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Einleitung Inkasso von Kabel Deutschland


26.09.2007 09:30 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Mein Kabelanschluß funktionierte Anfang des jahres 2006 einfach nicht mehr, woraufhin ich mich bei Kabel Deutschland gemeldet habe und um Reparatur bat. Einmal kam ein Techniker, doch der konnte das Problem nicht beheben (und bis der kam hat das schon sehr lange gedauert) und weiterhin hat Kabel Deutschland nichts unternommen, trotz vielfacher Emails, dass mein Kabelanschluß nicht wieder funktioniert. Ich habe 2 oder 3 Monate Gebühren bezahlt ohne Fernsehen gucken zu können und habe dann, weil keinerlei Reaktion von Kabel kam den Anschluß gekündigt und die Zahlungen eingestellt. Ich habe schon diese 2 oder 3 Monate umsonst bezahlt und war nicht gewillt noch mehr für Leistungen zu bezahlen die ich nicht erhalten habe (auf Grund der 3 monatigen Kündigungsfrist)! Auch das habe ich Kabel schriftlich oder per Email mitgeteilt und es kam keine Reaktion.

Da ich seit über einem Jahr nichts gehört habe bin ich natürlich davon ausgegangen, dass Kabel meine Emails endlich mal beachtet hat und habe diese Emails auch nicht mehr. Allerdings gehe ich davon aus, dass Kabel in der Verpflichtung ist Emails von Kunden abzulegen bzw müssen die Aufzeichungen vom Techniker doch vorhanden sein und mein Kündigungsschreiben ebenfalls, oder?

Naja, jedenfalls ist lezte Woche jetzt ein Schreiben von der Inkassofirma eingegangen, die mir mitteilen, ich müßte sofort die folgenden Gebühren zahlen ansonsten wird das gerichtliche Mahnverfahren eingeleitet:

50,59 Restforderung
4,72 5,0 Prozentpunkte Basiszinsen bis zum 21.09.
15,00 Vorgerichtliches Mahnverfahren
7,00 Auslagen gem. § 670 BGB
9,24 Auslagen (Adressermittlung)
30,00 Inkassovergütung
Total: 116,55 EUR

Jetzt meine Fragen:
1. War Kabel überhaupt berechtigt mir noch 3 Monate ohne Leistung die Kabelgebühr zu berechnen (auf Grund der Kündigungsfrist), weil ich ja schon vorher min. 2 Monate bezahlt habe ohne etwas dafür zu erhalten?

2. Sind die Inkassogebühren (einzelne Aufschlüsselung) wenn ja gerechtfertigt?

3. Wie soll ich weiter vorgehen?

4. Wenn ich einen Anwalt einschalte und gewinne, muß ich dann die Gebühren tragen?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe!

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Sehr geehrte Ratsuchende,


hier sollten Sie dem Inkassounternehmen mitteilen, dass der Vertrag gekündigt worden ist, nachdem Kabel-Deutschland (Willkommen im Club der K-D Geschädigten) die vertragsgerechte Leistung nicht erbracht hat und Sie schon deshalb die Zahlung verweigert haben.

Denn Kabel Deutschland wird der Anspruch nicht zustehen, so dass Sie die Hauptforderung auch nicht zahlen müssen. Wenn Sie sich aber schon vorab geweigert haben, war die Einschaltung eines Inkassounternehmens unnötig und die (rechnerisch wohl richtige) Kosten von Ihnen NICHT zu tragen.

Schalten Sie einen Anwalt ein, müssen Sie diesen zunächst als Auftraggeber bezahlen. Kommt es zu einem Gerichtsverfahren und gewinnen Sie, sind die Prozesskosten dann vom Unterliegenden zu zahlen.

Sie sollten daher zunächst das Inkasso-Unternehmen wie oben anschreiben und nichts weiter unternehmen. Sollte allerdings doch widererwartend ein Mahnbescheid oder eine Klage Ihnen zugestellt werden, sollten Sie dann - da dort dann kurze Fristen einzuhalten sind - SOFORT einen Rechtsanwalt beauftragen, um die Forderung abzuwehren.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
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