Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Einvernehmliche Trennung - Vertrag über Verteilung & Unterhalt?


01.09.2006 13:50 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Hallo,

ich bin seit 11/2001 mit meiner Frau (sie ist jetzt 26) verheiratet. Nun hat sie mir eröffnet, daß sie micht nicht mehr liebt und jemand anderen kennengelernt hat. Ich fürchte, daß sie sich trennen & scheiden lassen möchte. Sie hat auch bereits gesagt, dass sie nichts (materiell) von mir möchte, sie möchte einfach ein neues Leben anfangen. Wir haben keine Kinder, aber 2003 eine gemeinsame Eigentumswohnung gekauft, die zu 100% durch mich finanziert wurde (ich möchte die Wohnung behalten und auf meinen Namen umschreiben).

Zur Vermögenslage:

Ich bin angestellt & verdiene ca. 4000 EUR netto. Meine Frau war nicht berufstätig, hat aber seit ca. 2 Jahren einen 400 EUR-Job. Sie hat also in den knapp 5 Jahren fast nichts zum Gesamteinkommen beigrteagen. Sie hat eine Ausbildung und ausserdem gerade eine private Ausbildung zur Kosmetikerin gemacht. Sie möchte Arbeit suchen und so schnell wie möglich auf eigenen Beinen stehen. Ich bin bald für ca. ein Jahr (2007) im Ausland, meine Frau wird mir voraussichtlich nicht folgen (was dann der Trennung gleichkäme).

An Barvermögen habe ich z. Zt. ~8000 EUR, wobei 1500 EUR von meiner Frau sind.

Wir möchten uns darauf einigen, daß:

- sie für das Trennungsjahr die Wohnung kostenfrei behält
- sie während der Trennungszeit 400 EUR bekommt, es sei denn, sie findet Arbeit (mit einem Gehalt >800 EUR netto), welche die Zahlung nicht mehr notwendig sein läßt
- sie das Auto (welches ich 2005 neu für sie gekauft habe, Wert ca. 10000 EUR) behält
- alle persönlichen Dinge (Hausrat, Bücher, Kleidung) etc. entsprechend der Nutzung verteilt werden
- sie nach der Scheidung ich keinen Unterhalt mehr von mir bekommt.
- sie keine Ansprüche an meine Rente (Versorgungsausgleich?!?) hat
- ich die Kosten für den Scheidungsanwalt allein trage und auch die Kosten für die Umschreibung der Wohnung.


Ist es möglich, dies schriftlich festzuhalten, und von beiden unterschrieben dem (gemeinsamen) Scheidungs-Anwalt vorzulegen?

Wenn es so gehen würde, würden wir beide zum Anwalt gehen, sobald ich ins Ausland gehe, die Trennungszeit starten lassen und wenn ich Ende 2007/Anfang 2008 zurück in Deutschland bin, dann die Scheidung offiziell machen.

Das würde die Sache für uns beide einfacher machen und entspricht natürlich klar unserem Willen. Gibt es vielleicht Gesetze, die eine solche Vereinbarung als "sittenwidrig" oder sonstwie nicht korrekt gar nicht erlauben?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

es ist in jedem Fall sinnvoll, sich einvernehmlich scheiden zu lassen und im Voraus auch die Vermögensauseinandersetzung gütlich selbst zu regeln. Das spart nicht nur Geld, sondern beschleunigt auch das Scheidungsverfahren.

Zentrales Mittel, die von Ihnen angesprochenen Regelungen zu treffen, ist der Ehevertrag. Dieser kann auch jetzt noch geschlossen werden und alle Fragen, wie Ehewohnung, Unterhalt, Versorgungsausgleich, Hausrat und sonstiges Vermögen, entsprechend Ihren Wünschen ausgestalten.

Es ist sinnvoll, zunächst zu überlegen, was in dem Ehevertrag geregelt werden soll. Dann kann mit einem Rechtsanwalt in einer ersten Beratung besprochen werden, welche Regelungen auf welche Weise getroffen werden können und was diese für Folgen haben können. In der Regel entwirft anschließend der Rechtsanwalt den Ehevertrag und legt den Entwurf den Ehepartnern vor.

Die Regelungen des Vertragsentwurfs sollten beide Ehepartner nochmals genau miteinander durchsprechen und eventuelle Unklarheiten mit dem Rechtsanwalt beraten. Änderungswünsche werden anschließend nach Rücksprache mit dem Rechtsanwalt in den Vertrag aufgenommen.

Ist der Ehevertrag schließlich zur Zufriedenheit der Ehepartner formuliert, übermittelt ihn der Rechtsanwalt an einen Notar, der diesen anschließend beurkundet. Dabei ist der Notar verpflichtet, jede von den Ehepartnern gewünschte Vereinbarung auf ihre Vor- und Nachteile zu prüfen.

Es empfiehlt sich in jedem Fall, den Ehevertrag notariell beurkunden zu lassen, da bestimmte Regelungen dieses bereits voraussetzen.

Der Notar wird Sie dann auch über mögliche Probleme bei der Wirksamkeit bestimmter vertraglicher Regelungen beraten. Das kann etwa den Ausschluß des Versorgungsausgleich betreffen, wenn Ihre Frau in der Ehezeit nicht gearbeitet hat und daher keine oder nur wenige Rentenanwartschaften erlangt hat.

Gesetzlich ist der Ehevertrag selbst nicht geregelt. Bestimmte familienrechtliche Vorschriften über die Scheidungsfolgen regeln jedoch dessen Zulässigkeit, etwa beim Versorgungsausgleich § 1587o BGB.

Ich hoffe, Ihnen insoweit weitergeholfen zu haben. Für eine weitergehende Interessenvertretung stehe ich selbstverständlich gern zur Verfügung.

Hochachtungsvoll


Wundke
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 01.09.2006 | 14:35

Vielen Dank für Ihre Antwort. Gehe ich also korrekt in der Annahme, daß die Reihenfolge sein muss:

1. Ehevertrag (könnte noch dieses Jahr aufgesetzt werden)
2. Anmeldung der Trennung (evtl. Anfang 2007)
3. Scheidung (Anfang 2008)

Sind die von uns vorgeschlagenen Regelungen Ihrer Ansicht nach ohne Probleme durch einen Ehevertrag zu realisieren?

Mit welchen Kosten muß ich beim Ehevertrag für Anwalt und Notar rechnen?

Nochmals vielen Dank! Ihr Rat ist mir in dieser schweren Zeit sehr wichtig!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.09.2006 | 14:53

Genau dieses wäre die empfohlene Reienfolge.

Sie können, um Geld für den Anwalt zu sparen, dessen Beteiligung auch auf den Scheidungstermin beschränken und sich mit Ihrem Anliegen auf Abschluß eines Ehevertrages direkt an einen Notar Ihrer Wahl wenden. Die Beratung zu den Scheidungsfolgen ist jedoch dann nicht so umfassend.

Bis auf das angesprochene Problem beim Versorgungsausgleich dürften sich - soweit ich das von hier einschätzen kann - alle Punkte realisieren lassen.

Die Kosten für Notar und Rechtsanwalt richten sich nach dem Gegenstandswert. Dieser ergibt sich aus dem Wert des zu regelnden Vermögens und dem Nettoeinkommen von Ihnen und Ihrer Frau. Einzelheiten würden hier jedoch zu weit führen.

Kommt man jedenfalls nach dieser Berechnung auf z.B. 100.000,- €, so würde allein ein Anwalt außergerichtlich ca. 4000,- € kosten (Geschäfts- und Einigungsgebühr) und der Notar in etwa das Gleiche. Hinzu kommen die Kosten für den gerichtlichen Scheidungstermin.

Die Kosten sollten also nicht unterschätzt werden. Sollte der Gegenstandwert niedriger sein, sinken die Kosten selbstverständlich.

Mit freundlichem Gruß


Wundke
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER