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Einkommensteuerpflicht in Katar


24.05.2007 06:49 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Sehr geehrte Rechtsanwaeltin; Sehr geehrter Rechtsanwalt,

seit bereits einigen Jahren bin ich bei einer deutschen Firma angestellt, welche mich vor 7 Monaten nach Katar entsendet hat.
(ein Doppelbesteuerungsabkommen mit diesem Staat exisitiert derzeit nicht).
Da ich in Deutschland noch eine Mietwohnung auf meinen Namen laufen habe, bin ich derzeit auch in der BRD einkommenssteuerpflichtig.
Ich beabsichtige nun diese Wohnung auf meine Lebensgefaehrtin zu uebertragen und mich in Katar bei der dt. Botschaft in Doha anzumelden (selbstverstaendlich werde ich meinen dt. Wohnsitz offiziell Abmelden), um nach hiesigen Gesetzen versteuert zu werden (= O%).

Meine Frage nun lautet, ob die Verlagerung meines Lebensmittelpunktes (Wohnsitzaenderung) genug ist um Steuerzahlungen sowie die Zahlung der Sozialabgaben zu umgehen, auch wenn ich in Katar ueber einen deutschen Arbeitsvertrag arbeite bzw. falls dem nicht Genuege tut, was ich tun kann um Steuerzahlungen sowie die Zahlung der Sozialabgaben in Deutschland zu verhindern.

Ich bedanke mich im Voraus fuer Ihre freundliche Antwort und Bemuehungen und verbleibe mit freundlichen Guessen
Sehr geehrter Fragesteller,

herzlichen Dank für Ihre Frage.

Die Verlagerung des Lebensmittelpunktes und die Wohnsiztänerung sind unter Umständen nicht ausreichend. Im Steuerrecht zählt der tatsächliche Aufenthalt.

Die Steuerpflicht hinstichtlich der Einkommenssteuer ist in § 1 EStG geregelt. Danach wird zwischen unbeschränkter Steuerpflicht (§ 1 Abs. 1 und 2 EStG:

(1) 1Natürliche Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, sind unbeschränkt einkommensteuerpflichtig.2Zum Inland im Sinne dieses Gesetzes gehört auch der der Bundesrepublik Deutschland zustehende Anteil am Festlandsockel, soweit dort Naturschätze des Meeresgrundes und des Meeresuntergrundes erforscht oder ausgebeutet werden.

(2) 1Unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind auch deutsche Staatsangehörige, die

1.im Inland weder einen Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben und
2.zu einer inländischen juristischen Person des öffentlichen Rechts in einem Dienstverhältnis stehen und dafür Arbeitslohn aus einer inländischen öffentlichen Kasse beziehen,
sowie zu ihrem Haushalt gehörende Angehörige, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen oder keine Einkünfte oder nur Einkünfte beziehen, die ausschließlich im Inland einkommensteuerpflichtig sind.2Dies gilt nur für natürliche Personen, die in dem Staat, in dem sie ihren Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, lediglich in einem der beschränkten Einkommensteuerpflicht ähnlichen Umfang zu einer Steuer vom Einkommen herangezogen werden.)

und beschränkter Steuerpflicht (§ 1 Abs. 4 EStG:

(4) Natürliche Personen, die im Inland weder einen Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, sind vorbehaltlich der Absätze 2 und 3 und des § 1a beschränkt einkommensteuerpflichtig, wenn sie inländische Einkünfte im Sinne des § 49 haben.

unterschieden.

Danach ist der gewöhnliche Aufenthalt (§ 9 AO ) entscheidend und dann auch der Wohnsitz, wobei man unter dem gewöhnlichen Aufenthalt den Aufenthalt in D von minidestens 6 Monaten versteht. Wenn Sie nach Katar ziehen und sich dort auch aufhalten unterliegen Sie der beschränkten Steuerpflicht in D was zur Folge hat, dass auch eine Steuerpflicht für im Ausland erarbeiteten Lohn und andere Einnahmen nicht mehr in D besteht.

Durch die Mietwohnung wären Sie weiterhin in D einkommensstuerpflichtig, mindestens für die Mieteinnahmen, so dass die Übertragung der Mietwohnung eine denkbare Lösung für eine Vermeidung der Steuerpflicht ist.

Für das Jahr,in dem Sie wechseln, würden dann noch einmal eine getrennte Ermittlung der Besteuerungsgrundlage erfolgen, da Sie dann t.w. unbeschränkt und t.w. beschränkt einkommenssteuerpflchtig gewesen wären.

Im Folgejahr dürfte sodann keine Steuerpflicht mehr in D bestehen, sofern Sie dann fast ausschließlich in Katar leben.

Im Laufe des Tages übersende ich Ihnen noch ein diesbezügliches Informationsblatt per Email.

Ich hoffe, Ihnen eine erste Orientierung gegeben zu haben und stehe Ihnen gerne weiterhin zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

www.rechtsbuero24.de
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