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Einkommensteuererklärung


| 11.12.2010 22:03 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Ich bin Kleinunternehmer in zwei Berufen:

1)Promotor (spielt hier keine Rolle)
2)Internetservice (Vermittler)

Unter Internetservice nutze ich die Tätigkeit als Manger verschiedener Erotik Cam Models aus.
Sprich: Asiatische Mädchen zeigen sich gegen Entgelt auf Internet Erotikseiten nackt.
Alle diese Mädchen leben auf den Philipppinen und verdienen somit ihren Lebensunterhalt.
Am Monatsende überweise ich Ihnen den Verdienst, wobei ich einen sehr geringen Teil einbehalte, um damit die Überweisungsgebühr zu bezahlen und als Entschädigung für die Arbeit.
2009 nahm ich von den Seiten ca 33.000 Euro ein, und bezahlte knapp 30.000 Euros an die Mädels. Von den verbleibenden ca 3000 Euros zog ich Raumkosten, Internet-Telefonkosten usw ab, dass mir im Endeffekt monatlich 80 euro blieben.
Das Problem bei der ganzen Sache ist, dass die Seiten in Asian und Amerika ihren Sitz haben und das Gehalt in Dollar ausgezahlt wird. Ich besitze deshalb ein amerikanisches Onlinekonto ( Xoom, Epassporte) worauf der Betrag überwiesen wird. Manche Mädchen haben selbiges, so dass die Überweisung in Sekunden geschieht. Andere wieder nicht, daher muss ich das Geld per Visakarte abheben (kostet knapp 10% Gebühren) und es von Euros in Dollar wiederr umrechenen um es mit weestern Union zu schicken (Überweisungsgebühren um die 100Euro!).
Lange Rede kurzer Sinn: Alle arbeiten auf 7 verschiedenen Seiten und sind etwa 200 Mädels in etlichen Teams.
Eine Monatliche Bilanz ist der reinste Selbstmord.
Trotz all dem habe ich diese so korrekt wie möglich in einer Exel Tabelle monatlich geführt:
Einnahmen, Ausgaben, Zuwendungen, Raumkosten, Büromaterial … (natürlich nur die Gesamtsumme EA)

Letzte Woche war ich damit beim Steuerberater, gab ihm die Exeltabelle und sagte: Schreib es so ab, glaub es einfach, aber bitte versuche nicht es komplett noch einaml nachzurechen
(ich muss vielleicht dazu erwähnen, dass das Arbeitsamt – bezugs meiner Einnahmen, Ausgaben, Gewinn – das auch sehen will. Ich gebe dann immer einen Karton mit hunterten von Einnahme- Ausgabe belegen dahin, der mir nachj einigen Monaten mit einem OK zurückgegeben wird. Dass das aber alles nachgecheckt wird, bezweifle ich.)

Jedenfalls fertigte er die Steuererklärung in wenigen Wochen an.
Beim Durchsehen stellte ich fest, dass er bei Betriebseinnahmen 33000 + Promotoreinnahmen angab ( 48000 zusammen) und sagte: Du bist jetzt nicht mehr Kleinunternehmer und darfst nächstes Jahr 10.000 Euro Steuern (19% von 48T) zahlen.

Da ich mit den 33000 Euro nicht einverstanden war, fragte ich beim Finazamt nach, wo mir bestätigt wurde, dass tatsächlich nur die 80 x 12 meine Einnahmen sind.

Frage: Wie soll ich mich dem Steuerberater gegenüber verhalten?
Anrufen und ihn auf den Fehler hinweisen, ihn das ganze erneut ausrrechnen lassen, einen neue Berater anfordern,...
Er stellt mir ja dann eine Rechnung über die 48T Euro statt der geringeren richtigen Rechnung.

Was ist aber jetzt mit dem Finanzamt.
Wenn ich den Einspruch absende, wollen die ja die richtigen Zahlen wissen, was meines Erachtens komplett unmöglich ist , nachzurechen, zumal ich selber kaum alle Einnahmenunterlagen aufbringen kann ( Epassporte, worauf das Gehalt überwiesen wurde, hat mittlerweile geschlossen, so dass ein betrachen der Auszüge unmöglich ist. Von den Seiten bekomme ich auch keine schriftlichen Überweisungsauszug, sonder bestimme die Auszahlung auf Buttomdruck)

Bitte um Hilfe, was tun
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

Es geht hier nach Ihren Angaben nicht um die Besteuerung des Einkommens, sondern des Umsatzes. Derzeit sind Sie aufgrund der Anwendung der sog. Kleinunternehmerregelung in § 19 UST von dem Ausweis der Umsatzsteuer gegenüber Ihren Kunden/Auftraggebern befreit.

Sie müssen daher aktuell keine Umsatzsteuer ausweisen und abführen, können aber auch keine gezahlten Vorsteuern abziehen. Hierbei kommt es nicht auf den Überschuss an, sondern auf den tatsächlichen Umsatz.

Die Befreiung von der Besteuerung von Kleinunternehmern mit geringen Umsätzen erfolgt aus Vereinfachungsgründen und zur Vermeidung eines erhöhten Verwaltungsaufwandes. Sie müssen demzufolge auch keine Umsatzsteuervoranmeldung und eine Umsatzsteueranmeldung abgeben.

Die Anwendung der Kleinunternehmerregelung ist an folgende Voraussetzungen gebunden:

Der Umsatz ist im Vorjahr nicht höher als 17.500,00 EUR und im laufenden Jahr nicht höher als 50.000,00 EUR.

Daher sind Sie in diesem, möglicherweise aber im nächsten Jahr Umsatzsteuerpflichtig, so dass Sie auch nicht 19 % Umsatzsteuer abführen müssen.

Zudem sollten aus meiner Sicht mit dem Steuerberater klären, ob Ihre Einnahmen überhaupt umsatzsteuerpflichtig wären.

Meine Empfehlung ist, dass Sie sich von Ihrem Steuerberater die steuerlichen Auswirkungen noch mal erklären lassen, insbesondere die Kleinunternehmerregelung und auch prüfen, ob Ihre Einnahmen überhaupt umsatzsteuerbar wären.

Sollten Sie nach dem Gespräch immer noch das Gefühl haben, nicht richtig beraten zu werden, ist mangels eines Vertrauensverhältnis über einen Wechsel des Steuerberaters nachzudenken.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und stehe bei einer Nachfrage weiter zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 12.12.2010 | 00:55

vielen dank für die Antwort, wenn ich die ehrlich gesagt auch nicht verstehe.
Vielleicht haben sie mich auch falsch verstanden:

Im Promojob komme ich uinter die 17500.-
im Mangerjob meint mein ST mein Einkommen oder Umsatz seien die 33000.- was ich aber verneine, da sie an die Mädels gehen, da das deren Umsatz ist und ich ausserdem keine Leistungsbeziehung von der Seitenfirma bekomme.
Dementsprechend ist seine Vermutung falsch (ja oder nein, war die Frage)

und die weitere Frage war, wie ich ihm das beibringen kann. schliesslich stellt er mir ja aufgrund seines Ergebnisses eine falsche Rechnung aus.

Und die dritte Frage war, wie das Finanzamt jetzt mirgegenüber reagieren wird? Muss ich die einzelnen Ergebnisse genausens aufschlüsseln, macht das erneut mein ST, soll ich einen neuen nehmen, muss ich den alten bezahlen? usw...

Vielleicht noch einaml meine lage zu allem:
Ich bin eigendlich Hartz iV . Mein Verdienst reicht NICHT zum leben aus.
Das mit den Mädels mache ich nicht, weil ich nichts zu tun habe oder der grösste Manger sein möchte, sondern weil ich es geschafft habe innerhalb 2 Jahren so viele Menschen der 3ten Welt so zu unterstützen, dass sie die Schule zahlen können, zu essen haben, Medikament kaufen können usw.
Ich möchte diese Tätigkeit nicht aufgeben, sondern noch vielen anderen helfen.

Hohe Steuerberatungskosten oder 10.000 Euro Steuern würden alles zerstören.
Deshalb bitte ich Sie, mir verständlich zu sagen, wire meine Chancen stehen.
Herzlichen dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.12.2010 | 11:34

Vielen Dank für die Nachfragen.

1. Nach außen treten Sie und nicht Ihre Kundinnen in Erscheinung. Daher ist der Umsatz steuerrechtlich Ihnen zuzurechnen, auch wenn Sie einen Großteil weiterleiten. Denn so versteche ich Ihre Ausführungen, treffen Sie die Entscheidung, welchen Betrag Sie weiterleiten und entscheiden auch darüber, welchen Betrag Sie einbehalten. Daher treten Sie auf der internetseite auf und wickeln auch den Zahlungsverkehr ab. Daher ist die Annahme des Steuerberaters richtig.

2. Folglich hat der Steuerberater auch den korrekten Gegenstandswert für seine Rechnung gewählt.

3. Sie müssen im kommenden Jahr mit dem Steuerberater prüfen, ob Sie Umsatzsteuerpflichtig werden und auf die Gebühren Umsatzsteuer ausweisen müssen.

Möchten Sie den hohen Umsatz vermeiden, müßten Ihre Kundinnen direkt auf der Homepage abrechnen, so dass Sie nur Beratungsleistungen anbieten. D.h. der Vertrag mit den Internetnutzern dürfte nicht mit Ihnen, sondern mit Ihren Kundinnen zustande kommen. Ob dies technisch möglich ist, vermag ich leider nicht zu beurteilen.

Ich hoffe ich konnte meine bisherigen Ausführungen durch die Beantwortung Ihrer Nachfragen besser darstellen. Sollten Sie darüber hinaus noch Fragen haben, können Sie sich per Email an mich wenden.

Mit besten Grüßen

Bewertung des Fragestellers 12.12.2010 | 13:20


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"Sehr hilfreiche Antwort. Auch wenn 2 Vermutungen über mein Tun NICHT stimmen.
Trotzdem danke.
Hilft mir sehr viel"