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Einn. aus gelegentlicher Vermittlung/Eigenprovisionen?Wie in ESt-Erklärung angeben?


| 04.01.2018 20:03 |
Preis: 31,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von



Angenommen Person X hat im Jahr 2017 diverse Prämien für Vertragsabschlüsse/Vermittlungen erhalten.
Müssen diese in der Einkommenssteuererklärung angegeben werden und falls ja, wie:

- 300€ durch die Werbung Bekannter für ein Konto / eine Kreditkarte -> gelegentliche Vermittlung?

- 555€ durch Eröffnungsprämien für Girokonten/Depots/Kreditkarten (z.B. Kontoeröffnungsprämie für die Eröffnung eines Commerzbank-Kontos) -> Eigenprovision für die Vermittlung von Eigenverträgen?

- 150 € durch anteilige Weitergabe der Werberprämie durch Werber für Bankkonten/Kreditkarten (Person Y warb Person X für ein Bankkonto und gab einen Teil der Provision an Person X weiter) -> steuerfrei, da die Provision durch den Vermittler weitergeleitet wurde?

- 50€ für den Abschluss einer Risiko-Lebensversicherung abzüglich Versicherungsbeiträgen (5x 2,63€)=36,85€
-> Einnahme aus Eigenprovisionen oder steuerfrei?

- Abschlüsse von Handy-Verträgen, bei denen die Einnahmen durch Prämien höher waren als die Ausgaben -> Einnahme aus Eigenprovisionen oder steuerfrei?

Grundlage der Angaben: http://www.iww.de/wvv/archiv/provision-sind-provisionen-fuer-eigene-vertraege-zu-versteuern-f7370


Einsatz editiert am 08.01.2018 19:51:50
09.01.2018 | 17:00

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Dazu kopiere ich Ihre Fragen jeweils noch einmal rein:

Müssen diese in der Einkommenssteuererklärung angegeben werden und falls ja, wie:
Der Grundsatz ist:

- 300€ durch die Werbung Bekannter für ein Konto / eine Kreditkarte -> gelegentliche Vermittlung?
Richtig, diese Provision ist angabenpflichtig. Bei gelegentlicher Kontaktvermittlung (und nur bei dieser!) sind Provisionen bis 256 € pro Kalenderjahr steuerfrei, §22 Abs. 3 EStG.

- 555€ durch Eröffnungsprämien für Girokonten/Depots/Kreditkarten (z.B. Kontoeröffnungsprämie für die Eröffnung eines Commerzbank-Kontos) -> Eigenprovision für die Vermittlung von Eigenverträgen?
Angabenpflichtig, denn: § 20 EStG sagt ganz klar in seinem Absatz 3:
"Zu den Einkünften aus Kapitalvermögen gehören auch besondere Entgelte oder Vorteile, die neben den in den Absätzen 1 und 2 bezeichneten Einnahmen oder an deren Stelle gewährt werden."

- 150 € durch anteilige Weitergabe der Werberprämie durch Werber für Bankkonten/Kreditkarten (Person Y warb Person X für ein Bankkonto und gab einen Teil der Provision an Person X weiter) -> steuerfrei, da die Provision durch den Vermittler weitergeleitet wurde?

Siehe das BFG Urteil vom 02.03.2004 (Az: IX R 68/02). Dieses Urteil hat deutlich entschieden, dass Provisionsanteile für den Abschluss eigener Versicherungen vollkommen steuerfrei sind. Daher hier steuerfrei.

- 50€ für den Abschluss einer Risiko-Lebensversicherung abzüglich Versicherungsbeiträgen (5x 2,63€)=36,85€
-> Einnahme aus Eigenprovisionen oder steuerfrei?

Siehe gerade Geschildertes, daher steuerfrei.

- Abschlüsse von Handy-Verträgen, bei denen die Einnahmen durch Prämien höher waren als die Ausgaben -> Einnahme aus Eigenprovisionen oder steuerfrei?
Die gezahlte Vergütung für den Erstabschluss eines Mobilfunkvertrags stellt steuerpflichtiges Einkommen im Sinne des § 22 Nr. EStG (Einkünfte aus Leistungen) dar. Leistung im Sinne des § 22 Nr. 3 EStG ist jedes Tun, Dulden, oder Unterlassen, das Gegenstand eines entgeltlichen Vertrags sein kann und das eine Gegenleistung auslöst. Die in Frage stehende Vergütung wurde für den Abschluss eines neuen Mobilfunkvertrags gewährt, entspricht also der Definition und muss daher angegeben werden.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen. Ihre Recherche ist ein guter Gedanke gewesen. Allerdings beziehen sich diese Angaben auf das Jahr 2006. Das ist meiner Erfahrung nach, gerade bei den permanenten Gesetzesänderungen zu alt um sich allein darauf zu verlassen, obgleich diese einen guten Anhaltspunkt bietet.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Vicky Neubert, Dipl.-Jur.

Bewertung des Fragestellers 10.01.2018 | 21:07


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