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Eigentumswohnung vor der Ehe - Zugewinnausgleich


| 21.11.2017 23:35 |
Preis: 45,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Wenn eine Eigentumswohnung während der Ehezeit an Wert verliert, mindert das den Zugewinn.


Sehr geehrter Rechtsanwalt,
sehr geehrte Rechtsanwältin,

ich bin seit 2000 verheiratet. Getrennt schon seit 2010. Weil er im Mai 2017 seine Lebensversicherung ausbezahlt bekommen hat, hat er die Scheidung eingereicht.

1987 habe ich eine Eigentumswohnung bei Zwickau gekauft. Auch, wenn hier die Immobilienpreise explodieren, habe ich einen Wertverlust von 60 000,-- €. Ist dieser Umstand für mich positiv beim Zugewinn oder will der Rechtsanwalt nur seine Rechnung erhöhen? Oder hat die Wohnung keinen Einfluss, weil sie schon vor der Ehe gekauft wurde und mir alleine gehört.
Angegeben habe ich sie nicht in meiner Vermögensauflistung, obwohl mein RA vor 2 Monaten gesagt hat, die muss unbedingt mit rein.

Wir haben in der Ehe 1 Doppelhaus gebaut und zu je 50% eintragen lassen und wohnen nebeneinander. Das Grundstück vom
1. Haus habe ich bezahlt ohne es im Grundbuch eintragen zu lassen. Sein Grundstück wurde von meinem Geld bezahlt und ich kann auch es durch meine Kontoauszüge belegen. Kann ich es nur noch über den Zugewinn geltend machen. Habe ich ihm das Geld damit geschenkt?

Durch den ganzen Stress mit den 2 Häusern bin ich gesundheitlich sehr angeschlagen. Magen-, Hautprobleme. Die Jobsuche - seit 17 Jahren aus dem Beruf draußen - habe ich erstmal hinten angestellt. Kann ich noch irgend etwas aufgrund meines Gesundheitszustandes fordern. Lt. meinem Anwalt muss ich mir was suchen. Er zahlt nur widerwillig Kindesunterhalt. Ich bekomme keinen Unterhalt und musste Prozesskostenhilfe beantragen.

Mit freundlichen Grüßen
Ratsuchende

22.11.2017 | 01:00

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Im Rahmen Ihrer Auskunftspflicht nach § 1379 BGB müssen Sie über Ihr Anfangs- und über Ihr Endvermögen umfassend Auskunft erteilen, sofern Ihr Ehemann diese Auskunft verlangt. Eine andere Frage ist es dann, welche Rechtsfolgen das hat.

2. Wenn die Eigentumswohnung bei Eheschließung mehr wert war als zum Zeitpunkt des Scheidungsantrags, mindert das Ihren Zugewinn und das ist für Sie positiv im Rahmen des Zugewinnausgleichs. Ich weise darauf hin, dass es nicht auf den gesamten Wertverlust, sondern lediglich auf den Wertverlust während der Ehe ankommt.

3. Für die Aufnahme in das Verzeichnis spielt es keine Rolle, ob die Wohnung schon vor der Ehe gekauft war. Der Zugewinn errechnet sich, indem das Endvermögen vom Anfangsvermögen abgezogen wird. Das sind zwei Vermögensbestände an zwei verschiedenen Stichtagen. Eine Wohnung, die einem Ehegatten schon vor der Ehe gehörte, kann hier durchaus einen großen Einfluss haben. Sie kann an Wert gewinnen. Ebenso kann sie an Wert verlieren. Beides wird berücksichtigt, außerdem wirkt sich ggf. die Darlehenstilgung vermögensmehrend aus.

4. Ich fasse zu dem Punkt „Eigentumswohnung" zusammen: Wenn Ihr Mann Auskunft nach § 1379 BGB verlangt hat oder noch verlangt, muss die Wohnung auf jeden Fall angegeben werden. Aufgrund Ihrer Angaben in der Fragestellung ist anzunehmen, dass die Wohnung Ihren Zugewinn mindert. Das wäre gut für Sie.

5. Bezogen auf das Doppelhaus verstehe ich Ihre Fragestellung so, dass Sie beide jeweils bei beiden Grundstücken zu 50 % Eigentümer sind, aber jeder von Ihnen nur eines der beiden Häuser bewohnt.

Darüber hinaus haben Sie die Grundstücke oder zumindest eines davon allein und aus eigenen Mitteln bezahlt. Sie fragen, ob Sie ihm damit das Geld geschenkt haben.

Zur damaligen Zeit wird man diese Transaktionen sowohl als Schenkung ansehen müssen. Dennoch greift diese Frage zu kurz, denn tatsächlich wird diese Transaktion im Rahmen des Zugewinnausgleichs voraussichtlich vollständig ausgeglichen. Durch die Zahlung hat sich Ihr Vermögen zunächst vermindert. Das Vermögen Ihres Mannes hat sich durch den aus seiner Sicht kostenloser Erwerb des Grundstücks (oder des Teileigentums an dem Grundstück) entsprechend vergrößert.

Um es an einem Beispiel zu verdeutlichen: Nehmen wir an, der Miteigentumsanteil an dem Grundstück sei 10.000 € wert. Sie haben dieses Geld bezahlt und damit ihr Vermögen um 10.000 € vermindert. Das Vermögen Ihres Mannes hat sich um den Wert des Grundstücks, also um 10.000 € vergrößert. Das macht einen Unterschied beim Zugewinn von 20.000 €, von dem Ihr Mann die Hälfte, also 10.000 € an Sie auszugleichen hätte.

Ich weise darauf hin, dass der Zugewinnausgleich letztlich aus der Berechnung beider Gesamtvermögen zu ermitteln ist. Wenn man dann dabei den Blick auf einzelne Vermögensgegenstände verengt, kann das zu unvollständigen und verzerrten Ergebnissen führen. Dazu kommt, dass es ein paar Besonderheiten gibt, die hier im Rahmen dieser Plattform nicht alle erläutert werden können. So wird bei der Wertsteigerung die Inflation berücksichtigt und der (Gesamt-)zugewinn eines Ehegatten kann nicht negativ sein. Um dazu aber konkret für Ihren Fall eine solide Aussage zu treffen, müsste man präzise Kenntnisse von allen Umständen haben.

Vom Grundprinzip her ist es aber so, wie ich es dargestellt habe.

6. Sodann fragen Sie noch nach Unterhaltsansprüchen. Kindesunterhalt muss Ihr Mann natürlich zahlen, wenn die Kinder bei Ihnen wohnen.

Ich denke außerdem, Ihr Rechtsanwalt hat recht, dass Sie eine Erwerbsobliegenheit trifft. Das gilt besonders angesichts der langen Trennungszeit. Wenn Sie aufgrund nachweislicher gesundheitlicher Probleme jedoch nicht in der Lage sind, Arbeit aufzunehmen, bleibt die Unterhaltspflicht Ihres Mannes bestehen.

Sie müssen aber darauf eingerichtet sein, dass Sie die eingeschränkte Erwerbsfähigkeit entsprechend nachzuweisen haben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Roger Neumann

Bewertung des Fragestellers 26.11.2017 | 19:14


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