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Eigentumswohnung (nach Trennung/Scheidung)


04.03.2007 10:34 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

folgender Sachverhalt ist gegeben:

Ich habe 1998 mit meinem damaligen Mann (getrennt seit 2002; geschieden seit 2004) eine Eigentumswohnung gekauft. Die Finanzierung wurde auf 10 Jahre festgeschrieben (natürlich mit einer hohen Restschuld, da hauptsächlich Zinsen und relativ wenig Tilgung fällig sind).

Seit der Trennung 2002 bewohne ich die Wohnung alleine und zahle seitdem auch alleine die komplett Finanzierung (Tilgung und Zinsen). Mittlerweile beteiligt sich mein jetziger Ehemann ebenfalls zur Hälfte an den Zahlungen.

Die Wohnung will ich nun endlich verkaufe, wobei hier aber eine Vorfälligkeitsentschädigung von meiner Bank verlangt wird. Der Kredit soll also durch vorzeitigen Verkauf (ca 2 Jahre vor dem Ende der Finanzierung) der Wohnung getilgt werden.

Da die Immobilienpreise in den letzten Jahren gesunken sind und die Vorfälligkeitsentschädigung auch mit einigen Tausend Euro zu Buche schlagen wird, kann ein Verlust beim Verkauf nicht ausgeschlossen werden.

Nun meine eigentliche Frage: ich habe seit der Trennung von meinem Exmann (2002) alleine über 7000 Euro Kredit getilgt und das zigfache mehr an Zinsen bezahlt, obwohl der Kredit auf mich und auch noch auf meinen Exmann läuft.

Kann ich den jetzt anstehenden Verlust auf meinen Exmann „übertragen“, da er sich seit unserer Trennung mit keinem Euro an der Tilgung des Kredites beteiligt hat? Was ist mit den 7000 Euro, die ich in den letzten Jahren alleine getilgt habe? Kann ich hier einen Anteil von meinem Exmann zurückverlangen?

Hinzuweisen ist noch, dass ich für die Wohnung (bei einem Mietverhältnis) bedeutend weniger Miete zahlen würde als jetzt mit der Finanzierung. Auch hier bin ich der Meinung, dass sich mein Exmann eigentlich zur Hälfte an der Differenz (Finanzierung – Miete) beteiligen müsste.

Ich danke für Ihre Antwort!

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Sehr geehrte Ratsuchende, sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage beantworte ich Ihnen gerne wie folgt:

Ihre Anfrage an sich ist schnell zu beantworten. Da Sie mit Ihrem Ex-Mann immer noch gemeinsam Dahrlehensnehmer sind, sind Sie auch i.d.R. Gesamtschuldner gemäß § 421 BGB. Gemäß § 426 Abs. 2 BGB kann ein Gesamtschuldner vom anderen einen Ausgleich fordern, soweit er den Gläubiger befriedigt. (Diesen Paragraphen habe ich Ihnen als Auszug am Ende angehängt.)

Merkwürdig finde ich allerdings, dass Sie im Rahmen Ihrer Ehescheidung nicht geregelt haben, wer die Eigentumswohnung und entsprechend das Darlehen übernimmt. Sollte es diesbezüglich doch eine Regelung geben, so geht diese natürlich im Innenverhältnis zwischen Ihrem Ex-Mann und Ihnen vor.

Außerdem können Sie die Wohnung nur dann ohne weiteres verkaufen, wenn Sie Alleineigentümerin sind. Ist Ihr Ex-Mann noch Miteigentümer, so können Sie die Wohnung nur gemeinsam verkaufen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung geben und verbleibe,

mit frenudlichen Grüßen

Oliver Keller
Rechtsanwalt

(Auszug BGB)
§ 426 Ausgleichungspflicht, Forderungsübergang

(1) 1Die Gesamtschuldner sind im Verhältnis zueinander zu gleichen Anteilen verpflichtet, soweit nicht ein anderes bestimmt ist. 2Kann von einem Gesamtschuldner der auf ihn entfallende Beitrag nicht erlangt werden, so ist der Ausfall von den übrigen zur Ausgleichung verpflichteten Schuldnern zu tragen.

(2) 1Soweit ein Gesamtschuldner den Gläubiger befriedigt und von den übrigen Schuldnern Ausgleichung verlangen kann, geht die Forderung des Gläubigers gegen die übrigen Schuldner auf ihn über. 2Der Übergang kann nicht zum Nachteil des Gläubigers geltend gemacht werden.

Nachfrage vom Fragesteller 04.03.2007 | 12:10

Sehr geehrter Herr Keller,

danke für Ihre Antwort, die ich als Laie aber leider nur schwer verstehen kann. Ich bitte Sie meine Fragen konkret zu beantworten und nicht irgendwelche Paragraphen aufzuführen! Ich kann also die Hälfte der (seit der Trennung von meinem Exmann) getilgten Summe von meinem Exmann einfordern? Und ein eventueller Verlust beim Verkauf der Wohnung wäre auch auf die beiden Kreditnehmener aufzuteilen? Ein JA oder NEIN wäre hier schon eine völlig ausreichende Antwort.

Im Rahmen der Ehescheidung wurde dies nicht weiter geregelt, da wieder Notarkosten usw. angefallen wären.

Dass ich die Wohnung nur mit "Einverständnis" meines Exmannes verkaufen kann ist, bzw. war mir ebenfalls klar und war auch gar nicht die ursprüngliche Frage!

Vielen Dank für Ihre nochmalige Antwort!

MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.03.2007 | 12:20

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Antwort: Grundsätzlich Ja (siehe oben).

Ich muss allerdings anmerken, dass diese Aussage ohne nähere Kenntnis Ihres Darlehensvertrages oder evtl. weiterer Absprachen/Vereinbarungen erfolgt, woraus sich ggf. etwas anderes ergeben kann.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Keller
Rechtsanwalt

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