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Einbürgerung nach 4-jährigem Auslandsaufenthalt

| 14.05.2009 22:27 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Johannes B. Kagerer


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte mich heute mit folgendem Anliegen an Sie wenden.

Zuerst zur Situation: Ich bin vietnamesischer Staatsangehöriger und werde ab August 2009 für 3 bis 4 Jahre für meinen Arbeitgeber in die USA gehen, um dort zu arbeiten. Dabei erhalte ich eine Job-Rückkehrgarantie. Ich lebe seit 24 Jahren in Deutschland und besitze eine Niederlassungserlaubnis. Meine Frau (hat ebenfalls Niederlassungserlaubnis, ist berufstätig) und meine Tochter werden mitkommen. Die Tochter ist in Deutschland geboren, 14 Jahre alt und geht in die 8. Klasse (Gymnasium). Sie besitzt eine Aufenthaltserlaubnis, die bis zum 16. Lebensjahr befristet ist. Durch die Antwort einer Rechtsanwältin hier auf frag-einen-Anwalt.de weiß ich seit Kurzem, dass die Tochter nach den 3 bis 4 Jahren auf jeden Fall einen Anspruch auf eine Aufenthaltserlaubnis hat und somit kein Problem hat, wieder hier in Deutschland zu leben und zur Schule zu gehen. Auch werden eine Frau und ich die Niederlassungserlaubnis gemäß §51 AufenthG nicht verlieren.

Die Frage betrifft die Einbürgerung: Ich weiß, dass wir (alle 3) schon heute einen Anspruch haben, die deutsche Staatsbürgerschaft zu bekommen, wenn wir einen Antrag stellen würden. Ich weiß nur nicht wie es allerdings in 3 bis 4 Jahren aussieht, also nach dem USA-Aufenthalt. Wie wird die 3- bis 4-jährige Unterbrechung der Aufenthaltserlaubnis gehandhabt? Haben wir noch den gleich Anspruch auf die Einbürgerung wie vor dem Auslandsaufenthalt? Werden die Zeiten vor diesem angerechnet oder beginnt die "Zeitrechnung" von vorn, d.h. wir müssten mindestens weitere 8 Jahre warten? Muss die Tochter dann als Voraussetzung für die Einbürgerung selbst für sich den Lebensunterhalt verdienen oder reicht es, wenn ich ihren Lebensunterhalt sichere?

Vielen Dank im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

ihre Fragen beantworte ich zusammenfassend wie folgt:

Der Einbürgerungsanspruch nach § 10 Abs. 1 S. 1 StAG besteht in der Regel erst dann, wenn der Einbürgerungsbewerber acht Jahre rechtmäßig seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hatte. Grundsätzlich wird gefordert, dass dieser gewöhnliche Aufenthalt ununterbrochen angedauert hat.

Integrationsunschädliche Auslandsaufenthalte unterbrechen den gewöhnlichen Aufenthalt im Inland nicht.

Der gewöhnliche Aufenthalt im Inland wird durch Aufenthalte bis zu sechs Monaten im Ausland nicht unterbrochen. Bei längeren Auslandsaufenthalten besteht er fort, wenn der Ausländer innerhalb der von der Ausländerbehörde bestimmten Frist wieder eingereist ist. (vgl. § 12b Abs. 1 StAG)

Längere Abwesenheitszeiten sind also möglich. Voraussetzung für einen einbürgerungsrechtlich unschädlichen Auslandaufenthalt von mehr als sechs Monaten ist aber, dass die örtlich zuständige Ausländerbehörde eine längere Frist für die Wiedereinreise bestimmt hat und der Bewerber innerhalb dieser Frist auch tatsächlich eingereist ist.

In dem Fall, dass eine Niederlassungserlaubnis durch längerfristigen Auslandsaufenthalt (3- 4 Jahre USA) nicht erlischt, dürfte der gewöhnliche Aufenthalt auch ohne Bestimmung einer Wiedereinreisefrist nicht unterbrochen werden. (vgl. vom Gesetzgeber beabsichtigte Abstimmung des § 12b StAG mit § 51 AufenthG)

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.



Mit freundlichen Grüßen


J. Kagerer
(Rechtsanwalt)

Nachfrage vom Fragesteller 16.05.2009 | 22:23

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Kagerer,

vielen Dank für Ihre Anwort. Meine Nachfrage möchte ich wie folgt formulieren:

Kann ich Ihre Antwort so verstehen, dass - da die Niederlassungserlaubnisse von meiner Frau und mir nach § 51 AufentG nicht erlöschen werden - bei meiner Frau und mir der USA-Aufenthalt keinerlei Einfluss bzgl. Anrechnungszeiten auf eine evtl. spätere Einbürgerung hat?

Und wie ist das bei der Tochter? In dem Fall, dass ihre Aufenthaltserlaubnis unterbrochen wird: Werden die bisherigen 14 Jahre (sie ist ja 14 Jahre alt) vor der Unterbrechung bei einer späteren evtl. Einbürgerung voll oder nur zum Teil (wieviel?) oder überhaupt nicht angerechnet ?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.05.2009 | 22:57

Sehr geehrter Fragesteller,


zu ihrer ersten Nachfrage:


Ja, in der Tat; aus meiner Sicht ist aus der gesetzgeberischen Intention, eine Abstimmung von § 51 AufenthG und § 12b StAG zu erreichen, eine Unterbrechung des gewöhnlichen Aufenthalts nicht gegeben. Eine Bestimmung einer Wiederienreisefrist ist damit nicht
notwendig.
Ich rate aber, noch einen Termin bei der zuständigen Ausländerbehörde wahrzunehmen, um diese Frage auch dort zu erläutern und zu fragen, ob die Ausländebehörde dennoch beabsichtigt hier eine bestimmte Frist für die Wiedereinreise bei längeren Auslandsaufenthalt festzulegen.


zu ihrer zweiten Nachfrage:

wird der Aufenthalt unterbrochen wegen eines der Natur nach nicht nur vorübergehenden Grundes, dürfte eine Anrechnung jedenfalls bis 5 Jahre möglich sein.


Sie können hier auch gerne noch eine Bewertung vornehmen.


Mit freundlichen Grüßen



J. Kagerer
(Rechtsanwalt)

Bewertung des Fragestellers 17.05.2009 | 10:05

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