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Einkommensteuer Ausland


17.03.2007 14:34 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Hallo,

Folgende Berufliche Situation:
Meine Firma, international tätig, entsendet des öfteren Mitarbeiter für einen längeren Zeitraum, >= 183 Tage, in EU sowie in nicht EU Staaten. Das Gehalt wird jeweils mit beginn der Entsendung Lohnsteuer-befreit ausgezahlt. Sozialversicherungsbeiträge werden in Deutschland abgeführt.
Es stellt sich jedes Mal die Streitfrage wer für die Abführung der Einkommenssteuer in dem Betreffenden Ausland zuständig ist.

Die Firma, welche hier De Facto nichts unternimmt, vertritt Kompromisslos die Ansicht, dass dies allein die Angelegenheit des Entsendeten ist, die Lohnsteuer Ordnungsgemäß im Tätigkeitsstaat abzuführen.

Dies ist naturbedingt oftmals problematisch, da Zeit-, und Kostenaufwendig. (Beauftragen einer Ausländi-schen Steuerkanzlei, Sprachprobleme, beibringen der Unterlagen etc.) Die dabei entstehenden Kosten sowie evtl. Steuerbenachteiligung gehen zu Lasten des Entsendeten.

Meine Fragen:

1. Kann die Firma diese Problematik so einfach auf den Arbeitnehmer abwälzen?

2. Gibt es hierzu Rechtliche Bestimmungen und wenn ja, wo kann dies Nachgelesen werden?

3. Wie sieht es hier mit der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers aus?

4. Zeige ich nicht durch Abgabe der Lohnsteuerkarte beim Arbeitgeber an, dass er die Lohnsteuer
sowohl im In-, als auch im Ausland Ordnungsgemäß abführen soll?

5. Gibt es Möglichkeiten dieser Praxis entgegenzuwirken?



Ich hoffe mein Einsatz ist angemessen


Mit freundlichen Grüssen
Sehr geehrter Herr,

vorab erlaube ich mir den Hinweis, dass der Einsatz in Höhe von 50,-- EUR für fünf Fragen zwar nicht angemessen ist, ich aber ausnahmsweise Ihre Fragen beantworten werde. Vielleicht denken Sie noch über eine „nachträgliche Erhöhung“ Ihres Einsatzes nach.
1. Die Lohnsteuer ist von Ihrem Arbeitgeber nicht bei Arbeitnehmern einzubehalten und an den deutschen Fiskus abzuführen, die nicht dem deutschen Besteuerungsrecht unterliegen. Wie Sie mitteilen, halten sich die Arbeitnehmer länger als 183 Tage im Ausland auf, so dass iSv. Art. 15 Abs. 2 Doppelbesteuerungsabkommen (DBA-OECD Musterabkommen) grundsätzlich dem Arbeitsstaat das Besteuerungsrecht zukommt. Es kann aber selbstverständlich sein, dass durch die Auslandstätigkeit eine Lohnsteuerpflicht für den anderen Staat besteht, so dass die Aussage Ihres Arbeitgebers so pauschal nicht richtig ist, insbesondere wenn er im Ausland auch über eine Betriebsstätte verfügt.
2. Dies ergibt sich zum einen aus § 38 EStG, § 1 EStG und den DBAs sowie den Gesetzen des jeweiligen Tätigkeitsstaates.
3. Es besteht eine Fürsorgepflicht. Der Arbeitgeber ist zudem an die Gesetze gebunden.
4. Nein.
5. Sie können versuchen, dass ist in der Praxis durchaus üblich, dass der Arbeitgeber ein Teil der Kosten für den Steuerberater bzw. die Mehrkosten trägt. Dies kommt auf Ihr Verhandlungsgeschick an.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ gerne zu Verfügung oder auch im Rahmen einer Mandatserteilung; am besten per mail: info@kanzlei-hermes.com.

Mit besten Grüßen

RA Hermes


Nachfrage vom Fragesteller 17.03.2007 | 19:37

Sehr geehrter Herr Hermes,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Zunächst möchte ich Ihnen Mitteilen, dass ich unter Würdigung Ihrer Wochenendarbeit meinen Einsatz entsprechend Erhöht habe.

Ihre Antwort ruft bei mir jedoch einige Fragezeichen hervor.

Zum einen verstehe ich Ihre Ausführungen so, dass die Firma hier zwar nicht unbedingt fair aber dennoch korrekt verfährt. Zum anderen führen Sie aus, dass die Aussage/Einstellung des Arbeitgebers so pauschal nicht richtig ist.

Wie kann ich nun mit Ihren Ausführungen umgehen? „Ich bin so schlau wie vorher“.

P.S. Der Tätigkeitsstaat ist England; Eine Betriebstätte, Auslandsbüro oder ähnliches besteht nicht.


Mit besten Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 17.03.2007 | 19:37

Sehr geehrter Herr Hermes,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Zunächst möchte ich Ihnen Mitteilen, dass ich unter Würdigung Ihrer Wochenendarbeit meinen Einsatz entsprechend Erhöht habe.

Ihre Antwort ruft bei mir jedoch einige Fragezeichen hervor.

Zum einen verstehe ich Ihre Ausführungen so, dass die Firma hier zwar nicht unbedingt fair aber dennoch korrekt verfährt. Zum anderen führen Sie aus, dass die Aussage/Einstellung des Arbeitgebers so pauschal nicht richtig ist.

Wie kann ich nun mit Ihren Ausführungen umgehen? „Ich bin so schlau wie vorher“.

P.S. Der Tätigkeitsstaat ist England; Eine Betriebstätte, Auslandsbüro oder ähnliches besteht nicht.


Mit besten Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.03.2007 | 10:35

Vielen Dank für Ihre Nachfrage und die nachträgliche Erhöhung Ihres "Einsatzes".
Aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) zwischen Deutschland und UK werden Sie aufgrund des mehr als 183 Tage dauernden Aufenthalts grundsätzlich in UK steuerpflichtig. Ich gehe davon aus, dass Ihr Unternehmen, bei dem Sie angestellt sind, für die Zeit der Entsendung eine Freistellung von der Lohnsteuer in Deutschland bei dem Betriebstättenfinanzamt erwirkt hat, da der Lohn brutto/netto ausbezahlt wird. Ihr im Inland, also in Deutschland, bezogener Arbeitslohn ist somit vom deutschen Lohnsteuerabzug freigestellt. Das Vorgehen Ihres Arbeitgebers wäre insoweit korrekt.

Mit besten Grüßen

RA Hermes

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