Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Einladung von einem Personalservice ... rechtlich bindend (muss man dem nachkommen)?

07.07.2009 15:49 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ralf Morwinsky


Guten Tag,

habe heute von einem Personalservice eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch bekommen. Es ist eine direkte Einladung vom Personalservice selbst und nicht von der Arbeitsvermittlung. Bei diesem Personalservice hatte ich mich selbst auch nicht beworben.

__________________


Einladung

Sehr geehrter Herr XXX,

gerne würden wir Sie in unser Team aufnehmen.

Um ein Vorstellungsgespräch in unserem Unternehmen zu vereinbaren, bitten wir Sie uns unter folgender Telefonnummer zu kontaktieren: 08/15

Auf Grund der Vielzahl an Bewerbern, die ein Gespräch mit unserem Hause suchen, können wir leider keine Anfahrtskosten übernehmen. Wir bitten diesbezüglich um Ihr Verständnis.

Bitte bringen Sie zum Vorstellungsgespräch Ihre Bewerbungsunterlagen mit.

Wir freuen uns auf die Gespräche mit Ihnen und verbleiben,

mit freundlichen Grüßen

___________________


Sonst steht rein gar nichts mit dabei.

Als Arbeitssuchender ist man ja in einer Datenbank gespeichert, auf die die potentiellen Arbeitgeber zugreifen können (meines Wissens nach), folglich wird die Einladung wohl daher stammen. Normalerweise würde bei einem "normalen" Vermittlungsvorschlag etwas von der Arbeitsagentur kommen.

Da ich ab Mitte Juli eine mehrmonatige Weiterbildung machen werde, hatte mich mein Arbeitsberater letztens darauf hingewiesen, dass ich deshalb auch keine Vermittlungsvorschläge von der Arbeitsagentur erhalten werde.

Meine abschließende Frage ist nun im Endeffekt: Muss ich der Einladung des Personalservices in meinem Falle nun nachkommen oder hätte ich bei einer Nichtbeachtung eine Sanktion in Form einer Sperre des Arbeitslosengelds 1 zu befürchten (es ist wie gesagt keine Rechtsbelehrung mit dabei und auch nichts von der Arbeitsagentur selbst)?

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Zugrundelegung Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

Zu Beginn Ihrer Arbeitslosigkeit haben Sie eine Eingliederungsvereinbarung mit der Agentur für Arbeit geschlossen. In dieser ist festgelegt, wie Sie und die Agentur darauf hinarbeiten, Ihre Arbeitslosigkeit schnellstmöglich zu beenden. Insbesondere geht daraus hervor, welche Anstrengungen Sie selbst unternehmen und der Agentur nachweisen müssen. Ich gehe davon aus, daß Sie sich in dieser Eingliederungsvereinbarung damit einverstanden erklärt haben, daß Ihr Bewerberprofil per Internet für potentielle Arbeitgeber einsehbar ist. Sie sollten die Eingliederungsvereinbarung daraufhin überprüfen. Es ist durchaus nicht ungewöhnlich, daß Sie die Einladung zum Vorstellungsgespräch ohne Zwischenschaltung der Agentur direkt vom Personalservice erhalten.

Sie sollten in jedem Fall den Termin zum Vorstellungsgespräch wahrnehmen, da anderenfalls eine Sperre des ALG droht.
Ihre Weiterbildung ist eine durch die Arbeitsagentur finanzierte Maßnahme, die das Ziel hat, Ihre Arbeitslosigkeit zu beenden. Die Kosten hierfür kann die Agentur einsparen, wenn Ihre Arbeitslosigkeit durch eine sofortige Anstellung beendet werden kann. Daher würde die Rückmeldung durch den Personalservice, Sie haben einen Termin zum Vorstellungsgespräch nicht wahrgenommen, mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Sperre führen.

Ich bin überzeugt, daß es Ihnen auch im Rahmen des Vorstellungsgesprächs gelingen kann, den Gesprächspartner unterschwellig davon zu überzeugen, daß Sie nicht der geeignete Kandidat für die angebotene Stelle sind.

Nachfrage vom Fragesteller 07.07.2009 | 16:40

Vielen Dank für die Antwort.

Nun ja, in meiner Eingliederungsvereinbarung steht nur, dass ich ich mich "auf Vermittlungsvorschläge bewerben muss" ... mein Arbeitsberater sagte mir doch selbst mal, dass Vermittlungsvorschläge ohne Rechtbelehrung keine negativen Folgen haben ... und in dem geschilderten Falle handelt es sich ja nicht mal um eine Vermittlungsvorschlag, sondern nur um eine Einladung einer dubiosen Personalfirma, die vor Rechtschreibfehlern nur so strotz (hatte ich aufgrund der besseren Verständlichkeit nur ausgebessert).

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.07.2009 | 17:14

Vielen Dank zunächst für die gute Lesbarkeit des zitierten Schreibens. ;-)

Möglicherweise haben Sie Ihr Einverständnis zur Veröffentlichung Ihres Profils auch außerhalb der Eingliederungsvereinbarung erklärt.

Vermittlungsvorschläge, die Sie von der Agentur erhalten, müssen die Belehrung über mögliche Folgen eines Nichtwahrnehmens enthalten. Ein privater Arbeitgeber ist hierzu nicht verpflichtet. Gleichwohl kann die Mitteilung an die Agentur über Ihr Ausbleiben zu einer ALG-Sperre führen.

Die zweifelhafte Seriosität der Firma entbindet Sie nicht von Ihrer grundsätzlich bestehenden Verpflichtung, zum Vorstellungsgespräch zu erscheinen. Eine Nichtanstellung können Sie gegebenenfalls mit konkreten Vorfällen während des Termins begründen. Weniger konfliktträchtig wäre es jedoch, den Gesprächspartner im Gespräch zu der Überzeugung gelangen zu lassen, Sie seien für die Stelle nicht geeignet.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70649 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Wunderbar ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr ausführliche und klare Antwort und das noch fast vor Mitternacht ! Vielen Dank ! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
herzlichen Dank ...
FRAGESTELLER