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Eigenkündigung auf ärztlichen Rat während AU - Krankengeld oder Arbeitslosengeld


28.11.2012 10:46 |
Preis: ***,00 € |

Sozialversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Raphael Fork



Hallo,
Sachverhalt: Eigenkündigung während Probezeit aus gesundheitlichen Gründen (Arztbescheinigung und Empfehlung liegt vor).
Arbeitsunfähigkeit seit 21.11.2012 - Kündigung beim Arbeitgeber am 23.11.2012 zum 31.12.2012 ausgesprochen, Arbeitsverhältnis endet zum 31.12.2012.
Krankgeschrieben bin ich zunächst bis 12.12.2012, allerdings soll ich in eine psychosomatische Klinik (muss Krankenkasse jedoch erst genehmigen und auch mit Wartezeit zu rechnen). Ende der 6 Wochen Lohnfortzahlungsfrist wäre der 02.01.2013, in meinem Fall jedoch der 31.12.2012 durch die Kündigung.

Bin FREIWILLIGES Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse.


Folgendes habe ich bisher unternommen:
1) Persönliche Meldung beim Arbeitsamt am 26.11.2012 (durch meine langjährige Tätigkeit von mehr als 20 Jahren liegt Anspruch auf ALG I vor) - Sperrzeit würde laut Aussage des Amtes nicht zum Tragen kommen (war vor Kündigung bereits mit dem Amt in Kontakt), da VOR Ausspruch der Kündigung der Arzt die Empfehlung abgegeben hat (am 20.11.2012) und dies auch bescheinigt hat.

ALG erhalte ich nur dann, wenn ich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehe (d.h. zumindest auf dem Papier gesund bin). Das Arbeitsamt teilte mir mit, sollte ich am 01.01.2013 noch arbeitsunfähig sein, würde die Krankenkasse Krankengeld zahlen.

Meine Fragen:
1) Erhalte ich als freiwilliges Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse bei bestehender Arbeitsunfähigkeit über den 31.12.2012 hinaus Krankengeld? Kann mir dieser Anspruch "verwehrt" werden durch die Eigenkündigung oder weil ich freiwilliges Mitglied bin? Wenn Krankengeld ja, wie lange maximal?
2) Wenn ich Krankengeld erhalte und dann hoffentlich sehr sehr bald mein Burn Out überwunden habe, springt dann nach der Gesundung das Arbeitsamt mit Arbeitslosengeld I ein mit der maximalen Bezugsdauer bei mir von 12 Monaten?

Was raten Sie mir?
1.Mich zum 01.01.2013 "gesund" beim Arbeitsamt zu melden und dann durch den geplanten Klinikaufenthalt "arbeitsunfähig" zu melden - in dem Fall würde ich wohl Krankengeld durch die Arbeitsbehörde erhalten.
2. Oder???

Ich möchte betonen, dass ich so schnell wie möglich wieder in den Job möchte, ich war nie ohne Arbeit seit über 20 Jahren.

Ich danke für Ihre Antwort.
Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes im Rahmen einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt beantworte:



1.) "Erhalte ich als freiwilliges Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse bei bestehender Arbeitsunfähigkeit über den 31.12.2012 hinaus Krankengeld? Kann mir dieser Anspruch "verwehrt" werden durch die Eigenkündigung oder weil ich freiwilliges Mitglied bin? Wenn Krankengeld ja, wie lange maximal?"




Sie erhalten als freiwilliges Mitglied dann Krankengeld, wenn für Sie der Ausschlusstatbestand des § 44 II SGB V nicht greift.

Ob dies der Fall ist sollten Sie vorab mit Ihrer Krankenversicherung abklären, da diese in Ihren jeweiligen Satzungen die Verhältnisse zu den freiwilligen Mitgliedern gesondert regeln.

Wesentliches Indiz für eine Einstufung als freiwillig Versicherter mit Krankengeldbezug ist Ihre Beitragshöhe, die dann 15, 5 % Ihres Verdienstes betragen würde. Sollte diese Einstufung bestehen, hätten Sie grundsätzlich Anspruch auf Krankengeld ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit.






Im Grundsatz erhalten Sie Krankengeld gem. § 48 I Satz 1 SGB V unbegrenzt.

Allerdings wird die Bezugsdauer für den Fall der Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Erkrankung auf 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren gerechnet vom Tage des Beginns der Arbeitsunfähigkeit begrenzt. Mit Erreichen der Höchstdauer stellt die Krankenkasse die Krankengeldzahlung ein ( sog. Aussteuerung).






2.) "Wenn ich Krankengeld erhalte und dann hoffentlich sehr sehr bald mein Burn Out überwunden habe, springt dann nach der Gesundung das Arbeitsamt mit Arbeitslosengeld I ein mit der maximalen Bezugsdauer bei mir von 12 Monaten?"



Während des Bezugs von Krankengeld ruht Ihr Alg I Anspruch nach § 156 I Nr. 2 Alternative 1 SGB III bei fortbestehender Versicherungspflicht nach § 26 II Nr. 2 Alternative 3 SGB III. Ein Restanspruch ALG 1 lebt daher grundsätzlich wieder auf, nachdem Sie sich gesund melden.






3.) "Was raten Sie mir?
1.Mich zum 01.01.2013 "gesund" beim Arbeitsamt zu melden und dann durch den geplanten Klinikaufenthalt "arbeitsunfähig" zu melden - in dem Fall würde ich wohl Krankengeld durch die Arbeitsbehörde erhalten.
2. Oder???"



Sich zum 01.01.2013 als gesund zu melden kann sich allenfalls empfehlen, wenn Ihnen Ihre Krankenversicherung mitteilt, dass Sie keinen Anspruch auf Krankengeld aufgrund Ihrer Einstufung hätten (siehe Frage 1).

Primär sollten Sie sich erst gesund melden, wenn Sie dies auch sind. Da Sie ein Interesse daran haben, möglichst schnell wieder in den Beruf einzusteigen ( ebenso wie Ihre Krankenkasse) sollten Sie mit dieser vertrauensvoll zusammenwirken, um die best- und schnellstmögliche Therapie für Ihre Krankheit zu erhalten.

Zudem verschlechtern Sie durch ein Hin- und Herwechseln der Arbeitsunfähigkeit, den Maßstab den die Arbeitsverwaltung bei der Beurteilung Ihrer Arbeitsunfähigkeit hat.






Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Raphael Fork, Rechtsanwalt
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