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Einbruchschaden nach Kostenvoranschlag abrechnen - 30% Abzug ?

23.05.2016 19:44 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Silke Jacobi


Hallo,

wir hatten einen Einbruch, bei dem einiges entwendet wurde und auch an 3 Stellen Einbruchschäden entstanden sind.

Der Wert der entwendeten Gegenstände wurden vom Versicherer anstandslos ersetzt.
Für die Regulierung der Einbruchschäden haben wir einen KV über 5.000 € Netto eingereicht, das die beschädigten Fenster und Türen teils ersetzt.

Die Versicherung hat selbst einen Handwerker vorbeigeschickt, der die optische Reparatur (statt Austausch) durchführen würde, der KV liegt bei 4.500 € Netto.
Die Versicherung sprach hier von einem "Gutachter", tatsächlich war es jedoch nur ein KV einer Handwerkerfirma.

Nach telefonischer Rücksprache wurde mir zugesichert, das auch die Ausbezahlung des Nettowerts per Kostenvoranschlag möglich ist, jedoch nur 70% des Nettowerts des KV, das von der Versicherung veranschlagt wurde. Somit wäre die Ausbezahlung nur 3.150€.

Hintergrund ist, das wir die Summe nicht in tatsächlicher (rein optischer) Reparatur investieren möchten, sondern in den Einbruchschutz des Hauses.

Ist es "rechtens", das die Versicherung einen Abzug in Höhe von 70% der Nettoleistung anbietet ? Mit welchem Gegenargument könnte ich argumentieren ?

Bisher war die Versicherung nicht dazu zu bewegen, von der 70 % Regelung abzuweichen. Das die Summe in den Einbruchschutz fliessen soll, hat den Versicherer nicht beeindruckt.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst sollten Sie Ihre Versicherungsunterlagen, insbesondere Ihren Versicherungsvertrag und -tarif sowie die Versicherungsbedingungen dahingehend überprüfen, ob es darin bestimmte Regelungen zu einer Abrechnung und Regulierung nach Kostenvoranschlag gibt. Es gibt durchaus Versicherungsbedingungen, nach denen die Kosten nur dann übernommen werden, wenn diese tatsächlich angefallen sind, sodass die sogen. fiktive Abrechnung nicht oder nur aufgrund besonderer Vereinbarungen möglich ist. Diese Vereinbarungen können dann auch bestimmte Abzüge, die beiner fiktiven Abrechnung vorgenommen werden, enthalten.

Gerade bei Hausrat- und Gebäudeversicherungen finden sich oftmals derartige Ausschlüsse oder besondere Vereinbarungen, da bei diesen Versicherungen als Kostenversicherung grds. nur tatsächlich angefallene Kosten bei der Beseitigung von Gebäudeschäden zu erstatten sind.

Darüber hinaus sollten Sie klären, ob die Versicherung den Abschlag tatsächlich wegen der Abrechnung nach dem Kostenvoranschlag vornehmen will oder aus anderen Gründen, wie z. B. einen Abzug nach dem Grundsatz neu-für-alt. Auch dazu sollten Sie vorsorglich prüfen, ob es diesbezüglich spezielle Regelungen in den Versicherungsbedingungen oder im Versicherungstarif gibt.

Womöglich handelt es sich bei der Aussage der Versicherung aber auch um ein Vergleichsangebot, da eine fiktive Abrechnung nach Kostenvoranschlag ansonsten nicht möglich wäre. Auch in diesem Falle wäre es grds. zulässig, dass die Versicherung nicht die vollen Nettokosten aus dem Kostenvoranschlag zur Diskussion stellt oder übernimmt.

Wofür Sie das Geld aus der Auszahlung verwenden, also ob damit die Reparatur oder die Erhöhung des Einbruchschutz finanziert wird, ist grds. bei einer fiktiven Abrechnung, so sie überhaupt möglich ist, nicht von Bedeutung. Mit dem Argument, einen besseren Einbruchschutz zu finanzieren zu wollen, werden Sie die Versicherung daher nicht zur Übernahme der vollen Nettokosten bewegen können.

Sofern die Versicherung noch nicht mitgeteilt hat, mit welcher Begründung ein Abzug von 30% erfolgen soll, sollten Sie die Versicherung auffordern, die Berechnung und die Voraussetzungen für diesen Abzug schriftlich zu erläutern. Liegt eine schriftliche Erklärung der Versicherung vor, kann geprüft werden, ob diese im Einklang mit den Versicherungsbedingungen steht und falls dies nicht der Fall ist oder die Berechnung nicht nachvollziehbar wäre, hätte man einen konkreten Ansatzpunkt gegen die Entscheidung der Versicherung vorzugehen oder weiter mit der Versicherung zu verhandeln.

Aufgrund Ihrer Schilderungen kann ich derzeit jedoch nicht ausschließen, dass das Vorgehen der Versicherung korrekt ist, da - wie oben beschrieben - eine fiktive Abrechnung nach Kostenvoranschlag bei der Hausratversicherung oder der Gebäudeversicherung grds. nicht möglich und vorgesehen ist, wenn es keine besonderen Vereinbarungen dazu gibt, die möglicherweise auch einen Abzug beinhalten können.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort einen ersten Überblick verschafft und eine Handlungsoption zum weiteren Vorgehen aufgezeigt zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin




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