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Ein Paar verwaltet Mündelgeld - einer veruntreut es. Wer haftet?


24.12.2006 00:50 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen



Als vor einigen Jahren ein Freund von mir gestorben ist, hat er mir und einem weiteren Bekannten (Person A) vom ihm gemeinsam Geld für sein Enkelkind überlassen, welches zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgezahlt werden sollte. Das Enkelkind und auch sonst niemand weiß bislang davon.

Vor einigen Jahren war ich sehr beschäftigt und da hat Person A sich anerboten sich allein um das Geld zu kümmern. Da es sich um eine promovierte arrivierte Person handelt, der viel Erfahrung im Umgang mit Geld hatte (die ich nicht hatte) bin ich davon ausgegangen, dass er dies verantwortungsvoll tun wird.

Nun naht der Zeitpunkt, da das Geld ausgezahlt werden soll.
Nach vielen Versuchen der Kontaktaufnahme erfahre ich nun, dass von den 1999 vorhandenen 60.000 DM nur noch 13.000 Euros da sind. Der Rest ist verspekuliert oder sonst wo ...

Es sieht so aus, als dass das Geld nachhaltig nicht zur Verfügung steht.

Was geschieht, wenn ich den Sachverhalt nun dem Enkelkind (=nun eine erwachsene Frau) offenlege?

Bin ich mit haftbar für den Verlust des Geldes?

Ich kann nachzuweisen, wann wieviel Geld auf das Privatkonto der Person A eingezahlt worden ist.

Oder gibt es einen anderen schnellen Tipp, wie ich vorgehen kann?
Sehr geehrte Fragestellerin,

aufgrund Ihrer Sachverhaltsangaben kann ich Ihnen summarisch folgendes mitteilen:

1. Grundsätzlich besteht ein Anspruch (von wem letztlich auch immer, Enkelkind oder andere Erben) auf Auszahlung der hinterlegten Geldsumme. Das ergibt sich aus der Vereinbarung zwischen Ihnen und Person A sowie Ihrem ehemaligen Freund (sog. Vertrag zugunsten Dritter, §§ 328 ff. BGB).

2. Dieser Anspruch richtet sich gegen Sie und die Person A als sog. Gesamtschuldner, d.h. rechtlich gesehen könnte von einem von Ihnen (gleich von wem) die hinterlegte Geldsumme verlangt werden. Da Sie beide offensichtlich dazu außerstande sind (§ 275 BGB), käme ein Schadensersatzanspruch in Betracht (§ 280 BGB). Hier stellt sich dann die Frage, wer das "Verschwinden des Geldes" zu verschulden hat. Mit Sicherheit wohl die Person A, so dass dieser wohl in jedem Falle schadensersatzpflichtig und damit zur Zahlung von 60.000 Euro verpflichtet wäre. Ob auch Sie (daneben als Gesamtschuldner) schuldhaft gehandelt haben (ein etwaiges Verschulden von A dürfte Ihnen nicht zugerechnet werden, vgl. § 425 BGB) und damit schadensersatzpflichtig wären, hängt von vielen Faktoren ab, die hier nicht abschließend beurteilt werden können, z.B. vom Inhalt der Vereinbarung zwischen Ihnen und Ihrem ehemaligen Freund oder von der Frage, wie vertrauenswürdig die Person A war und inwieweit Sie dies erkennen mußten. Auf den ersten Blick scheinen Sie eher nicht schuldig, d.h. fahrlässig oder vorsätzlich, am "Verschwinden des Geldes" zu sein. Im Streitfalle wäre eine genaue Prüfung der Sach- und Rechtslage unumgänglich. Insbesondere wäre zu prüfen, inwieweit und mit welchen Konsequenzen in Ihrem Fall tatsächlich ein sog. Vertrag zugunsten Dritter auf den Todesfall vorliegt.

3. Ich kann Ihnen daher folgendes raten: In Anbetracht der nicht unerheblichen Geldforderung, der Sie sich gegenüber sehen könnten, sollten Sie baldmöglichst einen Kollegen vor Ort kontaktieren, der sich die Sache umfassend! ansieht. Erst dann wird klar werden, ob das Enkelkind überhaupt der richtige Ansprechpartner (Anspruchsinhaber) ist und nicht andere (Erben). Sie sollten sich jedoch auch keine allzu großen Sorgen machen, da Sie nach Ihrer Darstellung kaum pflichtwidrig gehandelt haben und daher gegen Sie evtl. bestehende Forderungen eher nicht gerechtfertigt sein dürften. Den Weg zum Anwalt kann dies - gerade in Ihrem Fall - jedoch nicht ersetzen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Hilfestellung geben.

Soweit aus dem Bereich www.frag-einen-anwalt.de heraus eine Kontaktaufnahme an mich persönlich gewünscht ist, bitte ich zunächst ausschließlich um Kontakt per E-Mail.

Ich wünsche Ihnen im Übrigen fröhliche Weihnachten und ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2007.

Mit freundlichen Grüßen

Schneider
Rechtsanwalt
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