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Einkommenst. 2014 - Verluste aus Kapitalanlagen in Zukunft mit Gewinnen verrechnen


29.11.2015 14:57 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Florian Bretzel



1. Wo in der Einkommensteuererklärung 2014 werden Verluste aus Kapitalanlagen (z.B. durch Verkauf von Anleihen) eingetragen, die erst in zukünftigen Jahren mit zukünftigen Gewinnen verrechnet werden sollen? (evtl. in KAP Anlage? und welche Zeile?)
Wir möchten Verluste2014 nicht mit Gewinnen 2014 verrechnen, da wir als Rentner 2014 keine oder nur sehr geringe Steuern zahlen werden und 2015 größere Gewinnen angefallen sind. Wir möchten die gesamten Verluste von 2014 in 2015 oder in Folgejahre "mitnehmen" und wie viele Jahre ist es möglich die Verluste mitzunehmen?
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Üblicherweise führt Ihre Depotbank für Sie einen sogenannten "Verlusttopf", in dem die erzielten Verluste (aus Wertpapiergeschäften) angesammelt werden. Dieser Topf bleibt über den Jahreswechsel erhalten, wenn Sie nichts unternehmen. Nur dann, wenn Sie die Verluste steuerlich geltend machen wollen, können Sie bei Ihrer Bank eine Verlustbescheinigung beantragen und die Verluste dann in der Steuererklärung angeben. Dann können Sie diese Verluste mit Gewinnen aus Anlagen bei anderen Banken aufrechnen und so Ihre Steuerlast mindern.

Haben Sie Ihrer Bank für 2014 keinen entsprechenden Auftrag erteilt, sollten Sie auch keine Verlustbescheinigung erhalten haben. Dann wäre von Ihnen in der Erklärung für 2014 auch nichts anzugeben. Fragen Sie doch einmal bei Ihrer Bank nach dem Stand des Verlusttopfes.

Der Vortrag von Verlusten mittels des Verlusttopfes ist zeitlich und betragsmäßig unbegrenzt möglich, § 20 Abs. 6 Satz 4 i. V. m. § 10d Abs. 4 EStG.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 30.11.2015 | 16:15

War nicht ganz klar beantwortet, deshalb als Beispiel: Angenommen wir hätten 2014 €500,- Gewinn und € 2000,- Verlust gemacht. Da wir keine Verlustbescheinigung für 2014 beantragt haben, würde diese also nicht miteinander verrechnet. Wir werden für 2015 eine Verlustbescheinigung beantragen (haben z.B. Gewinn von € 4000,- in 2015), möchten nun von den € 2000,- Verlust aus 2014 nun €1200,- mit dem Gewinn von € 4000,- aus 2015 verrechnen und möchten nun €800,- für folgende Jahre vortragen. Wie und in welche Zeile der Einkommensteuererklärung muss dies eingetragen werden.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.11.2015 | 20:10

Vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Ihre jetzige Schilderung verstehe ich so, dass es Ihnen um die Verrechnungsmöglichkeiten *innerhalb* eines einzigen Depots geht. Ihr Ausgangssachverhalt bezog sich nach meinem Verständnis jedoch auf die steuerliche Verrechnung zwischen *unterschiedlichen* Depots.

Innerhalb *eines* Depots können Sie die Gewinn- und Verlustverrechnung grundsätzlich nicht manuell steuern. Vielmehr gilt hier folgendes: Die Bank erfasst Gewinne und Verluste aus Wertpapiergeschäften separat. Gewinne werden zunächst mit bestehenden Verlusten (aus Verlusttöpfen) verrechnet; sind die Verlusttöpfe erschöpft, führt die Bank eine pauschale Abgeltungssteuer an das Finanzamt ab.

Verbleibt am Jahresende nach Gewinnverrechnung noch ein Verlust (übersteigen also die erzielten Verluste die erzielten Gewinne), wird dieser in einem Verlusttopf erfasst. Dann geht es weiter, wie in meiner Ausgangsantwort geschildert: Diesen Verlusttopf können Sie entweder "stehenlassen", dann werden Gewinne aus dem nächsten Jahr automatisch zunächst wieder mit dem Verlusttopf verrechnet. Oder Sie lassen sich den Verlust bescheinigen und nutzen ihn zur manuellen Verrechnung mit Gewinnen aus einem *anderen* Depot. Die Beträge sind dazu in der Anlage KAP in den Zeilen 14-18 einzutragen (im Formular für 2014).

Aber wie gesagt: das Ganze funktioniert nur, wenn Gewinne und Verluste in unterschiedlichen Depots anfallen. Wollen Sie die steuerliche Behandlung also "manuell" steuern, müssten Sie einzelne Wertpapiere in unterschiedliche Depots bei verschiedenen Banken übertragen. Ansonsten erfolgt die Verrechnung und steuerliche Behandlung nach dem geschilderten Automatismus.

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