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Eigenkündigung innerhalb der Probezeit

14.07.2011 08:19 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Sehr geehrte Dame oder Herr,

Bei meinem neuen Arbeitgeber tätig zu werden, war nicht eine der besten Entscheidungen... Die in Aussicht gestellte Tätigkeit erwies sich in der Realität anders als dargestellt (es wurde zuviel in Aussicht gestellt), Projekte kamen nicht zustande, ich war restlos unterfordert, alles in allem sehr enttäuschend.

Hinzu kam meine Vorgesetzte, die mit mir nicht zurecht kam. Ein Dauerzustand von Beschwerden über meine Tätigkeit und mich, es wurden Kleinigkeiten herangezogen und hinter meinem Rücken mit den anderen Kollegen über mich gesprochen etc. Was diese mir netterweise miteilten... Eine sehr unangenehme Situation.

Bevor meine Probezeit nun enden sollte wurde mir mitgeteilt, dass keine Aussicht auf Übernahme besteht und ich kündigen solle, dann würde ich auch ein besseres Zeugnis erhalten. Wenn ich dies nicht täte, würde ich ein entsprechendes „anderes" Zeugnis erhalten. Ich erläuterte, dass ich noch keinen neuen Arbeitsvertrag habe und ich deswegen nicht kündigen wolle, da ich sonst seitens der Arbeitsagentur für 3 Monate gesperrt werde.

Das Feedback lautete entweder ich kündige oder sie tun es und ich solle an das Zeugnis denken. Dann wurde mir eine Deadline von wenigen Stunden gesetzt dies zu tun. Also habe ich gekündigt damit in dem Zeugnnis wenigstens steht, dass ich auf eigenen Wunsch das Unternehmen verlasse. Ob das noch ein gutes Zeugnis wird, wage ich zu bezweifeln.

Meine Frage lautet nun, ob eine Möglichkeit besteht wegen des dargestellten Sachverhaltes (Mobbing durch Vorgesetzte, Eigenkündigung sozusagen wegen des Zeugnisses rausgepresst) bei der Arbeitsagentur eine geringere als die 12-wöchige Sperre zu erhalten? Auch mein Hausarzt wusste auch von dem Druck, dem im im Büro ausgesetzt war, ich war deswegen bei ihm. Könnte ein Attest seinerseits bei der Arbeitsagentur hilfreich sein?

Vielen Dank im voraus und viele Grüße




Sehr geehrte Ratsuchende,


bei einer Eigenkündigung wird durch die Agentur für Arbeit immer eine Sperrzeitprüfung durchgeführt, so dass Sie einen wichtigen Grund angebenmüssen.


Allerdings ist Mobbing dann als wichtiger Grund für die Eigenkündigung anerkannt, wenn der betroffene Arbeitnehmer dadurch "Nachteile von einigem Gewicht" erleidet; und genau dieses liegt nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung vor.

Denn danach liegt nicht nur Mobbing, sondern m.E. sogar schon eine Nötigung vor, so dass eine Sperrzeit bei Schilderung dieses Sachverhaltes nicht in Betracht kommen kann.


Wie Sie aber selbst schon richtig erkannt haben, reicht es nicht alleine aus, sich auf Mobbing zu berufen; Sie müssen auch die Nachteile von einigem Gewicht darlegen können und da spielt nun die ärztliche Behandlung eine gewichtige Rolle.

Denn wenn Sie diese ärztliche Behandlung als notwendige Folge des Mobbings darlegen können, werden dieser geforderte Nachteile-Nachweis als erbracht anzusehen sein.


Daher ist es dringend anzuraten, diese ärztliche Bescheinigung einzuholen und der ARGE dann auch vorzulegen. Bereits damit wird dann der Nachweis erbracht sein und eine Sperrzeit kann nicht verhängt werden.



Sollten Sie weitere Beweismittel (Emails, Gesprächsnotizen, Zeugen) für diese Unart des Arbeitgebers haben, bestände sogar die weitergehende Möglichkeit, gegen den Arbeitgeber Schadensersatzansprüche durchzusetzen - in einem solchen Verfahren wären Sie dann aber voll beweispflichtig.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

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