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Eintrittskarten: Termin lt. Bestätigung nicht eingehalten-jetzt keine Verwendung mehr


29.04.2005 12:19 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht



Mitte Januar habe ich bei einem Ticketvermittler (GmbH) im Internet 2 Eintrittskarten für ein Fussballspiel, das am 30.04.05 stattfindet, gekauft.

Wenige Tage später erhielt ich die Rechnung (104,00 EUR), die ich sofort beglichen habe. Als Liefertermin steht auf der Rechnung: „Versand erfolgt sofort nach Zahlungseingang“, „Lieferung kann auch 6-4 Wochen vor dem Event“ stattfinden.

Da ich die Tickets Anfang April noch immer nicht erhalten habe, habe ich den Vermittler mehrfach telefonisch kontaktiert, um mich nach dem Liefertermin zu erkundigen. Bei jedem meiner Anrufe wurde ich vertröstet, dass die „Lieferung ganz bestimmt in den nächsten Tagen bei mir eintreffen wird“.

Am 22.04.05 habe ich den Vermittler per Telefax aufgefordert, die Lieferung bis zum 24.04.05 auszuführen. Des Weiteren habe ich ihn drauf hingewiesen, dass er sich seit dem 30.03.05 im Lieferverzug befindet. Außerdem habe ich ihn darüber informiert, dass ich den geschlossenen Vertrag als nichtig betrachte, sofern er die von mir gesetzte Nachfrist nicht einhalten sollte. Die Rückzahlung habe ich bis 27.04.05 erbeten.

Am 28.04.05 hatte ich einen Expressbrief im Briefkasten, in dem die bestellten Tickets enthalten waren. Da ich zu diesem Zeitpunkt meine Transport- und Übernachtungsmöglichkeiten bereits storniert hatte, kann ich die Tickets leider nicht mehr nutzen.

Obwohl auf der Eingangs-Internet-Seite des Vermittlers steht, dass der Versand der Tickets in der Regel per eingeschriebenem Post- oder Kurierbrief erfolgt, lagen die Tickets ohne eine Empfangsbestätigung meinerseits nur im Briefkasten.

In der Bestätigungs - eMail, die ich nach dem Absenden meiner Bestellung erhalten habe, hat der Vermittler erwähnt, dass ich ab sofort über jeden Vorgang, der den Versand der Tickets betrifft, per eMail informiert werde. Dies ist jedoch zu keinem Zeitpunkt erfolgt.


Vielleicht ist folgende Information auch noch wichtig :

Bei meinen Recherchen habe ich beim Veranstalter des Spiels in den AGB´s des Ticketverkaufs folgende Klausel entdeckt :

§ 9 Beschränkung der Weitergabe von Eintrittskarten aus Sicherheitsgründen

Zur Vermeidung von Gewalt- und Straftaten im Zusammenhang mit Fußballveranstaltungen und zur Verhinderung der Weitergabe von Eintrittskarten zu überhöhten Preisen hat XXXXX die Weitergabe von Eintrittskarten beschränkt. Der Besteller der Eintrittskarten ist deshalb verpflichtet,

1) die Eintrittskarten persönlich zu verwenden oder nur an Familienangehörige oder ihm bekannte Personen, die bisher noch nicht an gewalttätigen Auseinandersetzungen bei Sportveranstaltungen beteiligt waren, weiterzugeben;

2) der XXXXX auf Verlangen die Namen, Geburtsdaten und Anschriften der Personen, an die er die Karten weitergegeben hat, mitzuteilen;

3) die Eintrittskarten nicht zu einem höheren als dem bezahlten Preis weiter zu veräußern oder über Internetauktionen die zu einem höheren Preis führen können, zum Kauf anzubieten.

Der Vermittler berechnet mir für eine Eintrittskarte € 49,00 – der auf dem Ticket aufgedruckte Preis beträgt jedoch nur € 24,50.

Welche Möglichkeiten habe ich, um mein Geld zurück zu bekommen ?

Um Ihre Hilfe würde ich mich sehr freuen.

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Guten Tag!

Auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben kann ich Ihnen folgendes mitteilen:

Der Verkäufer der Karten war verpflichtet spätesents bis zum 02.04.2005 ( 4 Wochen vor dem Spiel ) die Karten zu liefern. Er befand sich deshalb spätestens am 03.04.2005 in Verzug.

Nachdem die von Ihnen gesetzte Frist abgelaufen war, hatten Sie die Möglichkeit des Rücktritts.

Die gesetzte Frist muss immer angemessen sein. Zwar haben Sie eine sehr kurze Frist von 2 Tagen gesetzt. Diese erscheint mir aber ausreichend, da Sie zuvor bereits telefonisch Kontakt aufgenommen hatten und da die Sache hier besonders eilte.

Zur Fristwahrung hat es für den Verkäufer genügt, die Karten abzuschicken. Auf den Zugang bei Ihnen kommt es hier nicht an.

Sie hätten nach Ablauf der Frist den Rücktritt gegenüber dem Verkäufer erklären müssen. Erst danach ist der Vertrag an sich nicht mehr gültig. Ohne Rücktrittserklärung gilt er jedoch weiter.

Inzwischen hat der Verkäufer die Karten geschickt und zwar noch rechtzeitig zum Spiel. Damit hat er den Schwebezustand, in denen Sie Ihr Rücktrittsrecht hätten ausüben können, beendet.

Sie sind nach wie vor an den Vertrag gebunden.

Hätte der Verkäufer nicht rechtzeitig zum Spiel geliefert oder hätten Sie den Rücktritt erklärt, wäre er schadensersatzpflichtig gewesen ( also auch Ersatz von Stornokosten etc. ). Ihn für die nun entgangene Reisemöglichkeit zu belangen wird nicht möglich sein. Sie werden sich vorhalten lassen müssen, die Reise voreilig storniert zu haben.

Wie die Karten verschickt werden ist eine Frage der Gefahrverteilung bzw. Haftung bei Verlust. Für die Vertragserfüllung aber bei tatsächlichem Zugang der Karten unerheblich.

Aber ohne Einschreiben-Rückschein kann der Veranstalter den Zugang der Karten bei Ihnen nicht nachweisen!

Der Verkäufer hat offensichtlich bei seinem Geschäft mit dem Veranstalter die dort vereinbarten Allgemeinen Geschäftsbedingungen verletzt. Vielleicht ist hier der Hinweis auf eine mögliche Meldiung beim Veranstalter für eine "Rückabwicklung" hilfreich.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Susanne Ziegler
Rechtsanwältin, Witten
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