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Einfriedung SH (flensburg)


07.05.2018 13:42 |
Preis: 50,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von



Sehr geehrte Damen und Herren,
Auf unsere Frage ob sie Einfriedung wollen haben unsere Nachbarn geantwortet dass es für sie völlig egal ist was für eine Einfriedung wir machen, sie nehmen jedenfalls kein Anteil daran. Die Länge die wir einfrieden möchten gehört zur Hälfte der Zufahrt (bepflastert) an, so dass es uns nicht möglich ist/war eine lebende Einfriedung zu Pflanzen. Also haben wir am Anfang gewartet das unsere Nachbarn eine Hecke auf ihrer Seite direkt neben Pflaster pflanzen. Als es durch ein Gespräch klar geworden ist dass sie dort gar keine Einfriedung möchten sondern ein Beet, haben wir gesagt dass wir einen geschlossenen Zaun 1,80m machen werden, und zwar über die gesamte Länge d. h. einschließlich Gartenbereich. Daraufhin antworteten sie dass sie zwar im Gartenbereich keinen Zaun sondern eine Hecke möchten, aber wenn wir einen Zaun wollen können sie nichts dagegen tun, also ja aber sehr ungern... . Nun haben wir ende letzten Sommer (direkt nach dem Gespräch) Gartenzaun, in Farbe dunkelbraun mit Alu-Pfosten, für die komplette Länge gekauft und zeitlich nur die Hälfte geschafft zu machen (Hälfte entlang der bepflasterten Zufahrt). An der Stelle erwähnt: unsere Hauseingangstür ist seitlich so dass wir beim Rausgehen aus dem Haus direkt ins Wohnzimmer der Nachbarn gucken (es war kein schöner Anblick als sie gerade auf der Sofa geschlechtsverkehrten, Gardinen und Co möchten sie nicht...). Der Winter ist nun vorbei und jetzt möchten wir den Zaun zu Ende bauen, doch als Pfostenlöcher schon da waren kamen die Nachbarn angerannt und meinen dass wir es nicht machen dürfen, das wollen sie nicht, das geht so nicht, ihr dürft nur Zaunhöhe von 1,20m, und sie werden alles tun um das Entstehen eines Zauns im Gartenbereich zu verhindern. Zu Ortsüblichkeit der Einfriedung: viele unsere Nachbarn haben geschlossene, meist schwarze oder dunkelbraune, Zäune von 1,80m Höhe. Ansonsten ist eine lebende Einfriedung aus Buchenhecke üblich, diese kommt öfter vor (ca. 2/3). Nun Fragen:
1) Dürfen wir einen geschlossenen Zaun ähnlich wie die anderen Nachbarn aufstellen ohne Erlaubnis der "Problem-Nachbarn"?
2) ist das richtig dass solange unsere Nachbarn die Einfriedungspflicht nicht verlangen wir nach Belieben (aber ortsüblich) einfrieden dürfen?
3) wäre unser Zaun ortsüblich?
4) Welche Höhe darf er haben (gewünscht 1,8m)?
5) müssen wir die Höhe 1,8m genehmigen lassen? (laut §63 Abs. 7 Landesbauordnung)
6) dürfen wir 1,5m ohne Genehmigung (Landesbauordnung)?
7) wenn unser Nachbar eine Genehmigung einholt für seine gewünschte Hecke, können wir trotzdem Zaun machen; ist es generell so dass wer zu erst Genehmigung stellt der darf "Seins" machen?

MfG
07.05.2018 | 16:00

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

1. Sie können durchaus einen geschlossenen Zaun nach Art der anderen Nachbarn errichten. Jedoch müssen Sie gegebenenfalls nachweisen, dass der Zaun ortsüblich ist.

2. Entscheidend ist § 28 Absatz 2 des schleswigholsteinischen Nachbarschaftsgesetzes. Danach müssen die Nachbarn bei der Errichtung kooperieren und müssen auch einen Anteil der Kosten tragen. Ein Widerspruchsrecht haben diese nicht.

3. Ortsüblich kann nur vor Ort festgestellt werden. Wenn aber viele Nachbarn solche Zäune haben, ist es ortsüblich.

4. 1.8 Meter ist möglich, bedarf dann aber der Baugenehmigung.

7. Nein, wenn der Nachbar bereits eine Genehmigung hat, können Sie keine mehr bekommen. Sie müßten den Zaun dann etwas von der Grenze entfernt errichten und könnten dann eine eigene Genehmigung beantragen.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt



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