Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Eigenkündigung in der Schwangerschaft während der Probezeit

| 06.01.2015 13:09 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Sehr geehrte Damen und Herren,

folgender Sachverhalt liegt vor:
Ich bin ukrainische Staatsbürgerin, seit 5 Jahren in D und seit kurzem verlobt, Eheschließung wird in den nächsten Monaten mit einem deutschen Staatsbürger stattfinden.
Derzeit befinde ich mich in der 13. Schwangerschaftswoche, Geburtstermin ca. Mitte Juli.
Seit 08. September befinde ich mich in einem 2jährig befristeten neuen Arbeitsverhältnis, mit einer Probezeit von 6 Monaten (bis 07.03.2015), angestellt als Medizinische Fachangestellte in einer Arztpraxis.

Leider ist die Arbeit in der Arztpraxis auf Grund von persönlichen Differenzen (Mobbing) mit den anderen Kolleginnen so unerträglich, das ich gerne die Arbeitsstätte verlassen würde. Durch die ersichtliche Schwangerschaft würde ich aber nun kurzfristig kein anderes Arbeitsverhältnis finden können.

Welche Einschränkungen würde ich - aufenthaltsrechtlich, sozialversicherungsrechtlich und finanziell - bei einer Eigenkündigung in der jetzigen Situation sowie über den Mutterschutz und die Elternzeit erfahren? Welchen Rat würden Sie mir in dieser Situation geben? Wäre ein individuelles Beschäftigungsverbot auf Grund von Mobbing möglich?

Vielen Dank!

Sehr geehrte Ratsuchende,


wenn das Arbeitsverhältnis beendet wird, endet damit eben auch das sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnis und der daran anknüpfende Sozialversicherungsschutz geht verloren.


Zudem werden Sie ggfs. mit einer Sperrzeit rechnen müssen, es sei denn, Sie können das Mobbing darstellen, was nicht immer einfach sein wird.


Beide Ereignisse sind während einer Schwangerschaft nicht anzuraten, so dass Sie Ihre mögliche Eigenkündigung tunlichst überdenken sollten, da Sie dann ohne Einkommen, ohne Versicherung und ohne Versicherungsschutz sein können.


Der Mutterschutz bezieht sich nicht auf die Eigenkündigung, so dass insoweit eben kein Schutz besteht.


Solange die Elternzeit noch nicht angemeldet ist, hätte es aber keine besondere Auswirkung.


Eine Eigenkündigung aufgrund unzumutbarer Arbeitsbedingungen (die ich nach Ihrer bisherigen Sachverhaltsdarstellung unterstellen muss) wird aufenthaltsrechtlich keine Auswirkungen haben.


Entscheidend dürfte die Frage nach dem individuellen Beschäftigungsverbot sein:

Hat eine Berufstätige ihren Arbeitgeber über ihre Schwangerschaft informiert, so muss sich dieser an das Mutterschutzgesetz halten, und besondere Rücksichtnahme walten lassen. Um das zu erreichen, sind in diesem Gesetz eine Reihe von Schutzvorschriften verankert - dazu gehören auch Beschäftigungsverbote.

Dieses ist dann auszusprechen, wenn auch nur das kleinste Risiko für Sie oder das Kind auftritt, was allerdings ärztlich bescheinigt werden muss

Benötigt wird also ein ärztliches Attest, dass dieses Risiko unter den von Ihnen geschilderten Tatsachen aufzeigt; dann kann in der Tat ein individuelles Beschäftigungsverbot ausgesprochen werden.


Daher sollten Sie zunächst nur einen Arzt aufsuchen, um diese Bescheinigung zu erhalten und damit dann beim Arbeitgeber vorstellig werden.

Auch sollte die Gesamtsituation mit dem Arbeitgeber unbedingt besprochen werden, da auch dieser zum Unterbinden verpflichtet ist, will er sich nicht schadensersatzpflichtig machen. Insoweit verweise ich auch auf:

http://ra-bohle.blog.de/2014/07/17/mobbing-arbeitgeberpflichten-18912337/


Daher sollten Sie zunächst unbedingt das ärztliche Attest besorgen und dann damit den Arbeitgeber aufsuchen. Eine Eigenkündigung sollten Sie tunlichst unterlassen.




Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Bewertung des Fragestellers 08.01.2015 | 21:18

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
Vielen Dank für die Bewertung und alles Gute. ... MfG RA Thomas Bohle, Oldenburg
Jetzt Frage stellen