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Einheitspreisvertrag nach VOB/B

16.08.2008 18:15 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Hallo,

Anfang Mai 2008 habe ich einen Malerbetrieb beauftragt an meinem Wohnhaus ein Wärmedämmverbund System anzubringen.
Der Malermeister war damals vorort und hat für die Angebotserstellung alles aufgemessen.
Da die beiden Giebel meines Hauses nur über die Nachbardächer zu erreichen sind konnte er dort kein genaues Aufmaß zur Massenermittlung nehmen und musste dort nun schätzen.
Hier vermerkte er auf seinem Angebot das die angegebenen Massen Cirkaangaben sind.
Vereinbart wurde ein Einheitspreisvertrag nach VOB/B.
Nun sind alle Arbeiten erledigt und die Arbeiten wurden von mir ohne Beanstandungen abgenommen.
Jetzt über das Gerüst konnte der Malermeister nun auch die genauen Massen meiner beiden Giebel aufnehmen. Im Angebot veranschlagte er ca. 240qm und jetzt in der Schlussrechnung sind 270qm angegeben. Die Differenz von 30qm soll ich nun bezahlen. Bin ich im Recht, wenn ich darauf bestehe den Angebotsbetrag zahlen zu wollen?

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Guten Tag,

Einen Einheitspreisvertrag vorausgesetzt, der die Regel ist, müssen Sie nur eine Überschreitung von mehr als 10% des Mengenvordersatzes bezahlen (§ 2 Ziff. 3 Abs. 1 u. 2 VOB/B).

Der Unterschied zwischen 240 m² und 270 m² beträgt 12,5%. Das heißt, Sie müssen nur eine 2,5% höhere Vergütung zahlen. Soweit allerdings nur eine erste Schätzung: Die genaue Berechnung müsste anhand der vereinbarten Vergütung und Einbeziehung aller Mehr- und Minderkosten (z. B. aufgrund der größeren Fläche Mengenrabatt beim Materialeinkauf) erfolgen.

Die volle Differenz müssten Sie nur dann zahlen, wenn Sie die Mehrarbeiten angeordnet hätten. Wenn Sie der Auftragnehmer aber während der Ausführung der Arbeiten nicht über den Mehraufwand informiert und keine Anordnung abgewartet hat, ist die Mehrleistung bis 110% sein Risiko.


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt


_______________
ra-juhre@web.de

Nachfrage vom Fragesteller 16.08.2008 | 19:58

hallo und danke für ihre antwort, jedoch verstehe ich den von ihnen genannten §2 Abs. 3 (1) so das wenn nicht mehr als 10% überschritten wird der vereinbarte Einheitspreis gilt. hier verstehe ich dann den preis pro qm! erst bei mehr als 10% überschreitung kann auf verlangen eine neue preisberechnung angeordnet werden.

oder habe ich das jetzt falsch verstanden?
das würde dann bedeuten die 10% muss ich zahlen und für die restlichen 2,5% kann ein neuer einheitspreis vereinbart werden oder wie?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.08.2008 | 20:33

Die Berechnung müsste so aussehen:

(Vergütung auf Grundlage 270 m²)

minus

(Vergütung auf Grundlage 240 m² * 1,1)

= x

Diese Differenz kann verlangt werden. Evtl. Minder- und Mehrkosten nicht einkalkuliert.

Beispiel:

ursprünglicher Preis 7.000 EUR

verlangter Endpreis 8.000 EUR

Rechnung: 8.000 - (7.000 * 1,1) = 8.000 - 7.700 = 300 EUR.

Die 300 könnten zusätzlich verlangt werden, also insgesamt 7.300 EUR.


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt

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