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Eigentümerin versichert Mieter nicht oder verschleppt ewig Wasserschaden Erstattung

13.01.2017 09:40 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Brigitte Draudt


Die Eigentümerin, eine altbekannte große deutsche Versicherung, versichert in eigenen Immobilien ihre Mieter nicht oder verschleppt Schadensregulierung

Im Winter 2014 tropfte in Berlin in meinem Mieter-Keller wochenlang Abwasser aus dem Mieter-Bad da drüber auf das materiell und ideell Wertvollste meines Hab und Guts. Bitterlich zerstört und verschimmelt sind neben teuren Designerklamotten Kisten voll erinnerungsträchtige private Fotoalben, Urlaubs-Videos, Tonkassetten, .. etc. .... etc, ...... Ein tränenreicher Schaden. Die 24 Kisten waren temporär während einer erlaubten Untervermietung extra in meinen Mieter-Keller ausgelagert worden.

Der Keller wurde während meiner Zeit im Ausland gegen Einbruch durch meine liebe Nachbarin sogar extra bewacht und auch selbst mitgenutzt. Die schleichende Tropferei verlief aber unbemerkt tückischer Weise stationär auf die turmartig aufgestellte und zum Teil abgedeckte Kartonage im abseitigen dunklem Keller-Funsellicht eines an sich nachweislich sehr trockenen Kellers.

Der Mieter da drüber berichtete von klaffenden Fugen in seinem Bad, die erst nach meiner Schimmel-Schadenmeldung repariert wurden. Es wurde wohl aber auch von einem Leitungswasserschaden gesprochen. Ich werde wohl aber über die tatsächlichen Ursachen absichtlich im Dunkeln gehalten.

Ich habe keine Hausratversicherung. Die zuständige Hausverwaltung arbeitet in Auftrag der bekannten Versicherungs-Konzern-Eigentümerin. Diese wollte für eine Gebäude/HP-Versicherung eine bezifferte Schadenaufstellung für die am 13.02.2014 bei meiner Rückkehr von mir entdeckten und sofort am 13.02.2014 gemeldeten Schimmel-Schäden. Es gab zunächst eine umfassende Foto-Dokumentation in 2+3/2014 an die Hausverwaltung.

Danach brauchte ich dann für die eingeforderte bezifferte Schadenaufstellung fast ein Jahr wegen einem weiteren beruflich bedingten Auslandaufenthalt und wegen der extrem aufwendigen 44-seitigen detaillierten Deklarierung des so umfangreichen Schadens an vielen Artikeln. Zig Schimmel-Schadenfotos wurden zahlreichen Neuartikelfotos gegenübergestellt mit fundierten vergleichenden Internet-Preis-Recherchen. Dazu eine Aufrechnung von Wiederbeschaffungskosten und persönlicher Zeit-/Arbeitsaufwand. Der dann in 2/2015 sehr übersichtlich geordnete, deklarierte Schaden: Neuwert mit Wiederbeschaffungskosten insg. €8500 plus eigenen Arbeitsstunden/Zeitverlust. Die ideellen Verluste: unersetzlich. Für die Zeitwert-Erstattung wurde vorsorglich sehr überschaubar nach Artikel-Alters-Gruppen unterteilt.

Danach gab es monatelange Vertröstung- und Verzögerungsschikanen, mehrfachen Personalwechsel, telefonische Unerreichbarkeiten, ... Stillstand, .... unbeantwortete E-Mails, ... Leerlauf ..etc. .. . Alles Ausbremsungen.

Niemand sollte gezwungen sein, solche fremd-verschuldete, schmerzliche, immense Eigentums-Schäden einfach so hinzunehmen. Das gilt auch für die danach folgende Abschiebe-Behandlung und zunehmende Frustration.

Wozu bezahlen wir Mieter eigentlich alle jährlich unsere Versicherungsbeiträge z.B. zur Gebäude-, u. HP-versicherung über die Nebenkostenabrechnung, wenn im Schadenfall der Geschädigte am Ende mit immensen Material- u. Zeitverlust „in m-e-h-r-f-a-c-h-e-r Weise verarscht und abgeschoben" da steht.

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes Karlsruhe vom 19.11.2014- VIII ZR 191/13, darf ein Mieter, der sich an Versicherungsbeiträgen über die Nebenkosten beteiligt, Schadensregulierung verlangen. Anstatt dessen wird alles von der Hausverwaltung dieses berühmten Versicherungs-Konzerns verschleppt, denen es unter Umständen tatsächlich nur um das Auswarten der dreijährigen Verjährungsfrist geht.

Nach unserer Zahlungsaufforderung in 6/2016 und Drohung mit „rechtsüblichen weiteren Mitteln" hieß es schon wieder, wie in 3/2014, von der beauftragten Hausverwaltung: „ ... Weder beziffern Sie Ihren Anspruch noch belegen Sie diesen. Wir bitten um entsprechende Nachweise. ... „. Als ob wir eine Kostenaufstellung nicht in 2/2015 schon längst vorgelegt hatten und als ob wir im jüngsten Schreiben nicht noch mal auf diese Kostenaufstellung 2/2015 an den damaligen Sachbearbeiter sogar extra hingewiesen hatten.

Dann, nach erneuter Versendung der Kostenaufstellung von 2/2015 in 6/2016 und nochmaligen Nachhaken in 7/2016, wurde schließlich der jahrelang ausgedehnte Vorgang frech lapidar und ohne faktenorientierte Erklärung von der beauftragten Hausverwaltung des namhaften altbekannten Versicherungs-Konzern per E-Mail am 03.08.2016 abgelehnt mit den Worten: „Die Übernahme der Kosten lehnen wir dem Grunde und der Höhe nach ab. Es liegt kein Verschulden des Vermieters für Ihre Beanstandungen vor.."

Nach endlosen Anstrengungen für diesen Fall war man nun lange total entnervt, entmutigt, ohne Richtung und andere persönlich schwerwiegende Dinge verhinderten eine erneute Kampfaufnahme.

Eigentlich sollte es doch bei so etwas nur um die volle (oder teilweise) Anerkennung unserer Schadenliste gehen, mit Auszahlung nach Zeitwert an den Geschädigten durch den/die Verursacher/Verantwortlichen. Wozu fragen die überhaupt nach so aufwendigen Schadenaufstellungen, wenn kategorisch sowieso keine Entschädigung beabsichtigt ist. Da stimmt doch was nicht.

Können der Vermieter und der Mieter-da-drüber je zur Hälfte als Anspruchsgegner herangezogen werden, wenn die Schuldursache ungeklärt (oder gar vertuscht) ist?

Wie können wir, vor Ablauf einer Verjährungsfrist (!!!), hier zum aber-wiederholten Mal Druck aufbauen, um wenigstens für Eigentumsverluste und Aufwand endlich, endlich fair entschädigt zu werden? Bin ich denn tatsächlich „ ... dem Grunde und der Höhe nach ... " nicht anspruchsberechtigt?

Möglich ist auch ein Engagement über ein Erfolgshonorar.

Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte Ihre Frage gerne wie folgt:

Zunächst einmal müsste geklärt werden, was überhaupt die Schadensursache war. Solange das nicht geschehen ist, kann auch nicht abschließend beurteilt werden, wer für den Schaden haftet. Sie haben als Mieter schon einen Anspruch darauf, zu erfahren, was die Ursache war.

Grundsätzlich gilt aber folgendes: Wenn in einer Wohnung Wasser ausläuft und es kommt im Stockwerk darunter zu einem Schaden, so muss der Vermieter nur den Gebäudeschaden ersetzen und wieder instand setzen.

Schadensersatzansprüche wegen Schäden an Sachen des Mieters (Hausrat, Einrichtung) können gegenüber dem Vermieter jedoch nicht geltend gemacht werden, außer, wenn der Vermieter selbst den Schaden zumindest fahrlässig zu vertreten hätte. Ob es hierfür Anhaltspunkte gibt, ist anhand einer online Beratung ohne Kenntnis der Unterlagen leider nicht möglich. Sie haben aber als Mieter schon die Pflicht zur ständigen Überwachung der Mieträume.

Es müsste auch anhand des Mietvertrages geklärt werden, ob der Vermieter- was zulässig ist- auf die Haftung für grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz beschränkt hat. Dies ist rechtlich zulässig, ein völliger Haftungsausschluß kann dagegen nicht wirksam vereinbart werden.

Die Verjährung tritt am Ende des Jahres ein.

Über den Verschuldensbeitrag kann man sich sicherlich streiten, hier müsste man alle Unterlagen sichten, ggf. die anderen Mieter befragen etc.
Generell gilt aber, dass für Schäden an Ihrem Hab und Gut eine Hausratsversicherung eintreten müsste.

Ich empfehle Ihnen, entweder selbst oder über einen Anwalt vor Ort zunächst von dem Vermieter, der Hausverwaltung und der Versicherung eine verbindliche Auskunft zu verlangen, was die Schadensursache denn genau gewesen sein soll.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Draudt
Rechtsanwältin

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