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Einfamilienhaus nach Scheidung


30.05.2005 19:10 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag,

seit einem dreiviertel Jahr bin ich geschieden. Wir beide sind zu gleichen Teilen seit 2000 Eigentümer eines neugebauten Einfamilienhauses das derzeit von mir allein bewohnt wird.
Innerhalb unserer Ehe hatten wir Zugewinngemeinschaft vereinbart. Die Raten für das Haus wurden vom gemeinsamen Konto getilgt. Der Kredit läuft immer noch auf beider Namen.
Wir bekamen Eigenheimzulage, die wir allerdings für 2004 zurückzahlen mussten, da die Anspruchsvorraussetzungen weggefallen waren. Das Haus war nicht Bestandteil der Scheidungsverhandlung.

Meine Frau zog aus unserem Haus innerhalb des Trennungsjahres aus. Sie beteiligte sich noch drei Monate an der Finanzierung.
Während unserer Trennung ( ab ca. 6 Monate vor der Scheidung) vereinbarte ich mit meiner damaligen Frau, das ich das Haus solange wie möglich bewohnen, d.h. solange ich die gemeinsamen Kreditverpflichtingen und alle das Haus betreffenden Kosten allein tragen kann. Ich teilte unserem Kreditinstitut mit, das sämtliche Raten von meinem Konto abgebucht werden sollen. Nebenkosten sowie Sonderausgaben ( Sanierung Strasse) werden von mir ebenfalls bezahlt. Gleichzeitig sollte ich mich um den Verkauf kümmern. Nach mehrmaligen vergeblichen Versuchen habe beschlossen, dass ich vorausgesetzt Zustimmung der finanzierenden Bank, das Haus auch weiterhin allein finanzieren und bewohnen möchte. Es soll eine Übertragung im Grundbuch nur noch auf meine Person erfolgen. Jetzt befürchte ich finanzielle Nachteile.

Meine Frage lautet: Welche Ansprüche kann meine Ex mir gegenüber geltend machen und wenn wir uns diesbezüglich nicht einigen, muß ich das Haus dann verkaufen ?
30.05.2005 | 19:43

Antwort

von


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Sehr geehrter Rat suchender,

Zunächst möchte ich nicht Ihre Anfrage bedanken.

Es gibt in Bezug auf die Immobilie zweierlei zu beachten:
1. Zum einen wird Ihnen im Rahmen der Unterhaltsleistungen ein fiktiver Wohnvorteil angerechnet. Da die bei einer Immobilie naturgemäß keinerlei Miete zahlen müssen, wird in den dieses als Wohnvorteil zugerechnet, so dass sie rechnerisch über ein höheres Einkommen verfügen und entsprechender Unterhalt leisten müssen.

2. Da sie während der Ehe im Güterstand der Zugewinngemeinschaft gelebt haben, kann Ihre „Ex“ zum Zeitpunkt der Rechtskraft der Scheidung hin verlangen, dass der erwirtschaftete Zugewinn ausgeglichen wird. Dabei wird ein Vermögensvergleich angestellt. Dabei werden das Anfangs- und das Endvermögen beider Ehegatten verglichen. Übersteigt der Zugewinn des einen Ehegatten den Zugewinn des anderen, so steht die Hälfte des Überschusses dem anderen Ehegatten als Ausgleichsforderung zu. Dabei würden zwar vom Vermögen die Schulden abgezogen. Allerdings würde mit jeder Rate der Vermögenswert des Hauses steigen.
Das heißt, wenn Sie nunmehr die Kreditverpflichtung alleine erfüllen, dass sie dann Gefahr laufen, zum Scheidungszeitpunkt (dieses der Stichzeitpunkt) für das insoweit vergrößerte Vermögen auch noch ausgleichspflichtig zu sein. Natürlich wäre dann auch von Nachteil, wenn sie den Löwenanteil für das Haus bezahlt hätten.

3. Wenn nun eine Übertragung ins Grundbuch vorgenommen werden soll, was nichts anderes als eine Eigentumsübertragung an sie bedeuten würde, müssen Sie Ihre Frau natürlich entsprechend abfinden. Wenn Sie das Geld nicht aufbringen können, könnte im schlimmsten Falle das aus zwangsversteigert werden. Allerdings dürften ja in den fünf Jahren noch nicht extrem hohe Beträge zusammengekommen sein.

Sie sollten aber auf jeden Fall versuchen, eine gütliche Einigung zu erzielen, die allen finanziellen Interessen gerecht wird. Dabei ist generell alles vermögensrechtlich Relevante frei regelbar. Natürlich können Sie auch versuchen, einen Teil des Hauses zu vermieten. Auf jeden Fall sollten Sie versuchen, eine Zwangsversteigerung zu vermeiden und in aller schlimmsten Fall einen Privatverkauf in Ruhe abzuwickeln, da Sie ansonsten viel Geld verlieren werden, da Versteigerungserlöse regelmäßig nicht so einträglich sind.

Von daher kann ich Ihnen nur dringend raten, einen Rechtsanwalt oder Notar aufzusuchen und eine Scheidungsfolgenvereinbarung zu treffen. Dort können sie im übrigen auch Regelungen zur Unterhaltszahlung festlegen. Mehr kann ich Ihnen mangels näherer Anhaltspunkte leider nicht sagen. Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas weiterhelfen und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Hellmann
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Hans-Christoph Hellmann

Nachfrage vom Fragesteller 30.05.2005 | 21:26

Danke für die schnelle Beantwortung. Eine Frage habe ich noch:

Meiner Frau gegenüber bin ich nach der Scheidung nicht zu Unterhaltszahlungen verpflichtet. Allerdings habe ich noch nicht erwähnt,das ich für zwei Kinder mit Unterhaltstitel zur Zahlung verpflichtet bin. Beide Kinder wohnen bei meiner Frau.
Gilt der Wohnvorteil auch bei Unterhaltszahlungen für die Kinder ?

Vielen Dank !

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.05.2005 | 10:41

Sehr geehrter Rat Suchender,

ja, bei dieser fiktiven Hinuzrechnung von (erspartem)Einkommen spielt es keine Rolle, für wen Sie Unterhalt leisten müssen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen wiederum weiterhelfen und verbleibe mit freundlich Grüßen

Hellmann
Rechtsanwalt

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