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Eigentumswohnung in der Privatinsolvenz

| 27.01.2009 12:32 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von


Guten Tag,

ich befinde mich seit September 05 in der PI. Aufhebung des Verfahrens Dezember 08. Reingerutscht bin ich durch Arbeitslosigkeit. Die Bank wollte keine günstigeren Konditionen für den Kredit meiner finanzierten Eigentumsohnung geben, so dass ich diesen Weg einschlagen musste.

Zur Debatte steht meine Eigentumswohnung, die zwangsversteigert werden soll. Ein erfolgloser Termin liegt bereits hinter mir, es erfolgte kein Gebot. Nächster Termin erst wieder Mitte 2009.

Mein Treuhänder hat die Wohnung aus der Masse freigegeben, somit habe ich alle laufenden Kosten (monatlich knapp 200 Euro) zu tragen. Ich verdiene mtl. 1740 Euro, an den Treuhänder gehen rund 550 Euro. Dazu muss ich auch noch unsere Warmmiete für die neue Wohnung zahlen (vor erstem Versteigerunstermin sind wir umgezogen, da wir davon ausgingen, dass die Wohnung dann weg ist!) mit knapp 600 Euro warm.

Da ich nun nicht davon ausgehe, dass die Wohnung beim zweiten Termin weggeht, frage ich mich, was dann passiert? Bleibe ich auf der Wohnung ewig sitzen? Darf ich sie jetzt schon freihändig verkaufen und wenn ja, zu welchem Preis? Laut Gutachten soll sie 80.000 wert sein, Startgebot beim ersten Termin waren 40.000 Euro.

Was passiert, wenn die 6 Jahre rum sind und die Wohnung immer noch nicht versteigert werden konnte? Und wie lange muss ich überhaupt die Kosten noch tragen?

Vielen Dank für eine Antwort.

27.01.2009 | 14:33

Antwort

von


(525)
Schönbornstr. 41
60431 Frankfurt
Tel: 069 - 523140
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Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme:

Aus der Freigabe einer Eigentumswohnung und Überführung in das insolvenzfreie Vermögen des Schuldners können sich naturgemäß für den Verfahrensschuldner erhebliche Nachteile ergeben. Was die laufenden Zahlungspflichten hinsichtlich der Eigentumswohnung betrifft, so sind alle Forderungen, die vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens – wie z.B. Hausgelder der Wohngemeinschaft - zur Insolvenztabelle anmeldefähig und werden daher grundsätzlich von der Restschuldbefreiung erfaßt. Alle Ansprüche, die erstmals nach der Eröffnung des Verfahrens neu entstehen und fällig werden, sind demgegenüber nicht in das Verfahren einbezogen. Sie werden für diese „neuen“ Schulden daher auch nach Ablauf der 6-jährigen Wohlverhaltensphase haften. Ihre Kostentragungspflicht besteht im Übrigen nach einer ergebnislosen Zwangsversteigerung solange fort, bis Sie nicht mehr Eigentümer sind.

Nachdem über Ihre Eigentumswohnung das Zwangsversteigerungsverfahren angeordnet wurde, können Sie das Objekt nicht ohne Zustimmung der Gläubigerbank freihändig verkaufen. Denn gemäß §§ 148 Abs. 1 , 23 Abs. 1 ZVG kann der Schuldner nach der Beschlagnahme nicht mehr über das Grundstück und die beweglichen Sachen verfügen - zu Gunsten des betreibenden Gläubigers entsteht ein Veräußerungsverbot. Falls Sie einen Käufer für die Eigentumswohnung finden, sollten Sie daher mit der Gläubigerbank Kontakt aufnehmen.

Sofern auch in dem letzten Versteigerungstermin kein Zuschlag erteilt werden kann, wird das Verfahren gemäß § 77 Abs. 2 Satz 1 ZVG aufgehoben. Liegen die Voraussetzungen für die Anordnung der Zwangsverwaltung vor, so kann auf Antrag des Gläubigers das Gericht anordnen, dass das Verfahren als Zwangsverwaltung fortgesetzt wird (§ 77 Abs. 2 Satz 2 ZVG ), was in der Praxis allerdings selten vorkommt.

Falls Ihre Eigentumswohnung nach Ablauf der Wohlverhaltensphase nicht versteigert werden konnte, sind Sie nach wie vor Eigentümer mit den hieraus sich ergebenden Kostentragungspflichten.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
RA Petry-Berger


Rückfrage vom Fragesteller 27.01.2009 | 15:16

Sehr geehrte Frau Petry-Berger,

erst einmal vielen Dank für Ihre ausführliche und gut verständliche Antwort. Für einen Laien ist das Insolvenzrecht ja oft ein Buch mit sieben Siegeln.

Eine Frage hätte ich noch gern gestellt:

Wenn nach Ablauf der Wohlverhaltensphase die Wohnung nicht versteigert werden konnte, so trage ich ja weiterhin die Kosten, so hatten Sie geschrieben. Darf ich denn dann die Wohnung eigenhändig zu einem mir beliebigen Preis verkaufen (nach Ablauf der Wohlverhaltensphase)?

Vielen Dank.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 27.01.2009 | 15:49

Sehr geehrter Fragesteller,

nachdem der Insolvenzverwalter die Eigentumswohnung freigegeben hat, werden sie diese bereits mit der Aufhebung der Zwangsversteigerung und nicht erst nach Ablauf der Wohlverhaltensphase selbst veräußern können.

Mit freundlichen Grüßen
RA Petry-Berger

Bewertung des Fragestellers 27.01.2009 | 15:48

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Sehr verständlich beantwortet, nun sehe ich klarer. Bedanke mich und vielleicht auf bald!

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 27.01.2009
5/5,0

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