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Eigenmächtige Abhebung von Sparbüchern


| 15.07.2007 19:36 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe eine Frage bzgl. meines Großeltern-Erbes. Meine Großeltern hinterließen ihren beiden Töchtern, meiner Mutter und deren Schwester (meiner Tante) mehrere Sparbücher, von denen jede die Hälfte erben sollte. Es handelt sich um ein gemeinschaftliches Testament, das 1991 nach dem Tod der Großmutter eröffnet wurde (der Großvater starb bereits 1975).

Meine Mutter ist bereits 1984 verstorben und ich als einzige Tochter bin an ihre Stelle getreten.
Es hat zum Zeitpunkt des Todes meiner Großmutter bereits eine Teilauseinandersetzung des Erbes mit meiner Tante stattgefunden, die aber in meinen Augen keineswegs korrekt war.

Zum einen hat meine Tante, die die Großmutter gepflegt hat, bereits vor deren Tod größere Summen von den Sparbüchern abgehoben und zwar mit einer Vollmacht meiner Großmutter. Die Tante behauptet, das Geld sei für die Pflege meiner Großmutter gewesen, und hierüber habe es eine Absprache mit mir gegeben, die aber in Wirklichkeit nie stattgefunden hat.
Meine Frage: Kann ich die von meiner Tante per Vollmacht meiner Großmutter abgehobenen Beträge (es sind immerhin ca. 15 000,- DM) von den Sparbüchern nachträglich von meiner Tante einfordern bzw. dem zu teilenden Erbe hinzurechnen ? Die Beträge sind kurz vor und nach dem Tod meiner Großmutter abgehoben worden, bestimmt auch zur Pflege und Beerdigung meiner Großmutter. Meine Großmutter war zu diesem Zeitpunkt bereits ein Pflegefall, kaum zurechnungsfähig und hat die Beträge kurz vor ihrem Tod auf keinen Fall selbst abgehoben. Die Sparbücher lauten alle auf ihren Namen.

Zum anderen hat meine Tante ein Sparbuch mit größerem Wert für sich behalten wollen, angeblich, um eine Grabstätte zu kaufen.
Hiervon ist in dem Testament meiner Großeltern jedoch keine Rede. Dem Sparbuch ist ein Zettel angeheftet, auf dem meine Großmutter - wohl auf Druck der Tante hin - einen Vermerk anfügt, dass dieses Geld von ihr alleine zurückgelegt wurde und für den Kauf einer Grabstätte bestimmt ist. Dieses Sparbuch will die Tante für sich allein behalten ohne es zu teilen. Ist das rechtens, obwohl laut gemeinschaftlichen Testament, an das die Großmutter nach dem Tod ihres Mannes ja gebunden war, alle Sparbücher, also auch dieses, geteilt werden sollten ?

Außerdem sollten meiner Mutter laut Testament noch allein ein Sparbuch zustehen und außerdem noch VW-Aktien. Beides ist jedoch nicht näher beschrieben und aufgrund der vergangenen Zeit (das Testament wurde 1991 nach dem Tod der längerlebenden Großmutter eröffnet) bei den Banken auch nicht mehr recherchierbar. Wenn ich die Tante um Auskunft bitte, wird sie sagen, sie hätte alle Sparbücher komplett aufgelistet. Von den Aktien ist keine Spur mehr.


Ich möchte nun die endgültige Auseinandersetzung der Erbschaft.
Ich würde im Normalfall aus ethischen Gründen über die ungerechte Teilung hinwegsehen, vor allem, weil die Tante die Großmutter gepflegt hat. Mittlerweile hat sich die Tante mir gegenüber aber - ohne Grund und plötzlich!!! - mehr als boshaft und ungerecht gezeigt, so dass ich jetzt auch keine Scheu mehr habe, mein Recht durchzusetzen.

Es wäre nett, wenn Sie konkret auf meine ersten beiden Fragen antworten könnten. Bitte nichts mehr zur Erbberechtigung etc. schreiben, die ist bereits klar und legitimiert.

Vielen Dank im Voraus!



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Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

Zu Frage 1:

Die Fünfzehntausend Euro können Sie unter folgenden Voraussetzungen, die Gleichzeitig gegeben sein müssen, geteilt verlangen.

Das Geld war keine Gegenleistung für Pflegeleistungen durch die Tante oder wurde auch nicht durch die Großmutter anderweitig verbraucht und stellt auch keine Schenkung der Großmutter an die Tante dar.

Die Tante müsste im Zweifelsfall darlegen und beweisen, dass Ihr das Geld zusteht, bzw. stand und aus welchem Grund.

Kann Sie dies nicht, hat sie ggf. sogar eine ihr durch die Großmutter erteilte Vollmacht "mißbraucht", so steht auch diese Summe der Erbengemeinschaft zu.

Was die zweite Frage angeht, so unterstelle ich einmal, dass Ihre Großmutter bereits bestattet ist. Diese kosten haben natürlich die Erben zu tragen. Daher verstehe ich nicht ganz, welche Grabstätte nun noch gekauft werden soll.

In dem von mir beschriebenen Fall, wäre das verbliebene Geld ebenfalls auseinander zu setzen. D.h. es steht allen Erben je nach Ihrem Erbteil zu.

Sollte ich allerdings etwas falsch verstanden haben, so konkretisieren Se bitte über die Nachfragefunktion nochmals den Sachverhalt.

Ich möchte Ihnen aber abschließend noch den Rat geben, sich möglichst von einem Kollegen vor Ort in dieser Angelegenheit vertreten zu lassen. Auch wenn dies Geld kostet ist dies gerade in schwierigen Erbrechtsfällen gut investiert.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Keller
Rechtsanwalt



, sondern war einwandfrei eine Schenkung

Nachfrage vom Fragesteller 17.07.2007 | 13:31

Sehr geehrter Herr Keller,

vielen Dank für die Informationen. Meine Tante hat das von ihr eigenmächtige Geld auch für die Pflege bzw. einen kurzen Altemheim-Aufenthalt meiner Oma ausgegeben. Dies war jedoch vorher keineswegs abgesprochen, vermutlich verfügte die Tante noch über ganz andere Mittel, die sie aber nicht angegeben hat.
Habe ich eine Chance, das Geld zurückzufordern, auch wenn sie beweist, dass sie es für die Pflege der Oma ausgegeben hat (Arztkosten, Altenheim etc.) ?

Das fragliche Sparbuch, was die Tante für sich behalten will, will sie für den Kauf ihrer eigenen Grabstätte nutzen. Kann es also geteilt werden ?

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen !

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.07.2007 | 15:55

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Sofern Geld für die Pflege oder einen Altenheimaufenthalt der Oma ausgegeben wurde, können Sie kein Geld zurückfordern.

Die Tante kann aber natürlich kein weiteres Geld "zusätzlich" aus der Erbmasse verlangen, um eine eigene Grabstätte zu finanzieren.

Sofern Sie bedenken haben, dass die Miterbin (Tante) nicht alles offen legt, wozu sie verpflichtet ist, sollten sie sich unbedingt an einen Kollegen vor Ort wenden, der entsprechende rechtliche Schritte einleiten kann.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Keller
Rechtsanwalt

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