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Eigentumserwerb an einer Wohnung

09.11.2015 23:22 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


00:24
Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Eltern kauften neulich eine Eigentumswohnung, welche von einem Mieter bewohnt wird. Nun hat der Mieter zum 31.01.2015 gekündigt.
Bevor meine Eltern die Wohnung gekauft haben, fragten wir den Verkäufer per Email, ob Renovierungsarbeiten in der Wohnung getätigt worden sind und wer die Kosten dafür trug.

Der Verkäufer antwortete per Email:

"Bad und Küche wurden 1997 Grundsaniert. Von mir und auf meine Kosten, nach meinen Plänen. Die Mieter haben damit nichts zu tun. Es gibt dazu auch keine Vereinbarung. Die komplette EBK incl. aller Einbaugeräte sind mein Eigentum. Sowie das Bad incl. Möbel.

Familie X ist der dritte Mieter nach meinem Auszug und sie haben lediglich Schönheitsreparaturen auf ihre Kosten vorgenommen, die mit der Miete verrechnet wurden. Z.B. war der Teppichboden abgewohnt und wurde von durch Laminat ersetzt. In der Küche wurde von X eine Deckenverkleidung eingebracht. Außerdem hatten X´s wünsche zur Farbgestaltung."

Diese Aussage wurde nicht im Notarvertrag beurkundet. Im Mietvertrag steht auch nichts darüber.

Die Familie ist der Meinung, dass Sie das Laminat und die Deckenverkleidung abreißen werden, wenn wir nicht von der Januar-Miete absehen.

Können meine Eltern sich auf diese Email berufen? Dürfen die Mieter tatsächlich alles abreißen?
Die Familie bestätigte mir gegenüber (auch per Email), dass Sie lediglich die Betriebskosten für diesen Zeitraum bezahlt haben, also sie auf gar keinen Fall mietkostenfrei gewohnt haben.

Mit freundlichem Gruß



10.11.2015 | 00:05

Antwort

von


(1763)
Schwarzer Bär 4
30449 Hannover
Tel: 0511 1322 1696
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Sehr geehrter Fragesteller,

der Vermieter sagt in der Email aus, dass das Laminat und auch die Deckenverkleidung mit der Miete verrechnet worden sind, daher davon auszugehen ist, dass es dem Eigentum des Verkäufers übergegangen ist. Sollte die Deckenverkleidung und das Laminat darüber hinaus auch fest verlegt worden sein, wäre es bereits kraft Gesetz Eigentum der Vermieters geworden.

Auf diese Vereinbarung können Sie sich ebenfalls berufen und könnten die Mieter in die Haftung nehmen, wobei der ehemalige Vermieter als Zeuge auftreten könnte, dass es diese Vereinbarung gegeben hatte und die Mieter die Bestandteile unrechtmäßig entfernten.

Ich würde Ihnen daher raten, den Mietern dies schriftlich per Einschreiben mitzuteilen, dass diese Bestandteile damals mit der Miete verrechnet worden waren und daher nunmehr Teil der Wohnung sind. Ebenfalls sollten Sie auf die Schadensersatzpflicht aufmerksam machen, sollte die Mieter diese Teile entfernen.

Die letzte Miete sollten Sie daher auf jeden Fall verlangen und eventuelle Schäden mit der Mietsicherheit verrechnen. Auch hierauf sollte hingewiesen werden.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung, da meine Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.

Mit freundlichen Grüßen


Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 10.11.2015 | 00:12

Vielen Dank für die rasche Antwort.
Einmal muss ich noch nachhaken. Wie ist es denn, wenn in dem Mietvertrag steht, dass die Wohnung renovierungsbedürftig ist?
Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.11.2015 | 00:24

Sehr geehrter Fragesteller,

auch wenn dies im Mietvertrag vermerkt sein sollte, hat es weder Einfluss auf das Eigentum an den Sachen, noch dass die Mieter von ihrer mietvertraglichen Renovierungspflicht entbunden wären.
Eine Abgabe in unrenoviertem Zustand kommt jedenfalls nicht in Frage.

Wenn Sie noch weitere Fragen haben oder rechtliche Hilfe brauchen sollten, sprechen Sie mich bitte direkt per E-Mail an, da diese Plattform nur eine einmalige Nachfrage erlaubt, ich Ihnen aber gerne weitere kostenlose Nachfragen beantworte und sich meine Kanzlei auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist. Die Gebühren dieser Frage würden dann entsprechend angerechnet werden.

Über eine ggf. positive Bewertung würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt


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