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Einkommenssteuerpflicht bei Entsendung ins Ausland / 180 Tage

07.05.2009 11:04 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Ich bin seit Januar 2007 fuer eine deutsche Organisation als Auslandsmitarbeiter in ein aussereuropaeisches Land entsandt. Mein Gehalt wird mir seitdem weiterhin in Deutschland gezahlt, ich halte mich jedoch seit Januar 2007 dauerhaft im Ausland auf und habe meinen Wohnsitz in Deutschland aufgegeben.

Seither werde ich in Deutschland mit der Lohnsteuerklasse 0 versteuert (eher: nicht versteuert). Fuer die Jahre 2007 und 08 habe ich keine Lohnsteuererklaerung abgegeben, und fuer die Jahre 2008 und auch bisher 2009 wurden mir meines Wissen keine Lohnsteuerkarten ausgestellt.

Mein Vertrag mit der deutschen Organisation endet am 30.06.2009 und planmaessig werde ich am 01.07.2009 nach Deutschland zurueckkehren und dort meinen Wohnsitz (wieder) anmelden.
Meine Fragen sind:
1)
Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass mein von Januar - Juni (Vertragsende) 2009 bisher steuerfrei bezogenes Einkommen nachtraeglich versteuert werden muss (Stichworte: 180-Tage-Regel? 183-Tage-Regel?)?
2)
Wuerd es eine Rolle spielen, wenn ich ggf. 2-3 Tage spaeter wieder nach Deutschland einreise und/oder offiziell meinen Wohnsitz wieder nach Deutschland verlege?
3)
Wuerde es eine Rolle spielen, falls ich spaeter in diesem Jahr, etwa ab Okt/Nov 2009, ausreise und wieder eine dauerhafte Taetigkeit im aussereuropaeischen Ausland (allerdings in einem anderen Land als dem jetzigen) annehme?
4)
In Deutschland werde ich ab Juli 2009 zunaechst Uebergangsgeld meines jetzigen Arbeitgebers und ALG in Anspruch zu nehmen. Gaebe es Auswirkungen (insbesondere bei der unter 2. geschilderten Option) auf meine Ansprueche?

Mit besten Gruessen
TB

07.05.2009 | 13:01

Antwort

von


(413)
Stiller Winkel 3
18225 Kühlungsborn
Tel: 038293/432783
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Sehr geehrter Fragesteller,

herzlichen Dank für Ihre Fragen und das damit entgegengebrachte Vertrauen.

Sie sind dann in Deutschland unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig, wenn Sie nach der Abgabenordnung (AO) in Deutschland einen Wohnsitz (§ 8 AO ) oder Ihren gewöhnlichen Aufenthalt (§ 9 AO ) haben.

Gem. § 1 EStG sind Sie unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig, wenn Sie im Inland einen Wohnsitz (§ 8 AO ) oder Ihren gewöhnlichen Aufenthalt (§9 AO ) haben. Da Sie derzeit einen Wohnsitz unterhalten, sind Sie somit in Deutschland unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig.

Sofern Sie in Deutschland wieder Ihren Wohnsitz ab Mitte des Jahres nehmen, untreliegen Sie somit auch der unbeschränkten Steuerpflicht ab diese Zeitraum. Die 183-Tage-Regelung würde her smit gar nicht eingreifen, da diese nur dann zum Tragen kommt, wenn Sie einen Wohnsitz im fraglichen Steuerjahr nicht in Deutschland haben.

Vielmehr würde eine Trennung nach dem jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) mit dem anderen Staat vorgenommen werden und die ausländischen Einkünfte würden in Deutschland steuerfrei gestellt und unterliegen dann dem sog. Progressionsvorbehalt.

Somit gilt auch für Ihre nächsten Fragen, wenn Sie einen Wohnsitz in Deutschland innehaben. Werden Sie unabhängig von der Anzahl der in Deutschland verbrachten Tage auch wieder steuerpflichtig. Verhindern könnten Sie dies nur, wenn Sie in Deutschland keinen Wohnsitz nehmen würden, sondern sich in Deutschland nach § 9 AO nur aufhalten würden, zB. zu Arbeitszwecken. Sodann würde auch die 183-Tage-Regelung anwendbar sein.

Diese bedeutet wiederum, wenn Sie sich mehr als 183 Tage in Deutschland aufhalten, so haben Sie auch Ihren gewöhnlichen Aufenthalt hier. Sofern Sie also 183 Tage sodann in Deutschland verbringen, würde auch eine Besteuerung vorgenommen werden. Allerdings gelten auch dann die Voraussetzungen des jeweiligen DBA.

Hinsichtlich der Wohnsitzverlegung würde es, wie o.g. keinen Sinnn achen, 2 oder 3 Tage später einzureisen, jedoch in punkto gewöhnlichen Aufenthalt. Hier würde auch Ihre 3. Frage relevant sein, da, wenn Sie sich nicht mehr in Deutschland aufhalten, auch keine Tage der entsprechenden Regelung hinzugerechnet werden können.

Grds. ergeben sich keine Auswirkungen auf Ihre 2. Frage bei dem Bezug von Übergangsgeld oder ALG.

Ich hoffe, Ihre Fragen vorerst hilfreich beantwortet zu haben und stehe Ihnen gerne weiterhin zur Verfügung, gerne uch Imr Rahmen der kostenfreien Nachfrage.


Rechtsanwalt Christian Joachim

ANTWORT VON

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