Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.405
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Eigenkündigung/ Wann liegt für AG ein wichtiger Grund vor?


23.07.2007 19:14 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Sehr geehrte Herren und Damen Anwälte,

seit September 2006 bin ich für zwei Jahre befristet in einem großen Unternehmen als Führungskraft beschäftigt.
Im März diesen Jahres haben sich die mir unterstellten MA an meine Vorgesetzte gewand und ungeheuerliche Anschuldigungen gegen meine Person vorgebracht. So soll ich z.B. einer MA Alkoholismus unterstellt haben, einem weiteren Diebstahl.Diese Vorwürfe und weitere, meinen Führungsstil und meine Person betreffende,haben die MA meiner Vorgesetzten in einem von allen unterzeichneten Fax zukommen lassen, während ich in Urlaub war.
Nach einem Gespräch zwischen meiner Vorgesetzten und mir wurde eine Teambesprechnung im Beisein meiner Vorgesetzten geführt während derer herauskam, dass lediglich eine MA weiterhin behauptete solche Dinge von mir gehört zu haben, alle anderen revidierten ihre unterschriebene Aussage. Meine Chefin gab den MA die Möglichkeit ihre Unterschriften zurück zu ziehen. Davon hat keiner der MA gebrauch gemacht.Im Vorfeld hatte mir meine Chefin zugesichert in einem solchen Fall Einzelgespräche mit den MA zu führen. Dies ist bis heute nicht geschehen, obgleich ich sie noch mehrfach darum ersucht habe.Sie vertröstete mich immer wieder, ich solle abwarten wie sich die Situation nun entwickelt.
Das Verhältnis am Arbeitsplatz ist seither natürlich sehr gestört und angespannt. Von gegenseitigem Vertrauen kann keine Rede mehr sein. Ich mußte dazu übergehen ale meine Arbeitsaufträge und Anweisungen schriftlich fest zu halten und mir von den jeweiligen MA unterschreiben zu lassen, da sonst behauptet wurde ich hätte nichts, oder etwas anderes gesagt und selbst alltägliche Arbeiten nicht mehr oder nur teilweise ausgeführt wurden.
Die Situation verschärfte sich als ich von mehreren Kollegen erfuhr, dass eine meiner MA bei jeder Gelegenheit überall negativ bis beleidigend über mich spricht. In meinem Beisein berichtete eine Kollegin in der selben Position meiner Chefin was sie von besagter MA über mich gehört hatte. Ich bat meine Chefin um zeitnahe Klärung mit der MA und ggfs um eine Abmahnung. Dies lehnte sie mit den üblichen Vertröstungen quasi ab u. teilte mir mit, für solche Dinge würde es aus der Personalabteilung keine Abmahnungen geben.
Drei Tage nach diesem Vorfall hatte ich mit besagter MA meinen letzten Arbeitstag vor meinem Urlaub. Sie sprach mich im Namen aller Kollegen an, das Klima sei durch mich unerträglich geworden, man könne so nicht länger arbeiten.Ich wies sie daraufhin, dass der Zeitpunkt für ein solches Gespräch denkbar schlecht gewählt wäre, ich aber gerne bereit wäre nach meinem Urlaub eine weitere Besprechnung mit allen im Beisein meiner Chefin zu führen.Offensichtlich aber wollte die MA einen Streit vom Zaun brechen und schlug diesen Vorschlag rundweg aus, wurde mir gegenüber laut und despektierlich und behauptete eine andere Kollegin habe ihr gesagt "ich wolle sie weg haben". Daraufhin brach ich das Gespräch ab. Auf Nachfrage bei der anderen Kollegin bekam ich dan natürlich zu hören, dass sie soetwas angeblich nie gesagt habe. Ich informierte meine Chefin unverzüglich über diesen erneuten Eklat und fertigte ein Gedächtnisprotokoll des Gespräches für sie an.
Wieder kamen von meiner Chefin nur vertröstende Worte u. die in Aussichtstellung eines Gespräches mit der btreffenden MA nach meinem Urlaub. Mehr könne sie einfach nicht tun.
Nach den Vorfällen während meines Urlaubes im Frühjahr, habe ich nun doch starke Bauchschmerzen wenn ich an meine Rückkehr aus dem jetztigen Urlaub denke. Was weiß ich, was die MA in den vergangen 14 Tagen wieder aus dem Hut gezaubert haben. Ich leide sehr unter der Situation, kann kaum noch richtig schlafen, habe Magen-Darm-Probleme und das Gefühl das man mich einfach los werden will. Seit heute bin ich daher krank geschrieben. Eine Rückkehr an meinen Arbeitsplatz würde ich derzeit seelisch nicht durchstehen.
Meine Fragen:
1. Wenn ich nun fristgerecht selber Kündige, läge dann für die AG ein wichtiger Grund vor, so dass ich nicht gesperrt würde?
2. Brauche ich zum Beweis das es mir nicht mehr zumutbar ist dort zu arbeiten zwingend ein ärztliches Attest, oder würden die schriftlich von mir festgehaltenen Dinge, das Schreiben meiner MA und das Protokoll der Sitzung, unterschrieben von meiner Chefin ausreichen?

Ein weiteres Jahr unter diesen Bedingungen kann ich mir nicht vorstellen. Eine Versetzung der MA oder von mir ist laut meiner Chefin derzeit nicht möglich.Alle meine Bemühungen meinen Arbeistplatz nicht aufgeben zu müssen laufen ins Leere...

Für eine rasche Antwort wäre ich sehr dankbar

Luise236

23.07.2007 | 19:44

Antwort

von


99 Bewertungen
Köbelinger Str.1
30159 Hannover
Tel: 0511 22062060
Web: www.tarneden-inhestern.de
E-Mail:
Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund des mitgeteilten Sachverhaltes beantworte ich Ihre Fragen wie folgt.

1. Ein wichtiger Grund, der eine Eigenkündigung rechtfertigt, ohne dass eine Sperrzeit verhängt wird, kann sich zum einen aus gesundheitlichen Gründen ergeben, zum anderen aus Mobbing-Sachverhalten ergeben. Was die gesundlichen Gründe betrifft, so wäre hier zunächst jedoch als milderes Mittel eine Umsetzung durchzuführen. Die Beurteilung über das Vorliegen eines wichtigen Grundes trifft die Arbeitsagentur. Als Entscheidungsrundlage nimmt sie hierfür die von Ihnen im Arbeitslosengeldantrag gemachten Angaben sowie die vom Arbeitgeber in der Arbeitsbescheinigung gemachten Angaben. Deswegen kann eine hundertprozentige Garantie, dass Sie keine Sperre erhalten, nicht gegeben werden.
Sie sollten für das Arbeitsamt die von anderen Mitarbeitern Ihnen gegenüber gemachten Vorwürfe rekonstruieren, und möglichst genau nach Datum katalogisieren, um für das Arbeitsamt sichtbar zu machen, dass ein Mobbingsachverhalt vorliegt. Daneben sollten Sie ein ausführliches Attest Ihres Hausarztes vorlegen. Je präziser Sie hier sind, desto schwieriger hat es das Arbeitsamt, Ihnen eine Sperre aufzudrücken Lehnt das Arbeitsamt Ihren Erstantrag auf ALG I ab, oder gibt ihm unter Berücksichtigung einer Sperre statt, sollten Sie einen Anwalt einschalten.

2. Nach § 144 Abs. 1 S. 3 SGB III hat der Arebitnehmer die für die Beurteilung eines wichtigen Grundes maßgebenden Tatsachen darzulegen und nachzuweisen, wenn diese in seiner Sphäre oder in seinem Verantwortungsbereich liegen. Im Übrigen trifft die Arbeitsagentur gemäß § 20 SGB X die Pflicht, den vollständigen Sachverhalt von Amts wegen zu ermitteln.
Für Sie bedeutet das, dass Sie schon ein ärztliches Attest brauchen. Der wichtige Grund "Krankheit" liegt eindeutig in Ihrer Sphäre. Daneben würde ich aber - so detailliert wie möglich - zu aus oben bereits genannten Gründen zu dem angesprochenen Mobbing- Sachverhalt stellung nehmen. Ihr Ziel muss es ja sein, gleich einen stattgebenden Erstbescheid von der Arbeitsagentur zu erhalten.Deswegen sollten Sie so umfangreich wie möglich vortragen.

Ich hoffe, Ihre Fragen sind zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet. Gern stehe ich im Rahmen der Nachfragefunktion oder die weitere Vertretung zur Verfügung.

Mit freundlichem Gruß

Patrick Inhestern
Rechtsanwalt


ANTWORT VON

99 Bewertungen

Köbelinger Str.1
30159 Hannover
Tel: 0511 22062060
Web: www.tarneden-inhestern.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Fachanwalt Sozialrecht, Sozialversicherungsrecht, Arbeitsrecht, Arbeitsrecht, Fachanwalt Familienrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60164 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Toll. vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,0/5,0
Meine Frage wurde ausreichend beantwortet, jedoch finde ich es nicht besonders hilfreich wenn man nur auf Paragraphen verweist, die zur Anwendung kommen, ohne deren Inhalt bzw. deren Auswirkung zu nennen. In meinem Fall hätte ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank an RA Fork! Kurz und präzise auf den Punkt, zügige Rückmeldung - jederzeit gerne wieder! ...
FRAGESTELLER