Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Einstufung nach Elternzeit ALG1


10.07.2006 00:36 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Iris Sümenicht



Hallo!
Ich habe 1996-2003 studiert und mich zum SS2003 exmatrikuliert. Direkt im Anschluß war ich zwar arbeitssuchend gemeldet, jedoch nicht arbeitslos, da ich unser erstes, in 02/02 geborenes Kind betreute. Im Mai 2003 kam unser zweites Kind zur Welt. Die Elternzeit beendete ich zum 04.01.2006 und meldete mich arbeitslos. Es wurde festgestellt, daß ich aufgrund der beitragsfrei anrechenbaren Elternzeit die Anwartschaft erfüllt hatte. Da die letzte Zeit meiner Beschäftigung neben dem Studium aber zu weit zurücklag (ein kaufm. Praktikum über 2 Semester im Ausland hatte ich 99/00 absolviert), wurde ich als Fachkraft eingestuft. Nun ist meine Frage, ob diese Einstufung richtig ist?
Vor meinem Studium habe ich eine Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel abgeschlossen und mein Studium der Wirtschaftsjapanologie beendet, jedoch ohne ein Diplom, da meine Diplomarbeit der Hochschule wegen der Elternzeit bisher nicht vorliegt. Jedoch habe ich trotz Exmatrikulation die Möglichkeit, die Arbeit noch bis 2009 einzureichen und den Abschluß zu bekommen.
Ehem. Kommilitoninnen mit gleichen Voraussetzungen (ebenfalls ohne Abschluß wegen der fehlenden Examensarbeit) verdienen heute mindestens 2000,-€ brutto, einige haben die Arbeit bereits nachgereicht, andere noch nicht und davon ist meines Wissens außer mir niemand in Elternzeit gewesen. Da ich grundsätzlich eine Anstellung im Bereich meiner Ausbildung an der Hochschule anstrebe, möchte ich gern wissen, ob eine Einstufung als Fachkraft also richtig ist?
Vielen Dank für Ihre aufgewendete Zeit und eine hoffentlich hilfreiche Antwort!
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage Ihrer Angaben folgendermaßen beantworten möchte:

Die Einstufung richtet sich nach § 132 Absatz 2 SGB III. Diese Vorschrift lautet:

„Für die Festsetzung des fiktiven Arbeitsentgelts ist der Arbeitslose der Qualifikationsgruppe zuzuordnen, die der beruflichen Qualifikation entspricht, die für die Beschäftigung erforderlich ist, auf die die Agentur für Arbeit die Vermittlungsbemühungen für den Arbeitslosen in erster Linie zu erstrecken hat. 2Dabei ist zugrunde zu legen für Beschäftigungen, die
1. eine Hochschul- oder Fachhochschulausbildung erfordern (Qualifikationsgruppe 1), ein Arbeitsentgelt in Höhe von einem Dreihundertstel der Bezugsgröße,
2. einen Fachschulabschluss, den Nachweis über eine abgeschlossene Qualifikation als Meister oder einen Abschluss in einer vergleichbaren Einrichtung erfordern (Qualifikationsgruppe 2), ein Arbeitsentgelt in Höhe von einem Dreihundertsechzigstel der Bezugsgröße,
3. eine abgeschlossene Ausbildung in einem Ausbildungsberuf erfordern (Qualifikationsgruppe 3), ein Arbeitsentgelt in Höhe von einem Vierhundertfünfzigstel der Bezugsgröße,
4. keine Ausbildung erfordern (Qualifikationsgruppe 4), ein Arbeitsentgelt in Höhe von einem Sechshundertstel der Bezugsgröße.“

Es kommt deshalb entscheidend darauf an, auf welche Beschäftigung die Agentur für Arbeit in Ihrem Fall ihre Vermittlungsbemühungen in erster Linie zu erstrecken hat. Dies hängt wiederum von Ihrer beruflichen Qualifikation ab.

Sie können versuchen, gegen den Bescheid der Agentur für Arbeit Widerspruch einzulegen mit der Begründung, dass Sie aufgrund Ihres Studiums für Beschäftigungen in der Qualifikationsgruppe 1 vermittelbar und dementsprechend einzustufen seien. Im Rahmen des Widerspruchs sollten Sie hier auch zunächst Akteneinsicht nehmen (oder nehmen lassen, falls Sie sich anwaltlich vertreten lassen möchten). Eventuell ergibt sich aus der Akteneinsicht, dass die Agentur für Arbeit Ihre Vermittlungsbemühungen bereits auf eine Beschäftigung ausrichtet, die das von Ihnen absolvierte Studium voraussetzt. In diesem Fall hätten Sie hier doch recht gute Chancen. Sollte dies nicht der Fall sein, ist der Ausgang offen, da es hierzu noch keine mir bekannte Rechtsprechung gibt. Wie Sie sehen, ist eine klare Ja o. Nein-Antwort auf Ihre Frage also nicht möglich.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen dennoch bei der Beantwortung Ihrer Frage eine erste rechtliche Orientierung geben. Gerne stehe ich noch für eine Nachfrage und auf Wunsch auch für Ihre Vertretung zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Iris Sümenicht
Rechtsanwältin

Goldstr. 10
33602 Bielefeld

Tel. 0521/404 25 15
Fax 0521/404 25 01

http://www.kanzlei-suemenicht.de
kontakt@kanzlei-suemenicht.de



FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER