05.2012 00:49 |
Preis: ***,00 € |

Internationales Recht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hatte in diesem Jahr das Glück in der Diversity-Lotterie eine Greencard für die USA zu gewinnen. Ich beabsichtige, im nächsten Jahr meinen Wohnsitz in die USA (Arizona) zu verlegen.
Eventuell werde ich - wenn alles gut geht - nach der 5-Jahres-Frist auch die US-Staatsbürgerschaft beantragen, nach Möglichkeit aber gleichzeitig die deutsche Staatsbürgerschaft behalten (über Beibehaltungsgenehmigung der deutschen Behörden), also dann nach 5 Jahren eine doppelte Staatsbürgerschaft anstreben. Bis dahin bin ich Deutscher mit ständigem Wohnsitz in den USA (permanent legal resident).
Ich bin nach Erhalt meiner Greencard sofort in den USA steuerpflichtig mit meinem Welteinkommen. Hier greift aber wohl das Doppelbesteuerungsabkommen.

Nun meine wichtigste Frage:

Ich bin momentan seit 2007 beruflich als alleiniger Geschäftsführer in meiner eigenen Ein-Mann-GmbH in Deutschland tätig und beziehe hier auch mein monatliches Geschäftsführer-Gehalt. Ich bin alleiniger Gesellschafter dieser deutschen GmbH und besitze das komplette Stammkapital in Höhe von Euro 25.000.

Kann ich - nach meiner Hauptwohnsitz-Verlegung in die USA - weiter von dort aus für meine eigene GmbH in Deutschland arbeiten und mir von dieser mein Gehalt bezahlen lassen? Auf ein deutsches Konto? Oder auf ein amerikanisches Konto?

Wie ist das mit der deutschen Lohnsteuer, die jeden Monat momentan hier noch in Deutschland anfällt? Wird das Gehalt dann von der GmbH brutto nach USA ausgezahlt auf ein amerikanisches Konto und ich versteuere mein Gehalt dann in den USA?

Gibt es Restriktionen auf amerikanischer Seite? Normalerweise müssten die USA es begrüßen, wenn kontinuierlich Geld ins Land kommt und dann auch noch in den USA versteuert würde?

Nebenbei gesagt, ist eine Tätigkeit für diese GmbH von den USA aus möglich, da ich über die modernen Kommunikationsmöglichkeiten an jedem Ort der Welt arbeiten könnte (die GmbH befasst sich mit Internetmarketing, Webdesign, Webcontent, SEO etc.). Ich kann auch nach Deutschland jederzeit (bis unter 12 Monate im Jahr, ohne meinen Status in den USA zu verlieren) einreisen, sollte mein persönliches Erscheinen dort nötig sein.
Dass ich hier natürlich die 183-Tage-Regelung beachte (aus Steuergründen) versteht sich von selbst.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Durch Ihren Wegzug in die USA bzw. durch die Tatsache, dass Sie als Greencardholder gelten, müssen zwei Ebenen auseinandergehalten werden:
Die Ebene der GmbH: Für die abkommensrechtliche Beurteilung ist nicht auf den Sitz der GmbH, sondern darauf abzustellen, wo sich die tatsächliche Geschäftsleitung befindet, abzustellen. Dies ist die USA, da Sie in die USA wegziehen. Demnach gilt die GmbH als aufgelöst und § 11 KStG ist entsprechend anzuwenden und es kommt zur Liquidationsbesteuerung der GmbH.
Die Ebene Ihrer Peraon: Zwar haben Sie keinen Wohnsitz bzw. Aufenthalt mehr in Deutschland allerdings sind Sie beschränkt steuerpflichtig. Wenn Sie die Anteile an der GmbH im Betriebsvermögen halten, greift § 17 EStG nicht.
Durch die Sitzverlegung könnte es zu einer Entnahme der Anteile kommen, die mit dem gemeinen Wert zu bewerten wäre. Voraussetzung ist, dass es zu einem Ausschlusses hinsichtlich des Anteils an der GmbH durch die Sitzverlegung kommt. Dies ist nicht der Fall, da das Besteuerungsrecht insoweit nach Art. 13 Abs. 5 OECD-MA (weiterhin) Deutschland zusteht.
Eine Lohnbesteuerung kann indessen nicht mehr in Deutschland vorgenommen werden. Wohin das Geld überwiesen wird, spielt keine Rolle (deutsches oder amerikanisches Konto).



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Hermes, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 12.05.2012 | 19:30

Sehr geehrter Herr RA Hermes,

hängt nun der Sitz einer deutschen GmbH vom Wohnsitz des angestellten Geschäftsführers ab oder vom Wohnsitz des Inhabers?

Wenn ich - zum Beispiel - als Deutscher mit Wohnsitz in Deutschland eine deutsche GmbH inne habe (als Inhaber), aber einen Deutschen mit ständigem Wohnsitz im Ausland (nicht EU) als Geschäftsführer einsetze, muss ich doch auch nicht die GmbH auflösen in Deutschland, nur weil der Geschäftsführer (!) seinen ständigen Wohnsitz im Ausland hätte.

Es bliebe mir dann - nach Ihren Ausführungen - nur die Möglichkeit, einen in Deutschland ständig ansässigen neuen Geschäftsführer einzusetzen und meine Leistungen in Form eines Beratervertrages o. ä. der GmbH vom Ausland aus in Rechnung zu stellen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.05.2012 | 20:37

Da haben Sie mich falsch verstanden, entscheidend ist, wo sich die Geschäftsleitung befindet, d.h. wenn sich diese nach wie vor in Deutschland befindet, bleibt die "GmbH" nach wie vor in Deutschland. Also wenn Sie einen Geschäftsführer einsetzen, der die Geschäfte in Deutschland leitet, also die maßgeblichen Entscheidungen trifft, kommt es nicht zu einer Liquidation der GmbH.

Bei einer steuerlich so weitreichenden Entscheidung sollten Sie auf jeden Fall anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen, um nachteilige steuerliche Folgen durch Ihren Wegzug in die USA zu vermeiden.

Bewertung des Fragestellers 12.05.2012 | 21:10

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