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Einkommenssteuer bei Grundstückverkauf

| 27.04.2013 14:05 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle


Zusammenfassung: Privates Veräußerungsgeschäft als sonstige Einkünfte in der Einkommensteuer unter Berücksichtigung der positiven Einkünfte, der 10 Jahresfrist und weiterer Privilegierungen

Ich habe von meinem Vater vor mehr als 10 Jahren die ihm gehörende Hälfte eines Grundstückes nebst darau stehedem Haus übertragen bekommen. Die andere Hälfte gehörte meiner Mutter, die mir ihre Hälfte vor 3 Jahren übertragen hat. Ich meinerseits möchte das Grundstück an meinen Bruder verkaufen. Muss ich in diesem Fall Einkommensteuer bezahlen, wenn der Verkaufpreis unter dem Wert liegt, der in den Übertragungsurkunden angegeben ist. Der angegebene Wert in den Urkunden entspricht in etwa auch dem tatsächlichem Wert von Grundstück und Haus.

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich unter Berücksichtigung des verminderten Einsatzes, mit dem Sie eine allgemein gehaltene Stellungnahme ohne detaillierte Ausführungen gewählt haben, wie folgt Stellung:

Vorliegend handelt es sich um ein sog. Privates Veräußerungsgeschäft, welches in Bezug auf Grundstücke den Regelungen des § 23 Abs. Nr. 1 EStG unterfällt.
Die Erlöse (Anschaffungspreis – Verkaufspreis – Aufwendungen für den Verkauf = Ertrag/Erlös) sind sonstige Einkünfte nach § 2 Abs. 1 S. 1 Nr. 7 EStG und entsprechend als Einkommen zu versteuern. Soweit der Verkaufspreis unter den Anschaffungswerten liegt werden hier keine positiven Einkünfte zu versteuern sein, so dass keine Einkommensteuer zu entrichten ist.

Selbst bei einer Betrachtung der einzelnen Haushälften würde man zu dem Ergebnis kommen müssen, das hier positive Einkünfte dieser Art mit den Verlusten der gleichen Art entgegengehalten werden können.
In Satz 3 der Vorschrift räumt darüber hinaus noch eine Privilegierung; ausgenommen sind Wirtschaftsgüter, die im Zeitraum (10 Jahre Satz 1) zwischen Anschaffung oder Fertigstellung und Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden.

Soweit es sich also um selbstgenutzte (oder von nahen Familienangehörigen genutzte) Grundstücke handelt, sind Sie ganz aus der Verpflichtung dieser Einkunftsart heraus.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wehle, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 27.04.2013 | 18:52

zunächst vielen Dank für die Antwort. Können Sie mir bitte noch mitteilen, ob es sich im von mir beschriebenen Fall beim Anschaffungspreis um den Wert von Grundstück nebst Bebauung handelt, der in den Übertragungsurkunden genannt wird? Wenn nicht, wie ist Anschaffungspreis dann definiert. Außerdem interessiert mich die Rechtsgrundlage für Ihre Aussage "... oder von nahen Familienangehörigen genutzte Grundstücke handelt".

Besten Dank und viele Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.04.2013 | 19:16

Sehr geehrter Fragesteller,

die Bebauung eines Grundstückes ist nach § 94 BGB wesentlicher Bestandteil dessen. Sie gehört von daher zur Immobilie.

Zu eigenen Wohnzwecken wird ein Gebäude auch genutzt, wenn zum Beispiel die Eltern darin eine Wohnung unentgeltlich nutzen und der übrige Gebäudeteil groß genug ist, um vom Steuerpflichtigen und seiner Familie selbst bewohnt zu werden. Eigenen Wohnzwecken dient eine Wohnung auch, wenn sie lediglich von einem Kind bewohnt wird, für das ein Anspruch auf Kindergeld bzw. Kinderfreibetrag besteht.
Hinweis: Die vollständige unentgeltliche Überlassung der Wohnung an die Eltern oder andere Verwandte ist allerdings nicht begünstigt. Von der Vergünstigung ausgenommen ist auch die Überlassung der Wohnung an ein Kind, für das kein Kindergeldanspruch mehr besteht. BMF, Schreiben v. 5.10.2000, BStBl 2000 I

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

Bewertung des Fragestellers 29.04.2013 | 21:05

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"Anfrage wurde umfassend beantwortet. Beantwortung der Nachfrage erfolgte leider nicht in gleicher Qualität. "
Stellungnahme vom Anwalt:
Vielen Dank für die Bewertung. Die Beantwortung erfolgte unter Berücksichtigung Ihres verminderten Einsatzes. Außerhalb dieses Portals wäre in dieser Angelegenheit die Erstberatungsgebühr nach § 34 RVG iHv. 190 Euro zzgl. Mehrwertsteuer zu erheben. Ihre Nachfragen bezogen sich auf die Fragen, ob die Bebauung zum Grundstück gehöre (Ja, § 94 BGB) und nach der Rechtsgrundlage zur Aussage der nahen Familienangehörigen (Schreiben des Bundesministeriums für Finanzen a.a.o.
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