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Einseitige Gehaltsminderung (AT Vertrag) vom Arbeitgeber

13.01.2017 16:24 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe vor rund sechs Jahren (Anfang 2011) eine Gehaltserhöhung von rund 12,5% (brutto) erhalten. Diese Gehaltserhöhung war

- Weder von mir angefragt
- Und es gab auch keinerlei Vertragsänderung, weder schriftlich noch mündliche hierzu.
- Die Gehaltserhöhung war in der monatlichen Abrechnung nicht einzeln aufgeführt, sondern nur die Gesamtsumme des Monatsgehaltes war erhöht.

Da ich einen außertariflichen Arbeitsvertrag (AT) habe und seit mehreren Jahre keine Gehaltserhöhung erhalten habe, habe ich auch nicht beim Arbeitgeber (Großkonzern > 5000 Mitarbeiter) nachgefragt und dies stillschweigend/erfreut akzeptiert.

Mein AT Vertrag (datiert 4/2001) hat allerdings einige Besonderheiten:

- Kopplung an die Tariferhöhungen der IG Metall
- Schriftlich fixierte Arbeitszeit von 35 h/Woche
- Keine Zeiterfassung
- Rand Info: Alter 55, Firmenzugehörigkeit 30 Jahre

Was mir damals nicht aufgefallen war: In der Gehaltsabrechnung hat sich auch gleichzeitig der Wert in der Rubrik „Monatliche Arbeitszeit" von 152,25 auf 174,01 geändert! Zum damaligen Zeitpunkt war mir allerdings (als Laie) der Zusammenhang zwischen einer 35 h/Woche und 40 h/Woche nicht bekannt.

Nun das Problem:
Im Zuge eines in 2016 angebotenen Aufhebungsvertrages hat die Firma mir nun mein Gehalt um diesen Betrag (12,5 %) gekürzt mit der Begründung die damalige Gehaltserhöhung basiere auf einer Erhöhung der Arbeitszeit von 35 h auf 40 h (mathematisch nachvollziehbar 5 h = 12,5 %). Diese Gehaltsreduzierung wurde nun rückwirkend für die vergangenen drei Monate durchgeführt, für die restliche Zeitspanne (2011 bis 2016) blieb das Gehalt unverändert.

Leider hat diese Gehaltskürzung nicht nur eine aktuelle (monatliche) Auswirkung, sondern schlägt sich auch in der Berechnung der Betriebs Rente nieder. Hierbei ist, bedingt durch die Betriebsvereinbarung, die Reduzierung sogar noch wesentlich größer als 12,5 %.

Frage:
a. Gibt es eine realistische Chance (evtl. vor Gericht) wieder das ursprüngliche Gehalt zu bekommen ohne den § im AT Vertrag mit den 35 h/Woche anzupassen?

b. Bzw. im Nachhinein auf dem 40 h/Woche Vertrag zu bestehen und diesen auch schriftlich von zu fixieren.

o Dadurch würde zwar meine Firmenrente sinken
o Aber ich hätte zumindest wieder mein altes Gehalt
o Und 40 h/Woche arbeite ich sowieso!

c. Was ist ein realistischer Wert für eine Abfindungssumme?

o 1 Monatsgehalt pro Jahr Firmenzugehörigkeit?
o 2 Monatsgehälter pro Jahr Firmenzugehörigkeit?
o ???

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

1)
Im Hinblick darauf, dass sich Ihr Arbeitgeber offensichtlich von Ihnen trennen will, kann an dieser Stelle nicht abgeschätzt werden, wie realistisch es ist, dass das Arbeitsverhältnis zu den ursprünglich vereinbarten Konditionen fortgeführt wird.

2)
Aufgrund des Umstands, dass Sie ohnehin 40h/Woche arbeiten erscheint Ihr Gehalt realistisch, auch ist zu prüfen, ob mittlerweile ein Gewohnheitsrecht bezüglich Gehaltserhöhung existiert, wobei hier bekannt sein muss, wie es zu dem behaupteten „Irrtum" auf Arbeitgeberseite gekommen ist.

3)
Die übliche Faustformel bei derart langer Betriebszugehörigkeit geht bei der Höhe der Abfindung von einem Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr aus. Im Einzelfall können sich allerdings Abweichungen ergeben.

Eine abschließende Beurteilung Ihrer Fragen ist im Rahmen dieser Plattform nicht möglich, da es hierfür notwendig ist, Arbeits- und Aufhebungsvertrag sowie alle Details im Zusammenhang mit der Gehaltserhöhung zu prüfen. Ich rate Ihnen daher, einen Rechtsanwalt vor Ort mit der weiteren Prüfung und ggf. Vertretung Ihrer Interessen zu beauftragen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

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