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Einspruch gegen ERA Bewertug


14.03.2007 15:11 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Guten Tag
Ich bin in der Firma seit 17 Jahren tätig und bis jetzt immer
gut mit der Gescheftsleitung ausgekommen.
Bis vor kurzem bei uns die ERA eingeführt wurde, jeder Arbeitsplatz
hat seine Bewertung bekommen.
Was den Arbeitsplatz betrift an dem ich arbeite, habe ich grosse Bedenken,ob der richtig bewertet worden ist(viele Tätigkeiten die an dem Arbeitsplatz ausgeführt werden sind dabei nicht berücksichtigt). Ich habe bis ende des Monats Zeit da irgend etwas zu unternehmen.
Wie sollte man da vorgehen? Kann ich einen schriftlichen Einspruch einreichen? Wie sollte man ihn formulieren? Worauf beruft man sich da? Muss der Einspruch eine bestimmte Form haben oder geht es auch ganz formlos?
Ich bin ihnen im voraus dankbar für die Antwort.

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Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Bei der Bewertung für die Eingruppierung nach ERA kommt es allein auf die Anforderungen der Tätigkeit eines Mitarbeiters an, nicht darauf welche Qualifikation der Mitarbeiter insgesamt hat oder gar welche Tätigkeiten er früher erledigt hat bzw. potenziell in Zukunft erledigen könnte. Da der Arbeitgeber dem Mitarbeiter seine Aufgaben zuweist, kann er auf diese Weise auch die Eingruppierung beeinflussen, wodurch es dem Arbeitgeber möglich ist quasi Abgruppierungen vorzunehmen.

Der alte Besitzstand soll jedoch gesichert bleiben. Nicht in der Eingruppierung, jedoch im Geld. In einem solchen Fall der individuellen Entgeltsicherung wird auf das neue, niedrigere Tarifentgelt noch eine Besitzstandszulage gezahlt, die langsam von künftigen Tariferhöhungen aufgezehrt wird.
Ihre neue Eingruppierung dürfte sich also nicht negativ auf ihr Gehalt auswirken.

Natürlich können Sie als Beschäftigter Widerspruch gegen Ihre neue Eingruppierung einlegen. Dieser Widerspruch muss zwar schriftlich erfolgen, ist aber an keine besonderen Formvorschriften gebunden.

Sinnvoll wäre es einfach zu schreiben dass Sie Ihrer Eingruppierung widersprechen und dann die Gründe aufzählen weshalb Sie der Meinung sind dass ihr Arbeitsplatz höher gruppiert werden sollte. Sie sollten also genau darlegen welche Tätigkeiten Sie ausführen und vor allem welche Tätigkeiten nicht berücksichtigt worden sind.

Sinnvoll wäre es aber auf jeden Fall, dass Sie sich, falls es in Ihrem Betrieb einen Betriebsrat gibt, an diesen wenden bevor Sie den Widerspruch einreichen Der Betriebsrat kann dann genau Ihre Tätigkeit betrachten, beschreiben, mit dem Tarifvertrag abgleichen und bei der Eingruppierung seine Mitbestimmung nutzen.


Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen.


Mit freundlichem Gruß

Thomas Will
Rechtsanwalt
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