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Einkünfte aus deutschen Immobilien in der CH


21.07.2006 14:08 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrter Steueranwalt

Ich bin Deutscher und habe 1999 mein Studium in der Schweiz angefangen. Seit 1999 befindet sich also mein Lebensmittelpunkt in der Schweiz. Seit 2004, als ich zum Ende meines Studium eine Tätigkeit in der Schweiz angefangen habe, bin ich auch ordentlich in Deutschland abgemeldet. Seit Anfang 2006 arbeite ich in der Schweiz ordentlich.

Seit Mitte 2004 bin ich Eigentümer eines Mehrfamilienwohnhauses, dass ich von meiner Tante geerbt habe. Nun meine Fragen:

Unterliegen die Einkünfte aus dem Immobilienvermögen der deutschen Einkommenssteuer? Wenn ja, wie lange unterliegen Sie der Einkommenssteuer? Bringt es steuerlich etwas, wenn ich eine Hypothek errichte und die Zinslast als Kosten gegenrechne. Da Einkünfte aus Kapital ja in der Schweiz versteuert werden müssen?

Danke für Ihren kurzen Kommentar
Guten Tag,

die Einkünfte, die Sie in der Bundesrepublik aus Vermietung und Verpachung beziehen, sind nach § 49 EStG beschränkt steuerpflichtig. Sie müssen diese in der Bundesrepublik versteuern. Die Einkommenssteuer beläuft sich hierbei auf mindestens 25 %. Betriebsausgaben und Werbungskosten können Sie nach § 50 EStG nur gegenrechnen, wenn diese mit den Einkünften wirtschaftlich im Zusammenhang stehen. Dies sind etwa Ausgaben für Reparaturmaßnahmen am Haus u.ä. Die Aufnahme einer Hypothek, deren Valuta nicht dem Haus zugutekommt, hilft Ihnen also leider nicht.

Es besteht unter sehr engen Voraussetzungen die Möglichkeit, daß Sie sich auf Antrag unbeschränkt steuerpflichtig erklären, um den Steuersatz herunterzubekommen. Dies setzt aber nach § 1 III EStG voraus, daß die Mieteinnahmen mindestens 90 % Ihrer Einkünfte betragen oder Sie max. 6136,- € in der Schweiz verdienen. Ich zitiere Ihnen die Norm im Wortlaut:

"3) <1>Auf Antrag werden auch natürliche Personen als unbeschränkt einkommensteuerpflichtig behandelt, die im Inland weder einen Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, soweit sie inländische Einkünfte im Sinne des § 49 haben. <2>Dies gilt nur, wenn ihre Einkünfte im Kalenderjahr mindestens zu 90 vom Hundert der deutschen Einkommensteuer unterliegen oder die nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Einkünfte nicht mehr als 6.136 Euro im Kalenderjahr betragen; dieser Betrag ist zu kürzen, soweit es nach den Verhältnissen im Wohnsitzstaat des Steuerpflichtigen notwendig und angemessen ist. <3>Inländische Einkünfte, die nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung nur der Höhe nach beschränkt besteuert werden dürfen, gelten hierbei als nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegend. <4>Weitere Voraussetzung ist, dass die Höhe der nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Einkünfte durch eine Bescheinigung der zuständigen ausländischen Steuerbehörde nachgewiesen wird. <5>Der Steuerabzug nach § 50a EStG ist ungeachtet der Sätze 1 bis 4 vorzunehmen."

Ich hoffe, ich habe Ihnen weitergeholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Astrid Wiemer
Rechtsanwältin
Freilichtbühnenstraße 24
26639 Wiesmoor
Tel. 04944 60 66
Fax 04944 60 77
e-mail: info@fachanwalt-aurich.de

Nachfrage vom Fragesteller 21.07.2006 | 15:32

Sehr geehrte Frau Anwältin,

ich habe einmal gehört, ohne das jedoch selbst zu überprüfen, dass Einkommen aus Immobilien nach einer Übergangsfrist von 5 Jahren nicht mehr in Deutschland der Besteuerung unterliegen. In diese Richtung zielte Frage 2.

Ist das richtig? Welche Bedingungen müssen dafür erfüllt sein? Falls es diese Frist gibt, ab wann kommt Sie zeitlich zu Anwendung? (ab Verlagerung des Lebensmittelpunktes 1999, ab Abmeldung 2004 oder ab Eigentumsübergang 2005).

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.07.2006 | 15:45

Guten Tag,

eine Beschränkung der Besteuerung von Einkommen aus Vermietung und Verpachtung gibt es im deutschen Recht nicht; Sie sind -leider- selbstverständlich verpflichtet, die Einkommen auch zu versteuern.

Allerdings läuft nach fünf Jahren bei einer leichtfertigen, nach zehn Jahren bei einer vorsätzlichen Steuerhinterziehung die Festsetzungsfrist aus. Sie beginnt jeweils mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem Sie Einkünfte bezogen haben. Sie begehen allerdings locker eine Steuerhinterziehung, wenn Sie bezogene Einkünfte nicht angeben.

Mit freundlichen Grüßen

Astrid Wiemer

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