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Einladung zum Landgericht als Zeuge einer Körperverletzung

27.08.2015 15:04 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


11:50

Zusammenfassung: Der Zeuge ist verpflichte vor Gericht Angaben zu machen; er kann - außer bei Vorliegen enger Voraussetzungen - seine Zeugenaussage nicht "zurückziehen". Bei Vorliegen einer konkreten Gefahr hat er einen Anspruch darauf, dass seine persönlichen Daten (z.B. Anschrift) nicht genannt werden.

Sehr geehrte Damen und Herren,

zum Sachverhalt:

An einem Februar Abend in 2015 war ich mit meiner Ehefrau unterwegs und während wir eine U-Bahn-Haltestelle betreten haben, haben wir dort beobachtet wie eine männliche Person mehrere Passanten willkürlich mit Fäusten bedroht und geschlagen hatte. Die Person verhielt sich sehr aggressiv und unberechenbar. Waffen waren jedoch keine zu erkennen. Um uns, die beteiligten Personen sowie weitere Passanten zu schützen habe ich während des Geschehens die Polizei verständigt. Bis die Polizei eintraf hat sich der Täter in die nächste U-Bahn gesetzt, wir haben jedoch dem U-Bahn-Fahrer mitgeteilt, dass die Polizei unterwegs ist somit bekam er die Mitteilung von der Leitstelle die U-Bahn-Türen offen zu lassen... Nach wenigen Minuten hat die Person bemerkt, dass die Polizei im Anmarsch war und nach einer Kurzen Polizeiverfolgung vor Ort wurde die aggressive Person überwältigt und abgeführt. Anschließend hat die Polizei mich und meine Ehefrau vernommen und es wurde ein Protokoll anhand unserer Aussagen erstellt. Leider haben sich die Opfer vom Tatort entfernt, auch gab es zu diesem Zeitpunkt keine weiteren Augenzeugen die bereit waren auszusagen. Ob ich dieses Protokoll unterschrieben habe, kann ich heute, ein halbes Jahr später leider nicht mehr genau sagen.

Vor 5 Werktagen fand ich dann einen Brief vom Landgericht im Briefkasten. Ich wurde als Zeuge zum Termin der Hauptversammlung im Landgericht eingeladen und bin anscheinend zur Anwesenheit gesetzlich verpflichtet. Es geht um ein Strafverfahren wegen Verstoßes gg. Das WaffG. Beweisthema: „Ihre Anzeige vom Februar 2015, an der U-Bahn-Haltestelle," in der Strafsache ist es notwendig mich als Zeugen zu vernehmen.

Meine Fragen:
In der Betreffzeile steht „Ihre Anzeige vom..". Ich habe lediglich die Polizei um Hilfe gerufen um die Situation zu regeln und die Polizei hat meine Aussage, sowie die meiner Frau protokolliert. - Gibt es hier noch Möglichkeiten diese Anzeige und Aussagen zurückzuziehen, wenn ja, was muss ich hierzu tun bzw. wie geht das vonstatten?

Darüber hinaus habe ich mitbekommen, dass mein vollständiger Name, Anschrift, Beruf usw. bei Gericht vor allen Anwesenden erwähnt wird. Nun habe ich Angst um mein Wohlergehen und dies meiner Ehefrau und Familie vor eventueller Rache des Täters oder seinen Angehörigen/Freunden. Ich habe auch die Vermutung, dass der Täter in meiner Wohnortnähe wohnt, da die U-Bahn-Haltestelle bei uns in der unmittelbaren Nähe ist. – Gibt es hier Möglichkeiten, dass meine Personendaten während der Verhandlung nicht genannt werden, ich anonym aufgerufen werde oder anonym Aussagen könnte unter Ausschluss der Öffentlichkeit? Am liebsten möchte ich mit diesem Fall nichts mehr zu tun haben, wäre dies irgendwie möglich? Welchen Ratschlag können Sie mir geben?

Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
27.08.2015 | 15:37

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes (25 € für 2 Fragen) möchte ich Ihre Fragen wie folgt beantworten:

Sie können weder Ihre Anzeige, noch Ihre Aussage zurückziehen. Zwar wurde erst auf Grund Ihrer Angaben von der Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen die aggressive Person eingeleitet. Nachdem Sie aber nun einmal „den Stein ins Rollen gebracht haben", können Sie dies nicht mehr rückgängig machen. Es gibt nur wenige Straftaten, die nur auf Antrag des Betroffenen verfolgt werden, und dann auch von dessen Antrag abhängig sind. Zu solchen Straftaten gehört ein Verstoß gegen das Waffengesetz aber nicht. Auch Ihre Aussage können Sie nicht zurückziehen; als Zeuge sind Sie verpflichtet vor Gericht auszusagen. Sollte aber das Geschehen schon so lange her sein, dass Sie sich nicht mehr richtig erinnern können, dann sollten Sie dies dem Gericht auch so sagen.

Bezüglich Ihrer zweiten Frage möchte ich Sie auf die Vorschrift des § 68 StPO aufmerksam machen. Dort ist geregelt, unter welchen Voraussetzungen es möglich ist, dass die Daten des Zeugen „geheim" bleiben. Sie können erkennen, dass dies nur unter engen Voraussetzungen möglich ist. Insbesondere genügt eine pauschale Angst vor Rache, ohne konkrete Anhaltspunkte, nicht. Sollten Sie Ihre Befürchtungen aber konkretisieren können, wenden Sie sich diesbezüglich an das Gericht. Da die Hauptverhandlung unmittelbar bevorsteht gehe ich allerdings davon aus, dass der Angeklagte über seinen Verteidiger sowieso schon die Möglichkeit hatte, Einsicht in die Ermittlungsakte zu nehmen, und daher Ihre Anschrift bereits kennt.

Es tut mir leid, Ihnen keine andere Auskunft geben zu können.


Nachfrage vom Fragesteller 27.08.2015 | 16:38

Sehr geehrte Frau Blum,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Wie Sie bereits erkannt haben, ist der Vorfall schon einige Monate her und meine Erinnerung hat zu diesem Vorfall tatsächlich stark nachgelassen. Muss ich mit Konsequenzen rechnen, wenn ich meine Aussage deshalb kurz und knapp gestalte und kann ich das vorab schriftlich beim Gericht kundtun?

Vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.08.2015 | 11:50

Sehr geehrter Fragesteller,

sofern das Gericht Ihnen glaubt, dass Sie nur noch wenige Erinnerungen an die Sache haben, hat dies keinerlei Konsequenzen. Schwierig wird es nur, wenn das Gericht den Eindruck hat, dass Sie "mauern".

Theoretisch könnten Sie dies dem Gericht vorab mitteilen. Ich würde das aber nicht machen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Gericht Sie daraufhin wieder ablädt ist gering; erfahrungsgemäß möchte das Gericht gerne selbst in der Hauptverhandlung herausfinden, an was sich der Zeuge noch erinnert. Ein entsprechender vorheriger Hinweis könnte im schlechtesten Fall sogar den gegenteiligen Effekt haben, dass sich der Richter besonders viel Zeit für Ihre Vernehmung nimmt und diese entsprechend gründlicher vorbereitet.

Im Übrigen kommt es nach meiner Erfahrung doch recht selten vor, dass Angeklagte versuchen auf ihnen unbekannte Zeugen oder deren Familien einzuwirken. Dies ist ein Phänomen, dass eigentlich nur im Bereich der organisierten Kriminalität zu beobachten ist.

Mit freundlichen Grüßen

ANTWORT VON

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