Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Einbruchschaden im Urlaub, Versicherung lehnt mangels Einbruchspuren Leistung ab

26.05.2013 12:03 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Guten Tag,
meinem Sohn wurde im Urlaub im verschlossenen Appartement Wertgegenstände entwendet (~1500€), während er im Schlafzimmer schlief. Morgens stand die Terassentüre offen (die Abends verschlossen war). Die spanische Polizei hat die Anzeige zwar widerwillig aufgenommen, aber keine Untersuchung des Einbruchs vor Ort in der Appartentanlage durchgeführt.
Versicherung lehnt Leistung ab mit dem Hinweis dass es sich - mangels "Spuren, die auf ein gewaltsames Eindingen hinweisen" - um einen "ungeklärten Sachverhalt" handle und damit die Voraussetzungen für einen ersatzpflichtigen Schaden fehle.

Ich möchte Widerspruch einlegen - für Laien erkennbare Einbruchsspuren sind ja wohl kaum "Stand der Technik"; Hotelpersonal mit Schlüssel wäre ja wohl auch nicht auszuschliessen.
Miturlauber meines Sohns im gleichen Appartment könnte ggf. als Zeuge benannt werden - bei Ihm hat die Versicherung gezahlt.

Frage:
- Aussichten für einen Widerspruch
- sinnvolle Begründung des Widerspruchs
- ggf. vergleichbare Urteile

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung, aufgrund Ihres niedrigen und trotz mehrfacher Hinweise auch meiner Kollegen nicht erhöhten Einsatzes in der standesrechtlich gebotenen Kürze wie folgt:

Grundsätzlich hat der Versicherungsnehmer den Eintritt des Versicherungsfalles zu beweisen, entweder durch direkten Tatsachenbeweis oder indirekten Indizienbeweis.

Gemäß der Rechtsprechung kommt ihm dabei aber eine Erleichterung der Beweislast zu Gute: Der Versicherungsnehmer genügt seiner Beweislast regelmäßig schon dann, wenn er einen Sachverhalt darlegt und nachweist, der nach der Lebenserfahrung mit hinreichender Wahrscheinlichkeit auf einen Einbruchdiebstahl hinweist (sogenannter Anscheinsbeweis, vgl. z.B. BGH, 18.10.2006 - IV ZR 130/05).

Es muss also grundsätzlich nur das äußere Bild eines Einbruchdiebstahl dargelegt und bewiesen werden, wobei die eigenen Angaben des Versicherungsnehmers (zunächst) ausreichen - die Redlichkeit des Versicherungsnehmers wird insoweit vermutet (vgl. z.B. OLG Oldenburg, 02.12.1998 - 2 U 201/98).

Um diesen Anscheinsbeweis zu erschüttern, muss die Versicherung dann ihrerseits konkrete Tatsachen anführen (und ggf. beweisen), die gegen einen Einbruchdiebstahl sprechen. Der pauschale Verweis auf einen unklaren Sachverhalt dürfte insoweit nicht ausreichen, insbesondere unter Berücksichtigung der Tatsache, dass in dem Parallelfall des Miturlaubers ja nach Ihrer Schilderung anstandslos gezahlt hat.

Wenn Ihr Sohn also Indizien für einen Einruchdiebstahl vorbringen kann (wobei auch die erfolgte Zahlung der Versicherung des Miturlaubers angeführt werden sollte) und die Versicherung keine konkreten Gründe nennen kann, die gegen einen Einbruchdiebstahl sprechen, sehe ich durchaus Erfolgsaussichten für einen Widerspruch.

Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung des Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem bei Einsicht in sämtliche Unterlagen konkret zu erörtern.

Mit freundlichen Grüßen

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69615 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Schnelle und kompetente Hilfe - super! ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Eine gute Erfahrung und eine verständliche Schilderung des Sachverhaltes. Vielen Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Gute und schnelle Antwort. Danke. ...
FRAGESTELLER