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Einbau von Nachrüstbauteil in Auto durch Fachwerkstatt mit Schadensfolge: Vorgehen?

16.08.2013 11:09 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Objekt:
Auto BMW 320 td compact
EZ 11/2001 Turbodiesel
Scheckheftgepflegt, sämtliche empfohlenen Inspektionen sind bei Vertragshändlern vom BMW gemacht worden
2 Vorbesitzer

Historie:
Mitte März 2013: Ich habe das Auto von privat gekauft ohne besondere Garantien ~ 4.500 € , 124.000 km, Vertrag vorhanden
Ende März 2013: Einbau eines BMW-Original-Nachrüst-Diesel-Rußpartikel-Filters durch die BMW-Niederlassung in Darmstadt, ~ 1.000 € Rechnung vorhanden.
Ende Mai 2013: 128.000 km: Schaden auf Autobahn
Anfang Juni 2013: BMW Niederlassung mit Schadensfeststellung beauftragt: Turbolader defekt mit daraus folgenden Ölverschmutzungen im gesamten Motorbereich und in der Auspuffanlage. Kosten 3.500 €, wahrscheinlich mehr. Schadensursache und weitere Folgeschäden nicht ermittelt.
Ende Juni 2013: Freie Werkstatt mit der weiteren Schadensfeststellung beauftragt. Weitere Schäden: Dieselrußpartikelfilter verschmutzt, damit kaputt gemacht. Kleinste Späne im Ansaugtrakt des Motors gefunden. Trotz eines geringeren Arbeitslohns Kosten größer als 3.500 €.
Ende Juli 2013: Entscheidung gefällt, die betroffenen Teile im Selbstbau auseinander zu nehmen.
Mitte August 2013: Ich habe den Turbolader ausgebaut und zu einem Turboladerspezialisten gesendet.
Mitte August 2013: Telefonische Mitteilung des Spezialisten: Der Schaden im Turbolader ist auf zu hohen Druck im Abgasstrang zurückzuführen, klassisches Beispiel sei ein nachgerüsteter Dieselrußpartikelfilter. Der Turbolader ist in Einzelteilen zerlegt vollständig für evtl. Gutachten vorhanden.

Technisches:
- Es wurden keine Veränderungen außer dem Einbau des Dieselrußpartikelfilters am Auto vorgenommen.
- Ein Abgasturbolader sitzt im Abgasstrang zwischen Motor und den Auspuff-Töpfen wie Oxi-Kat, Endtopf, etc.und dreht mit 200.000 Umdrehungen pro Minute.
- Hersteller von Turboladern weisen auf die besondere Empfindlichkeit von Turboladern bei Veränderungen in betroffenen Systemen hin.
- Übliche Schäden an Turboladern entstehen durch mangelnde Versorgung mit Öl im Bereich der Lagerung, durch Chiptuning (Veränderungen von Motorsteuerungsparametern zur Leistungssteigerung) oder Verschmutzung der zugeführten Frischluft.
- Ein Dieselrußpartikelfilter wird zwischen den Turbolader und den Auspufftöpfen gesetzt.
- 2001 (Herstellung und Verkauf des Autos) war der Einbau eines Dieselrußpartikelfilters nicht vorgesehen.

Vermutete Schadensursache im Detail:
Durch die Filterfunktion des Dieselrußpartikelfilters ist der Abgasdruck im Abgas-Rohrabschnitt zwischen Turbolader und Dieselrußpartikelfilter erhöht worden.
Der erhöhte Druck hat auf die Schaufelwelle des Turboladers gedrückt, damit die Lagerung der Schaufelwelle anders als vorgesehen belastet und damit den Schaden verursacht.

Folgeschäden:
Durch die defekte Lagerung der Schaufelwelle im Turbolader hat der Motor Öl angesaugt und und dieses wie Diesel verbrannt bzw. die nicht verbrannten Mengen in die Abgasanlage weitergeleitet. Dadurch sind der Dieselrußartikelfilter beschädigt worden und auch alle weiteren Bestandteile mit Öl versetzt worden.
Durch die defekte Lagerung ist es zum Kontakt der Schaufeln mit dem Gehäuse gekommen. Kleinste Teile der Welle sind in den Ansaugtrakt des Motors gelangt. Es besteht das kleine Risiko, dass der Motor durch die Metall-Späne defekt werden könnte.

Leider unbekannt:
Detaillierter Zustand des Turboladers direkt vor dem Einbau des Dieselrußpartikelfilters.

Mein Ziel:
Instandsetzung des Motors inkl. Turbos und der Auspuffanlage mit möglichst wenig finanziellem eigenem Aufwand.

Fragen:
1. Auf den Vorbesitzer kann ich nicht zugehen, weil keine Garantien gegeben wurden. Ist das richtig?
2. Annahme: ich hätte das Fahrzeug mit Händler-Garantie gekauft. Auf den Händler kann ich nicht zurückgreifen, weil ich Veränderungen am Auto vorgenommen habe (Dieselrußpartikelfilter). Ist das richtig?
3. Welche Handhabe zur Kostenbeteiligung habe ich gegen die Niederlassung von BMW?

3. a) Ansatz: Der Dieselrußpartikelfilter war nicht geeignet:
Die BMW-Niederlassung Darmstadt hat mich nicht auf eventuelle Risiken im Zusammenhang mit dem Dieselrußpartikelfilter und dem Werksturbolader aufmerksam gemacht.Kann ich auf Basis der Gewährleistung verlangen, das die Leistung zurückgenommen / instand gesetzt wird? Welchen Umfang hat die Gewährleistung in diesem Fall?
Wenn es keine technisch saubere Lösung gibt, weil es keine Turbolader gibt, die für diesen Motor auf die zusätzliche Belastung durch einen Dieselrußpartikelfilter ausgelegt sind, wie ist dann die Gewährleistung zu werten?
3. b) Welcher weitere Ansatz könnte auch zu meinem Ziel führen?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1)
Wenn Sie mit dem Verkäufer keinen wirksamen Gewährleistungsausschluss vereinbart haben, können Sie diesen durchaus grundsätzlich auch in Anspruch nehmen. Gewährleistungsrechte sind nicht gleichbedeutend mit Garantien, wenngleich die Begriffe im allgemeinen Sprachgebrauch häufig synonym verwendet werden.
Der von Ihnen geschilderte Sachverhalt deutet jedoch nicht darauf hin, dass der Verkäufer für den entstandenen Schaden verantwortlich ist. Daher scheidet eine Inanspruchnahme des Verkäufers wohl aus.

2)
Wie bereits geschildert, sind Garantien nicht mit Gewährleistungsrechten gleichzusetzen. Garantien stellen eine vertragliche Verpflichtung dar und solche sind frei vereinbar. In den meisten Garantien werden daher in der Tat Einschränkungen dahingehend getroffen, dass Veränderungen die Garantieansprüche entfallen lassen. Daher ist damit zu rechnen, dass der Einsatz des Partikelfilters zu einem Verfall führen würde. Dies ist aber, wie gesagt, rein hypothetisch und nicht zwingend.

3)
Zunächst schuldete die ausführende Werkstatt nur den korrekten Einbau des Partikelfilters. Soweit ich Sie richtig verstanden habe, ist dieser dem Grunde nach auch fachgerecht erfolgt und damit nicht zu beanstanden. Auch der Partikelfilter selbst ist der Erkenntnis nach nicht zu beanstanden. Damit hat die Werkstatt hat eine an sich mangelfreie Leistung erbracht. Ansprüche könnten Sie primär jedoch nur geltend machen, wenn die Leistung fehlerhaft gewesen wäre. Etwas anderes würde natürlich in dem von Ihnen angesprochenen Fall gelten, wenn es einen geeigneteren (bzw. überhaupt geeigneten) Filter gegeben hätte. In diesem Fall hätte die Werkstatt Sie zumindest auf diese Tatsache hinweisen müssen.

Unabhängig hiervon könnte sich eine Haftung daraus ergeben, dass Sie nicht auf die Risiken aufmerksam gemacht wurden. Hinweispflichten sind sogenannte Nebenpflichten (§§ 241 Abs. 2 , 242 BGB ). Vor diesem Hintergrund hätte die Werkstatt Sie technisch hinreichend beraten und über Risiken aufklären müssen. Dies gilt jedenfalls dann, wenn Sie als Laie die Risiken nicht erkennen konnten und auch nur dann, wenn es tatsächlich hinlänglich bekannt ist, dass ein Einbau von Filtern bei dem Fahrzeugtyp zu Problemen führen können; die Werkstatt dieses Problem also erkennen musste. Eine Verletzung dieser Pflicht zieht nach § 280 BGB Schadensersatzansprüche nach sich. Dieser würde die entstandenen Folgeschäden umfassen, also die erbrachten Reparaturleistungen, die auf den fehlenden Hinweis beruhen.

4)
Die Chancen stehen folglich nicht schlecht, dass Sie nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Fordern Sie die Werkstatt daher zur Schadensbeseitigung bzw. Regulierung des Schadens unter Fristsetzung auf. So setzen Sie diese in Verzug. Sollten Sie weiteren Beratungsbedarf in der Angelegenheit haben, stehe ich Ihnen gerne zur weiteren Vertretung zur Verfügung. Das hier gezahlte Honorar würde auf die weiteren anfallenden Gebühren angerechnet werden. Im Übrigen sind die Gebühren als Verzugsschaden von der Werkstatt zu tragen. Kontaktieren Sie mich einfach unter der angegebenen E-Mail-Adresse.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
André Meyer, Rechtsanwalt

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