Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Einfriedung auf Grundstücksgrenze, Nachbar existiert noch nicht

30.04.2019 12:42 |
Preis: 30,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Zusammenfassung: Einfriedung NRW

Hallo,

ich habe in einem Neubaugebiet (NRW) ein Haus gebaut und möchte möglichst auf den Grundstücksgrenzen eine Einfriedung errichten, z.B. einen Zaun oder eine Hecke.
Da das Haus schon bezogen ist und wir Kinder haben, die den Garten nutzen sollen, und im Neubaugebiet noch viele Baustellen betrieben werden, möchten wir schnellstmöglich die Grenzen einfrieden.

Zu einer der Grundstücksseiten hin befindet sich ein unbebautes Grundstück. Das Grundstück gehört der Stadt, man sucht noch nach einem Käufer. Unser Grundstück war zuvor ebenfalls im Besitz der Stadt. Im notariellen Kaufvertrag wurde festgehalten, dass die Verkäuferin bzw. Stadt von Pflichten aus dem Nachbarschaftsgesetz ausgenommen wird.
Dh. nach meiner Auffassung, ich habe aktuell keinen Ansprechpartner, um die Grenzgestaltung abzustimmen, geschweige denn die Kosten dafür zu teilen.

1) Kann ich eine Einfriedung jetzt im Frühjahr auf der Grenze erstellen oder darf ich dies Mangels Ansprechpartner nicht und müsste diese auf meiner Grundstücksseite erstellen?
Muss ich damit rechnen, nach Verkauf des Nachbargrundstücks die Einfriedung wieder entfernen zu müssen, sofern diese auf der Grenze steht und z.B. nicht gefällt?
2) Muss der noch zu findende Käufer des Nachbargrundstücks nachträglich die Kosten für die gemeinsame Einfriedung mittragen?
3) Falls ich warten würde, bis das Grundstück verkauft wurde: Muss sich der neue Eigentümer zeitnah äußern, wie er die Grenze gestaltet haben möchte oder kann ich dies im zweifelsfall selbst festlegen? Welchen Kostenersatz darf man dann erwarten (50:50)?
Ich gehe in diesem Szenario davon aus, dass die Grenzgestaltung für den Käufer kein dringliches Thema sein dürfte, wenn er das Grundstück frisch erworben hat.

Danke für Ihre Einschätzung.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich regelt sich die Einfriedung in Ihrem Nachbarschaftsgesetz. Z.B. sind in NRW Zäune oder Mauern bis 1,20 m zulässig (§35), es sei denn, ortsüblich ist etwas anderes geregelt.

Achten Sie daher darauf, dass Sie eine ortsübliche Wahl treffen, ggf. gibt es hier Regelungen Ihrer Stadt oder Gemeinde.

Dies ist nicht zulässig, wenn diese nicht ortsüblich sind (§34).

Die Normen hierzu finden sich in den §§ 32 bis 39 des Nachbarrechtsgesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen.

Dies ist wie folgt zu errichten:
§ 36 (Fn 4)
Standort der Einfriedigung
(1) Die Einfriedigung ist auf der Grenze zu errichten, wenn sie
a) zwischen bebauten oder gewerblich genutzten Grundstücken
oder
b) zwischen einem bebauten oder gewerblich genutzten und einem Grundstück der in § 32 Abs. 2 genannten Art liegt.
In allen übrigen Fällen ist sie entlang der Grenze zu errichten.
(2) Die Einfriedigung muß von der Grenze eines Grundstücks, das außerhalb eines im Zusammenhang bebauten Ortsteils liegt und nicht in einem Bebauungsplan als Bauland festgesetzt ist, 0,50 m zurückbleiben, auch wenn ein Verlangen nach § 32 Abs. 1 Satz 1 oder § 33 nicht gestellt worden ist. Dies gilt nicht gegenüber Grundstücken,
a) die in gleicher Weise wie das einzufriedigende bewirtschaftet werden oder
b) für die nach Lage, Beschaffenheit oder Größe eine Bearbeitung mit landwirtschaftlichem Gerät nicht in Betracht kommt.
(3) Absatz 2 Satz 1 gilt nicht, wenn die Einfriedigung bei Inkrafttreten dieses Gesetzes vorhanden ist und ihr Abstand dem bisherigen Recht entspricht.
(4) Der Anspruch auf Beseitigung einer Einfriedigung, die einen geringeren als den nach Absatz 2 vorgeschriebenen Abstand einhält, ist ausgeschlossen, wenn der Nachbar nicht binnen drei Jahren nach der Errichtung Klage auf Beseitigung erhoben hat.
(5) Wird eine Einfriedigung, mit der ein geringerer als der nach Absatz 2 vorgeschriebene Abstand eingehalten wird, durch eine andere ersetzt, so gilt Absatz 2.
(6) Ist die nicht auf der Grenze zu errichtende Einfriedigung eine Hecke, so sind die für Hecken geltenden Vorschriften des XI. Abschnitts anzuwenden.


Da Sie noch keinen Nachbarn haben, im Prinzip im Gesetz es andersherum geregelt ist, dass der Nachbar die Einfriedung verlangen kann, können Sie natürlich warten, bis der es verlangt. Dann sind Sie auf der sicheren Seite, zumal Sie dann die Einfriedung absprechen können. Dreht man die Regelung um, dann können Sie freiwillig errichten, müssen aber darauf achten, dass Sie den Zaun ggf. höher oder geringer machen müssen, wenn der Nachbar dies verlangt.


Wenn es Sie also nicht stört, würde ich zur Sicherheit lieber warten.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70465 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnelle, kompetente und ausführliche Beratung! Dankeschön!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Habe etwas gewartet auf die Antwort, aber mein Angebot von € 25 war ja auch das Minimum, das man bieten kann, da stürzt sich nicht jeder Anwalt sofort darauf. Alles OK, ganz gutes System. Wer es sehr eilig hat, muss halt etwas ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank, Sie haben mir sehr geholfen! ...
FRAGESTELLER
Jetzt Frage stellen