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Eigene Kündigung der Wohnung, kein Auszug

25.05.2010 10:51 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Sonja Richter


Hallo,

es geht um eine Wohnung in Düsseldorf, Kaltmiete 700,- Euro, 93qm. Es gibt keine Mietrückstände und die Miete wurde immer pünktlich bezahlt.

Ich habe die Miet-Wohnung zum 31.7.2010 gekündigt. Der Vermieter hat die Kündigung bestätigt. Ich möchte jetzt aber doch nicht ausziehen, da ich eine Arbeitsstelle an einem anderen Wohnort verloren haben. Nun sagt der Vermieter, dass die Wohnung ab dem 1.8 vermietet ist und die Aufhebung der Kündigung nicht mehr möglich ist. Er sagt weiterhin, dass ich sämtliche Kosten des neuen Mieters tragen sollte (Hotel, Einlagerung der Möbel und Umzug).
Ich möchte aber trotzdem in der Wohnung bleiben, da mein eigener Umzug auch mit Kosten (z.B. Maklergebühren, Umzugskosten) verbunden ist. Diese Kosten wären möglicherweise hoch.

Meine Frage lautet: Welche Kosten (Art, Höhe, Dauer) könnten auf mich zukommen und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit des Schadensersatzes? Wie kann ich in der Wohnung bleiben? Was sollte ich tun? Ist eine Räumungsklage zu befürchten?

MfG

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf Grundlage der mir vorliegenden Informationen und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt:

Um es vorwegzunehmen: Sie haben keinen Anspruch darauf, nach dem 31. Juli 2010 in der Wohnung zu verbleiben. Sie haben die Wohnung zum 31. Juli 2010 gekündigt. Damit endet das Mietverhältnis zu diesem Zeitpunkt. Wenn Sie auch danach noch in der Wohnung verbleiben möchten, geht das nur mit Einverständnis des Vermieters. Das Einverständnis des Vermieters liegt nicht vor. Daher müssen Sie zum Ende Juli ausziehen.

Wenn Sie dennoch in der Wohnung verbleiben, machen Sie sich schadensersatzpflichtig. Der Vermieter hat Ihnen mitgeteilt, dass er die Wohnung bereits ab August neu vermietet hat. Wenn der neue Mieter nicht in die Wohnung einziehen kann, weil Sie noch darin wohnen, wird der neue Mieter möglicherweise gegenüber dem Vermieter Schadensersatz geltend machen. Der Schaden kann zum Beispiel darin bestehen, dass der neue Mieter in der Zwischenzeit eine andere Wohnung oder einem anderen Unterstellplatz anmieten muss. Den Schaden, den der neue Mieter gegenüber ihrem Vermieter geltend macht, wird der Vermieter vermutlich an Sie weiterreichen. Selbstverständlich müssten Sie für den Fall, dass Sie auch nach dem 31. Juli 2010 in der Wohnung bleiben, weiterhin Miete hierfür bezahlen.

Ob und in welcher Höhe der neue Mieter Schadensersatz geltend machen wird, den der Vermieter an Sie weiterreichen wird, kann ich derzeit nicht absehen. Dies hängt auch davon ab, ob der neue Mieter möglicherweise in seiner alten Wohnung bleiben kann, bis Sie diese/seine Wohnung geräumt haben.

Da Sie ab August kein Recht mehr zum Verbleib in der Wohnung haben, müssen Sie mit einer Räumungsklage rechnen. So, wie Sie den Sachverhalt darstellen, ist es auch wahrscheinlich, dass der Vermieter diese Klage gewinnen wird. Sie müssen dann die Kosten des Gerichtsverfahrens, insbesondere die Gerichtskosten und die Anwaltskosten des Vermieters übernehmen. Das kann dann deutlich teurer werden als die Kosten, die durch Ihren Umzug verursacht werden.

Sie können daher nur mit Einverständnis des Vermieters in Ihrer Wohnung bleiben. Wenn er Ihnen dieses nicht erteilt, ist es ratsam, die Wohnung zum 31. Juli 2010 zu räumen.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben, und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Sonja Richter
- Rechtsanwältin -

Nachfrage vom Fragesteller 25.05.2010 | 11:57

Hallo Frau Richter,

Können Sie mir sagen, wie man diese Schadenersatzansprüche berechnet? Gibt es dazu Hinweise? Wie lange müßte ich Hotelkosten oder Einlagerung zahlen?

Räumungsklage: Wie lange dauert es bis zum Entscheid und wie berechnen sich die Kosten?

Wie schätzen sie die Möglichkeit des Vergleichs ein? Beispielsweise 1000 Euro an den neuen Mieter und die möglicherweise einen neuen Mietvertrag abzuschliessen mit einer höheren Miete?

Danke und Gruss

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.05.2010 | 12:31

Sehr geehrter Fragesteller,

die Hotelkosten beziehungsweise die Kosten für die Einlagerung müssen Sie solange übernehmen, bis die neuen Mieter in die Wohnung einziehen können. Der Schadensersatz berechnet sich danach, wie viele Kosten tatsächlich angefallen sind. Es können nur die tatsächlich berechneten Hotel- und Lagerkosten als Schadensersatz geltend gemacht werden.

Die Dauer eines Gerichtsverfahrens lässt sich in der Regel nur schwer abschätzen. Sie ist von vielen Faktoren abhängig. Sie sollten jedoch mit einer Verfahrensdauer von mindestens 3-6 Monaten rechnen.

Die Gerichtskosten und die Anwaltsgebühren berechnen sich nach dem jeweiligen Streitwert. Bei einer Räumungsklage wird ein Streitwert in Höhe einer Jahresmiete zugrundegelegt (§ 41 GKG). Das wären bei ihnen 8.400,- €. Allein die Gerichtskosten betragen bei diesem Streitwert und 543,- €. Die Anwaltsgebühren belaufen sich auf circa 1.300,- € bis 1.400,- €.

Die Möglichkeiten eines Vergleichs hängen davon ab, ob die anderen Beteiligten diesem zustimmen. In Ihrem Fall stellt sich die Schwierigkeit, dass sich drei Parteien einig werden müssen. Das erschwert die Angelegenheit. Dennoch sollten Sie das Gespräch sowohl mit dem Vermieter als auch möglicherweise mit den neuen Mietern suchen, um eine schnelle, für alle Beteiligten tragbare Lösung zu finden.

Mit freundlichen Grüßen

Sonja Richter
- Rechtsanwältin -


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