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Eigene Kündigung aus wichtigem Grund


09.11.2007 16:53 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

bin als Marketing-Manager mit Führungsverantwortung in einem mittelständischem Unternehmen tätig.

Vor 1 Jahr gab es einen Führungswechsel. Nun will mich der neue Geschäftführer dekradieren, da er behauptet, ich hätte meine Ziele nicht erreicht. Dies ist nicht so. Weiterhin hat einer meiner Mitarbeiter, der Betriebsrat ist und seit 3 Jahren under cover gegen mich arbeitet, sich darüber ausgelassen, dass ich meinen Job nicht machen würde. Und er nicht bereit ist, weiterhin unter meiner Führung zu arbeiten. Wird dem nachgegeben, sehe ich mich zu einer Massnahme veranlasst.

Der Geschäftsführer möchte nun alle Mitarbeiter meiner Abteilung direkt an ihn berichten lassen. Dies ist für mich undenkbar, in keiner Weise gerechtfertigt. Daher beabsichtige ich eine Eigenkündigung wegen Vertrauensverlust und Mobbing.
(Ehrlich gesagt ist es die eigene Führungsschwäche des Neuen, die er aktuell auf mich abzuwälzen versucht).

Reichen die o. g. Kündigung für eine Eigenkündigung aus wichtigen Grund, ist es fristlos möglich? Würde ich in dem Fall Arbeitslosengeld erhalten? - Ich sehe mich nicht imstande weiterhin für diesen GF zu arbeiten (auch nicht auf einer anderen Position, es ist auch nichts adäquates frei).

Danke im voraus.

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Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantowrte ich Ihnen Ihre Frage auf der Grundlage des von Ihnen angegebenen Sachverhalts wie folgt:

Das Arbeitsverhältnis ist generell aus wichtigem Grund außerordentlich kündbar. Ein wichtiger Grund ist dann gegeben, wenn Tatsachen vorliegen, die unter Berücksichtigung aller Umstände und unter Abwägung der Interessen beider Vertragsteile dem Kündigendem die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses unzumutbar machen.

Das Mobbing durch den Arbeitgeber ist hier auch grundsätzlich als wichtiger Grund anerkannt. In Fällen des Mobbings kann diese Kündigung auch fristlos erfolgen.
Erforderlich könnte hier allerdings im Vorfeld eine Abmahnung des Arbeitgebers sein, um Ihm das Fehlverhalten deutlich zu machen. Fristlose Kündigungen ohne Abmahnung sind nur in Ausnahmenfällen, bei besonders schweren Pflichtverletzungen, möglich.

Ich kann allerdings im Rahmen dieser Online- Anfrage nicht abschließend beurteilen, ob bei Ihnen der Tatbestand des Mobbings erfüllt ist. Hier ist zu beachten, dass nicht allgemeine Differenzen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber genügen, sondern das Mobbing eine Systematik voraussetzt, in der Sie von Arbeitgeber und/oder Kollegen direkt oder indirekt angegriffen werden. Eine Schikane des Vorgesetzten muss nicht zwingend sofort als Mobbing angesehen werden.

Sollte die Situation allerdings für Sie derart unerträglich sein, dass Sie der Situation psychisch nicht mehr gewachsen sind, läge auf jeden Fall ein wichtiger Grund zur Kündigung vor. Hierbei müsste Sie allerdings die Belastung/Krankheit im Zusammenhang mit der Situation am Arbeitsplatz beweisen, was im Einzelfall sehr schwierig sein kann.

Ich empfehle Ihnen, aufgrund der Bedeutung der Angelegenheit, eine Kollegen vor Ort aufzusuchen, welcher durch Beurteilung der Gesamtsitiuation eine abschließende Wertung abgeben kann. Dies kann im Rahmen dieser Online- Anfrage nicht geleistet werden.

Grundsätzlich erhalten Sie auch nach einer Eigenkündigung Arbeitslosengeld. Die Agentur f. Arbeit wird allerdings eine Sperrfrist von 12 Wochen verhängen, sofern kein wichtiger Grund für die Kündigung vorgelegen hat. Hier geltend wieder oben genannte Grundsätze. Sofern für die Kündigung ein wichtiger Grund bejaht wird, wird auch keine Sperrfrist verhängt, da das Lösen des Beschäftigungsverhältnisses nicht auf Ihr Verschulden zurückzuführen ist.


Weiterhin sollten Sie prüfen, ob für Sie noch andere Möglichkeiten bestehen, sich aus dem Arbeitsverhältnis zu lösen.
Zu denken wäre zum einen an die ordentliche Kündigung ( hier würde allerdings eine Sperrfrist verhängt werden), zum anderen ein einvernehmlicher Aufhebungsvertrag, welcher so gestaltet werden kann, dass keine Sperrfrist durch die Agentur f. Arbeit verhängt wird.


Ich hoffem Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.


Mit freundlichen Grüßen


Günhtner
Rechtsanwalt



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