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Einbürgerung einer russischen Ehefrau

30.05.2016 14:15 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Einbürgerung aus dem Ausland



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Russin und 2003 nach Deutschland gekommen.
Nach zwei Jahren Sprachschule und Arbeit als Au pair habe ich 2005 bis 2012 mein Medizinstudium in Deutschland absolviert.
Von 2012 bis 2014 habe ich in meinem Beruf als Ärztin gearbeitet, zuvor während meines Studiums ebenfalls neben dem Studium.
2013 habe ich meinen deutschen Mann geheiratet und habe mit ihm zwei Kinder, die beide ebenfalls die deutsche Staatsbürgerschaft haben.
Anfang 2014 hatten wir die Möglichkeit beruflich nach Liechtenstein zu gehen und haben dort die Aufenthaltsbewilligung und wohnen dort auch.
Aus persönlichen Gründen möchte ich gerne möglichst bald die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen und hatte hier zunächst viele widersprüchliche Aussagen erhalten, deren Richtigkeit ich mit der Hilfe dieses Forums abklären möchte.

Meine Fragen sind, ob es richtig ist, dass eine Einbürgerung von Liechtenstein aus fast unmöglich ist, weil ich derzeit keine Arbeit in Deutschland habe und/oder meinen 1. Wohnsitz nicht in Deutschland habe? (Ich habe seit 2 Jahren einen festen Arbeitsplatz in Liechtenstein.)
Zur Verbesserung meiner Chancen: reicht es einen zweiten Wohnsitz in Deutschland offiziell angemeldet zu haben, oder muss der Hauptwohnsitz in Deutschland sein?

Die Aussage des zuständigen Amtes für Anträge aus dem Ausland war, dass zur Zeit Einbürgerungsanträge bis zu 2,5 Jahren Bearbeitungszeit dauern. Ist dies aktuell richtig?

Gibt es Möglichkeiten, eine angemessene Bearbeitungszeit der Ämter anzumahnen? Im Internet liest man häufig von sechs Monaten als angemessener Zeitraum?

Würde eine Arbeitsaufnahme in Deutschland (ggf als Grenzgängerin) eine Verbesserung meiner Situation hinsichtlich der Einbürgerung mit sich bringen?

Wie hoch muss aus der Erfahrung her die mindeste Wochenarbeitszeit in Stunden pro Woche sein in Deutschland, damit es vom Amt her anerkannt werden würde? Reicht ein Minijob aus, wenn sonst der finanzielle Hintergrund gegeben ist?

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen






30.05.2016 | 14:48

Antwort

von


(398)
Sachsenkamstr. 21
81369 München
Tel: 08989040989
Web: https://ueberbrueckungshilfe-antrag-stellen.de/
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1….ob es richtig ist, dass eine Einbürgerung von Liechtenstein aus fast unmöglich ist, weil ich derzeit keine Arbeit in Deutschland habe und/oder meinen 1. Wohnsitz nicht in Deutschland habe?
Nein. Für die Einbürgerung wird zwar nicht die Ausländerbehörde, sondern Bundesverwaltungsamt zuständig (die AB wird die Anträge selbst an die BVA weiter leiten) . Im Endergebnis spielt das aber keine Rolle. Denn:
§ 14 StaG
„Ein Ausländer, der seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland hat, kann unter den sonstigen Voraussetzungen der §§ 8 und 9 eingebürgert werden, wenn Bindungen an Deutschland bestehen, die eine Einbürgerung rechtfertigen".

„Beispiele für solche Beziehungen können u.a. sein: bestehende oder frühere
Ehe/Lebensgemeinschaft mit einem Deutschen, längere Aufenthalte in Deutschland, Eigentum
an Immobilien oder Wohnung zur eigenen Nutzung in Deutschland, Ansprüche aus Renten- oder
Versicherungsleistungen bei deutschen Versicherungsträgern, deutsche Volkszugehörigkeit,
Besuch deutscher Schulen oder anderer Ausbildungsstätten, Zugehörigkeit zu deutschen Vereinigungen,
Tätigkeit im deutschen öffentlichen Dienst oder in deutschen Unternehmen, besondere
Verdienste für Deutschland", Quelle:
<a target="_blank" href="http://www.bruessel.diplo.de/contentblob/1490100/Daten/55935/DownloadDatei_merkblatt_Einbrgerung2.pdf" rel="nofollow">http://www.bruessel.diplo.de/contentblob/1490100/Daten/55935/DownloadDatei_merkblatt_Einbrgerung2.pdf</a>

Diese besonderen Beziehungen können bei Ihnen angenommen werden (Ehe/Lebensgemeinschaft mit einem Deutschen, längere Aufenthalte in Deutschland, Besuch deutscher Ausbildungsstätten, Ansprüche aus Renten- oder
Versicherungsleistungen bei deutschen Versicherungsträgern).

2. Zur Verbesserung meiner Chancen: reicht es einen zweiten Wohnsitz in Deutschland offiziell angemeldet zu haben, oder muss der Hauptwohnsitz in Deutschland sein?

Wie unter Ziff. 1 bereits ausgeführt, liegen bei Ihnen „besondere Beziehungen" zu D bereits durch die Ehe mit einem Deutschen, deutsche Kinder und längere Aufenthalte in Deutschland usw. bereits vor m.d.F., dass eine Anmeldung in D überflüssig wäre. I.Ü. wurde eine „schlichte" Anmeldung keinen Haupt- oder Nebenwohnsitz begründen, weil entscheidend ist nicht diese „formelle" Anmeldung sondern die tatsächliche Lage, d.h. wohnen Sie in D oder nicht.


3. Die Aussage des zuständigen Amtes für Anträge aus dem Ausland war, dass zur Zeit Einbürgerungsanträge bis zu 2,5 Jahren Bearbeitungszeit dauern. Ist dies aktuell richtig?

Ja, die Bearbeitungsdauer der Anträgen aus Inland ist aber nicht wesentlich geringer.

4. Gibt es Möglichkeiten, eine angemessene Bearbeitungszeit der Ämter anzumahnen?

ja

Im Internet liest man häufig von sechs Monaten als angemessener Zeitraum?

Ja, nach 6 Monaten erfolgloser Bearbeitung können Sie eine Untätigkeitsklage erheben, die beim Gericht weitere 6 Monate „hängen" bleibt. Also bekommen Sie die Entscheidung auf Ihren Antrag nach ca. 1 Jahr.
<a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Unt%C3%A4tigkeitsklage" rel="nofollow">https://de.wikipedia.org/wiki/Unt%C3%A4tigkeitsklage</a>

5. Würde eine Arbeitsaufnahme in Deutschland (ggf als Grenzgängerin) eine Verbesserung meiner Situation hinsichtlich der Einbürgerung mit sich bringen?

Wie unter Ziff. 1 bereits ausgeführt, liegen bei Ihnen „besondere Beziehungen" zu D bereits durch die Ehe mit einem Deutschen, deutsche Kinder und längere Aufenthalte in Deutschland bereits vor m.d.F., dass eine Arbeitsaufnahme in Deutschland überflüssig wäre. Aber als zusätzliche Beziehung zu D wird man sie schon mitbewerten. Sie müssen aber diese Arbeit nicht jetzt gleich aufnehmen, sondern können später anfangen, falls die bereits bestehenden „besondere Beziehungen" für die Bundesverwaltungsamt nicht ausreichen (und Sie mit BVA nicht weiter streiten wollen).

6. Wie hoch muss aus der Erfahrung her die mindeste Wochenarbeitszeit in Stunden pro Woche sein in Deutschland, damit es vom Amt her anerkannt werden würde? Reicht ein Minijob aus, wenn sonst der finanzielle Hintergrund gegeben ist?

Hier geht es weder um einen finanziellen Hintergrund noch um die Stundenzahl, sondern darum, dass Sie – im Ausland wohnend- (noch) Bezug zu D haben. Er muss schon von einigem Gewicht sein, eine Mindeststundenzahl oder Lohn ist nicht vorgegeben. Ein Minijob reicht aus.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Liubov Zelinskij-Zunik, M.mel.

ANTWORT VON

(398)

Sachsenkamstr. 21
81369 München
Tel: 08989040989
Web: https://ueberbrueckungshilfe-antrag-stellen.de/
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RECHTSGEBIETE
Recht anderer Staaten Russische Föderation, Strafrecht, Arbeitsrecht, Steuerrecht, Ausländerrecht, Zivilrecht, Sozialrecht
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