Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Einkommensteuer 2015; 254 Tage auf Kreuzfahrtschiff (Agentur in Monaco)

| 09.03.2017 21:32 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alex Park, LL.B.


Guten Tag,

ich bin Deutscher und habe Wohnsitz in D.

Die meiste Zeit verbrachte ich 2015 auf einem Kreuzfahrtschiff, als selbständiger Biologe, mit einem Arbeitsvertrag einer Agentur aus Monaco (das Schiff fährt unter Bahamas-Flagge).
Die 254 Tage Arbeitseinsatz waren jedoch nicht durchgehend, sondern auf 5 Einsätze mit durchschnittlich 50 Tagen verteilt. In D war ich nur von 1.-6. Jan., 8.-12. Jan.,16.-17. Jan., 10-24. Apr., 26-27 Apr; 2.-7.Aug, 10-14.Aug und 21.-23. September (44 Tage gesamt). Den Rest der Zeit verbrachte ich in der EU, bzw. über 60 Tage auch im Nicht-EU-Ausland.

Ich habe Ende letzten Jahres mein Einkommen der deutschen Steuer deklariert (zunächst unter Einkommen aus Bahamas, nach Rückfrage dann korrekt aus Monaco), und in keinem anderen Staat.

Ich bekam nun, auf hoher See, einen saftigen Einkommensteuerbescheid, den ich anzufechten gedenke.

Fragen:
a. Habe ich da Hürden zu beachten, Zeit? Formalien? Per E-Post möglich?
b. Welche Begründungen sind möglich? (Auslandstage, Seemann etc.)
c. Kann ich, falls der Widerspruch nicht erfolgreich möglich ist, dem Finanzamt eine Steuererklärung für 2015 aus Monaco "nachreichen", falls Rescherchen ergeben sollten, dass Monaco mich nicht, oder geringer besteuert?
d. Haben Sie andere nützliche Infos für mich? Für 2016 ff stellt sich der Casus erneut so dar.

Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen nach erster summarischer Prüfung der Rechtslage wie folgt beantworten:

a. Gegen den Einkommenssteuerbescheid steht Ihnen das Rechtsmittel des Einspruches zu. Innerhalb eines Monats ab Zugang müssen Sie diesen gegenüber dem Finanzamt erklären.

Haben Sie Ihre Steuererklärung elektronisch über Elster abgegeben, so könnten Sie auch über Elster Einspruch einlegen. Ansonsten per elektronischer Signatur (mit neuem Personalausweis) oder klassisch per Brief/Fax.

b. Hier wäre aus meiner Sicht einzuwenden, dass Sie in Deutschland allenfalls beschränkt steuerpflichtig waren, da Sie in Deutschland keinen Wohnsitz oder ständigen Aufenthalt nach §§ 8, 9 AO inne hatten. Somit wären nur Ihre Einkünfte aus Deutschland auch dort zu versteuern.

c. Mit Monoca hat Deutschland leider kein Doppelbesteuerungsabkommen. So wäre hier eine Doppelbesteuerung Ihrer Einkünfte denkbar. Hier wäre aber eine Anrechnung der ausländischen Steuern nach § 34c Abs. 1 und Abs. 6 EStG denkbar. Somit wäre es in der Tat denkbar, dass Sie in Monaco bezahlte Einkommenssteuer in Deutschland einkommensstenkend geltend machen können.

d. Falls Sie in Deutschland noch gemeldet sind, melden Sie sich ab. Die Meldung hat nur Indizcharakter, dürfte aber dabei helfen eine nur beschränkte Steuerpflicht für die Zukunft darzulegen.

Sammeln Sie Indizien, die belegen, dass Sie außerhalb Deutschland Ihren Lebensmittelpunkt haben (Rechnungen, Mietvertrag etc.)

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Gerne können Sie mich in der Angelegenheit weiterführend unter mail@kanzlei-park.de kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 01.04.2017 | 16:37

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
Jetzt Frage stellen