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Einbürgerung trotz Auslandsaufenthalt?

13.02.2014 17:35 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Zusammenfassung: Einbürgerung im Ausland; öffentliches Interesse

Guten Tag,

ich möchte einen Antrag auf Einbürgerung stellen. Folgende Voraussetzungen u.a. sind erfüllt:
- Rechtmäßiger Aufenthalt in Deutschland von 8 Jahren
- Unbefristetes Aufenthaltsrecht
- Sicherung des Lebensunterhaltes ohne Inanspruchnahme von Leistungen
- B1 Test bestanden
- Einbürgerungstest bestanden
- alle notwendigen Unterlagen sind vorhanden.

Nun, mein Arbeitgeber (ein großes namhaftes Unternehmen) versetzt mich demnächst für 2 Jahre nach China in einer neuen Rolle. Mein deutscher Vertrag bleibt ruhend. Ich habe von meinem Arbeitgeber eine Bescheinigung, die bestätigt, dass es sich in der Tat um einen temporären Auslandsaufenthalt haldelt und dass ich nach dem Ablauf der 2 Jahren wieder nach Deutschland komme.

Die Ausländerbehörde informierte mich telefonisch, dass es so gut wie unmöglich ist, einen Antrag zu stellen und dann im Ausland wohnhaft zu sein: ich müsse in Deutschland anwesend sein, damit man Folgeschritte/Termine vereinbaren kann (wobei dies kein Problem wäre, weil ich dann einreisen kann).

Gibt es eine Gesetzgrundlage, die so was ausdrücklich ausschliesst? Kann ich trotzdem darauf bestehen, dass ich den Antrag stelle und er bearbeitet wird? Die Voraussetzungen dafür habe ich ja erfüllt und mein Lebensmittelpunkt bleibt in Deutschland.

Vielen Dank im Voraus!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Man wird hier leider (fast) nichts machen können - aller Voraussicht nach.

Denn der Hauptwohnsitz muss bei und unmittelbar nach der Einbürgerung in Deutschland liegen.

Hauptwohnung ist die vorwiegend benutzte Wohnung des Einwohners (In Zweifelsfällen ist die vorwiegend benutzte Wohnung dort, wo der Schwerpunkt der Lebensbeziehungen liegt), Nebenwohnung ist jede weitere Wohnung im "Bundesgebiet".

Wie bei allen Aufenthaltstitel für Ausländer gilt:
Der Aufenthaltstitel (der aber Voraussetzung für die Einbürgerung ist) erlischt, wenn der Ausländer aus einem seiner Natur nach nicht vorübergehenden Grunde ausreist oder der Ausländer ausgereist und nicht innerhalb von sechs Monaten oder einer von der Ausländerbehörde bestimmten längeren Frist wieder eingereist ist.

Es könnte allein eine Frist beantragt werden, aber dieses wird die Ausländerbehörde wohl voraussichtlich nicht machen, aber weisen Sie diese einmal darauf hin.

Zudem besteht nach § 14 StAG (Staatsangehörigkeitsgesetz) folgende Möglichkeit:
"Ein Ausländer, der seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland hat, kann unter den sonstigen Voraussetzungen der §§ 8 und 9 eingebürgert werden, wenn Bindungen an Deutschland bestehen, die eine Einbürgerung rechtfertigen."

Eine Einbürgerung gemäß § 14 StAG stellt immer eine Ermessensentscheidung dar, ein Anspruch
auf Einbürgerung besteht nicht.

Sie müssen besondere Bindungen an Deutschland besitzen. Dies kann der Fall sein, wenn Sie zu Deutschland in mehrfacher Hinsicht nähere Beziehungen unterhalten, die insgesamt eine Einbürgerung rechtfertigen.

Beispiele u.a.: bestehende oder frühere
Ehe/Lebensgemeinschaft mit einem Deutschen, längere Aufenthalte in Deutschland, Eigentum an Immobilien oder Wohnung zur eigenen Nutzung in Deutschland, Tätigkeit im deutschen öffentlichen Dienst oder in deutschen Unternehmen.

Vieles erfüllen Sie zwar, aber es besteht dennoch eine große Hürde:
Wenn solche Bindungen vorhanden sind, kann das Bundesverwaltungsamt nach Ermessen einbürgern, wenn im Einzelfall ein öffentliches (staatliches) Interesse an der Einbürgerung festgestellt werden kann.

Ihre persönlichen Wünsche und/oder wirtschaftlichen Interessen an der Einbürgerung können ein
öffentliches Interesse nicht begründen, es ist also leider ein eher seltener Ausnahmefall.

Sie sollten daher Ihren Antrag ausführlich begründen.

Erfahrungsgemäß wird dieser leider jedoch in den allermeisten Fällen abgelehnt werden.

Eines wäre noch denkbar:
Sie ziehen erst eine Weile nach ihrer Einbürgerung ins Ausland.

Sprechen Sie auf jeden Fall mit der Ausländerbehörde die obigen Themen an.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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