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Einkommenssteuer bei ausländischem Wohnsitz (Schweiz)

| 26.05.2019 23:58 |
Preis: 75,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Aufnahme einer Beschäftigung in Deutschland bei Wohnsitz und weiterem Arbeitsverhälntis in der Schweiz, steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Folgen

Ich bitte um Klärung der steuerlichen Situation.

Ich bin seit 2015 mit meiner Frau verheiratet. Ich bin Deutscher, arbeite und wohne in Deutschland. Meine Frau ist Schweizerin, wohnt und arbeitet in der Schweiz. Wir sehen uns regelmäßig jede 2. Woche, wenn Sie hier in Deutschland zu Besuch ist. Wir haben keine Kinder. Wir werden in Deutschland und in der Schweiz jeweils mit einer Progression steuerlich veranlagt.

Jetzt möchte meine Frau ab September eine Teilzeitstelle in Deutschland aufnehmen. Ihr Haupteinkommen soll nach wie vor in der Schweiz bleiben. Das Verhältnis Haupteinkommen zu Nebeneinkommen ist ca. 3:1. Ihr Hauptwohnsitz Schweiz soll aufrecht erhalten werden. Sie muss mit ihrem schweizer Gehalt die Miete und Ausbildung ihrer Kinder absichern.

Wie verhält sich der Sachverhalt aus dt. steuerlicher Sicht? Muss meine Frau damit rechnen, in Deutschland Steuer- und Sozialabgaben zu entrichten? Dass ihr deutsches Einkommen hier besteuert wird, dürfte klar sein. Besteht ein Risiko, dass die Konstellation kippt und das deutsche Finanzamt auch das schweizer Gehalt besteuert?

Sie zahlt momentan in der Schweiz ihre Abgaben in Krankenkasse, Pensionskassen u. AHV. Muss sie auch in Deutschland zukünftig Abzüge in die hiesige Rentenkassen, Arbeitslosenversicherung und Krankenkasse entrichten? Falls dies so wäre, so wäre sie doppelt versichert. Es existiert ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz.

Meine Frau fällt nicht in die Kategorie „Grenzgänger".

Besteht die Möglichkeit, sich auf deutscher Seite von den deutschen Sozialabgaben befreien zu lassen?

Wäre es aus steuerlicher Sicht für meine Frau sinnvoll, bei mir in Deutschland einen Zweitwohnsitz zu melden?

Vielen Dank für Ihre Hilfe.
27.05.2019 | 10:40

Antwort

von


(31)
Sander Wietfeld-Ring 7
33102 Paderborn
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen gern und verbindlich wie folgt beantworten:

1) Steuerrecht

Das Besteuerungsrecht wird gemäß dem Doppelbesteuerungsabkommen immer nur einem Staat zugewiesen. Vorliegend dürfte das Schweizer Einkommen weiter in der Schweiz zu versteuern sein, während das neue Einkommen aus der Tätigkeit in Deutschland dem Besteuerungsrecht Deutschlands unterliegen dürfte. Dies gilt immer dann, wenn die Tätigkeit nur jeweils in dem Land ausgeübt wird, in dem der Arbeitgeber seinen Sitz hat. Also Tätigkeit in der Schweiz für einen Schweizer Arbeitgeber und neue Tätigkeit in Deutschland ausgeübt für Arbeitgeber mit Sitz in Deutschland.

Sollte Ihre Ehefrau für einen Arbeitgeber in einem Land tätig werden, der nicht zugleich Sitz dieses Arbeitgebers ist, könnte eine andere Beurteilung der Besteuerungsrechte notwendig werden. Für den Fall benötige ich dann genauere Information über die genauen Tätigkeitsorte und Anzahl der Arbeitstage.

Wenn ich Ihre Ausführungen richtig verstehe, werden Sie in beiden Staaten gemeinsam in der Zusammenveranlagung von Eheleuten besteuert. Hieran ändert das neue Beschäftigungsverhältnis nichts, sie müssen nur die zutreffende Lohsteuerklasse in Deutschland für Ihre Frau beantragen, falls noch nicht geschehen.

Die Anmeldung eines Zweitwohnsitzes ist nicht erforderlich oder günstiger. Bei einem Wohnsitz in beiden Staaten würde das DBA für die Bestimmung der steuerlichen Ansässigkeit auf den Mittelpunkt der Lebensinteressen abstellen. Dies dürfte, auch nach der Tätigkeitsaufnahme in Deutschland, für Ihre Frau in der Schweiz sein, wenn dort ihre Kinder, Hauptarbeitgeber sich befinden und überwiegende Aufenthaltszeiten dort stattfinden.


2) Sozialversicherungsrecht

Im Verhältnis zwischen Deutschland und der Schweiz greift das EU Abkommen über die Anwendung der Vorschriften der sozialen Sicherheit. Diesem ist die Schweiz beigetreten.

Hier gilt das Prinzip, dass immer nur die Vorschriften über Sozialversicherungen eines Landes zur Anwendung kommen dürften. Eine Aufteilung, wie zuvor bei der Besteuerung, ist nicht vorgesehen.

Hier gilt für Ihre Konstellation folgende Zuordnung: Wird ein Arbeitnehmer für mehrere Arbeitgeber in mehreren Staaten tätig, unterliegt er dem Sozialversicherungsrecht seines Wohnsitzstaates, wenn er dort wesentlich (mehr als 25% seiner Arbeitszeit) tätig ist. Dies dürfte hier für Ihre Ehefrau ja gelten und auch hier wäre ein deutscher Nebenwohnsitz nicht hilfreich für das gewünschte Ergebnis.

Zur Vermeidung der Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen ist im Wohnsitzstaat eine A1-Bescheinigung zu beantragen, die rechtsverbindlich für alle Staaten das anzuwendende Sozialversicherungsrecht festlegt. Diese Bescheinigung ist dem deutschen Arbeitgeber vorzulegen, sodass er das Gehalt sozialversicherungsfrei auszahlen kann. Für die Bantragung ist die Schweizer Krankenversicherung oder folgende Verbindungsstelle zu kontaktieren: https://www.kvg.org/



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.



Mit freundlichen Grüßen

Nils Hoefer
Rechtsanwalt und Steuerberater


Rechtsanwalt Nils Hoefer

Bewertung des Fragestellers 29.05.2019 | 11:08

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