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Eigenheimzulage nach Trennung


| 24.08.2007 14:51 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Sehr geehrte Damen und Herren,

im Jahr 1999 kauften mein damaliger Lebenspartner und ich eine Eigentumswohnung und erhielten beide zur Hälfte Eigenheimzulage. Im Jahr 2003 haben wir geheiratet. Im Juni 2005 zogen wir in ein neues Haus, welches wir gemeinsam gebaut haben (Grundbuch jeder zu 50%). Das Finanzamt gewährte uns für das neue Objekt ab 2005 für 8 Jahre Eigenheimzulage und Kinderzulage (wir haben 1 Kind).
Im März 2007 haben wir uns getrennt, zu diesem Zeitpunkt zog mein Mann aus dem gemeinsamen Haus aus. Seit März 2007 bewohne ich das Haus mit unserem Kind allein und bezahle die Darlehen und sonstigen Kosten für das Haus alleine. Wegen einer schnelleren Abwicklung der Scheidung haben wir bei der Stadt als Trennungszeitpunkt Oktober 2006 angegeben und sind deshalb seit Januar 2007 getrennt veranlagt. Nun haben mein Mann und ich beim Notar einen Übertragungsvertrag der Immobilie auf mich allein abgeschlossen gegen eine einmalige Zahlung meinerseits in Höhe von € 7.500,00. Nun zu den Fragen, wie es sich mit der Eigenheimzulage (EHZ) zukünftig verhält:
1) Bekomme ich weiterhin die volle EHZ und die Kinderzulage, muss ich dafür einen Antrag beim Finanzamt stellen? Oder fordert das Finanzamt die EHZ für 2007 zurück --> mein Mann hat aber in 2007 noch im Haus gewohnt?!
2) Was muss ich beachten?
3) Ich erwarte in 2008 ein weiteres Kind. Kann ich dafür in 2008 einen weiteren Antrag für die Kinderzulage für die Restlaufzeit der EHZ stellen?

Danke.

Mit freundlichen Grüßen
Sehr geehrte Fragestellerin,

herzlichen Dank für Ihre Frage, die ich anhand Ihrer Angaben summarisch wie folgt beantworten darf.

1.
Solange Sie die Wohnung bewohnen, erhalten Sie auch die Eigenheimzulage und auch die Kinderzulage in Höhe des jeweiligen Anteils. So weit Ihr Mann im Haus auch in Jahr 2007 gewohnt hat, besteht auch hier ein Anspruch auf Eigenheimzulage. Dies ergibt sich aus § 4 Eigenheimzulagegesetz:

Der Anspruch besteht nur für Kalenderjahre, in denen der Anspruchsberechtigte die Wohnung zu eigenen Wohnzwecken nutzt. 2Eine Nutzung zu eigenen Wohnzwecken liegt auch vor, soweit eine Wohnung unentgeltlich an einen Angehörigen im Sinne des § 15 der Abgabenordnung zu Wohnzwecken überlassen wird.

2.
Sie sollten die Änderungen in Bezug auf Ihren Antrag dem Finanzamt mitteilen und gegebenenfalls einen Antrag auf Weitergewährung der Eigenheimzulage zu den neuen Bedingungen beim Finanzamt stellen.


3.
Für das Kind erhalten Sie eine Kinderzulage ab dem Zeitpunkt, an dem es geboren wird. Dies ergibt sich aus § 9 Abs. 5 Eigenheimzulagegesetz:

(5) 1Die Kinderzulage beträgt jährlich für jedes Kind, für das der Anspruchsberechtigte oder sein Ehegatte im jeweiligen Kalenderjahr des Förderzeitraums einen Freibetrag für Kinder nach § 32 Abs. 6 des Einkommensteuergesetzes oder Kindergeld erhält, 800 Euro. 2Voraussetzung ist, daß das Kind im Förderzeitraum zum inländischen Haushalt des Anspruchsberechtigten gehört oder gehört hat. 3Sind mehrere Anspruchsberechtigte Eigentümer einer Wohnung, und haben sie zugleich für ein Kind Anspruch auf die Kinderzulage, ist bei jedem die Kinderzulage zur Hälfte anzusetzen. 4Der Anspruchsberechtigte kann die Kinderzulage im Kalenderjahr nur für eine Wohnung in Anspruch nehmen. 5Der Kinderzulage steht die Steuerermäßigung nach § 34f des Einkommensteuergesetzes gleich. 6Absatz 2 Satz 3 ist entsprechend anzuwenden.

Ich hoffe, Ihre Fragen hilfreich beantwortet zu haben und stehe Ihnen gerne weiterhin, auch in Rahmen der kostenfreien Nachfrage zur Verfügung.

Mit den besten Wünschen für ein angenehmes Wochenende

Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

Www.rechtsbuero24.de



Nachfrage vom Fragesteller 26.08.2007 | 22:05

Sehr geehrter Herr Joachim,

danke für Ihre Beantwortung meiner Fragen. Allerdings muss ich nochmal etwas nachfragen:

Sie schreiben, ich erhalte die EHZ in Höhe des jeweiligen Anteils. Nun bin ich seit August 2007 alleinige Besitzerin des Hauses = 100% Anteil. Bedeutet dies nun für mich, dass ich in Zukunft (ab 2008) die volle EHZ erhalte, vorausgesetzt ich stelle beim Finanzamt den entsprechenden Antrag? Gemäß BMF-Schreiben vom 21.12.2004 (Randziffer 39) scheine ich die Voraussetzung dafür zu erfüllen --> da bei mir die Voraussetzung des § 26 Abs. 1 EStG durch das dauernd Getrenntleben weggefallen sind. Oder?
Ich hatte das mit dem Kauf der ETW in 1999 erwähnt, weil ich wissen wollte, ob bei mir bereits ein Objektverbrauch eingetreten ist, Ist dem so? Kann ich dann trotzdem den EHZ-Teil meines Mannes übernehmen, da das Haus 1 Objekt ist???

Danke für Ihre Mühe.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.08.2007 | 09:35

Sehr geehrte Fragestellerin,


notwendig ist nur, dass die Voraussetzungen des § 26 Abs. 1 EStG bis zur Trennung vorgelegen haben.

Der bisherige Miteigentumsanteil des anderen Ehegatten (Ihr ehemaliger Ehemann) ist zusammen mit dem hinzu erworbenen Anteil als ein Objekt zu behandeln (so nach dem BMF-Schreiben).

Da Ihnen die EHZ bereits auch für das Haus in Höhe der anderen Hälfte der EHZ gewährt worden ist, besteht auch kein Objektverbrauch, so dass Sie die volle Förderung ausschöpfen können.

Ich hoffe, auch Ihre Nachfrage hilfreich beantwortet zu haben und stehe Ihnen gerne weiterhin zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

www.rechtsbuero24.de

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