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Ehrdelikt? Anzeige wg. üble Nachrede kann erstellt werden?


| 26.11.2017 10:14 |
Preis: 27,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von



in WhatsApp wurde von meinem Freund(hier S.) eine Gruppe erstellt, insgesamt 9 Teilnehmer. Immer wieder ist was gepostet (Events, News, Scherze u.s.w).
Der Teilnehmner M. hat ein Foto mit zwei uns unbekannten grossen schwarzen Frauen, die miteinender gekuschelt haben, gepostet. Darauf postete S. folgendes: ´´Alter. Wo hast du das Bild vom M.(einer Mitarbeiterin aus Kamerun) her? ´´
M.schreibt: ´´Hab ich von Igor(das bin ich, aber nie so was gepostet). Die haben was am laufen die beiden´´(es wurde ich und M. gemeint-was auch eine Lüge war). Nach meiner Anmerkung dass wir am Montag alle zusammen inkl. unserem Chef darüber amüsieren, wurde gepostet dass alles nur ein Spass sei.

Also, dass M. die Lüge über mit behauptete und verbreitete, sehe ich ein Anlass für eine Strafanzeige wegen übler Nachrede.
26.11.2017 | 11:59

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage der von Ihnen mitgeteilten Informationen wie folgt verbindlich beantworten möchte:

Eine üble Nachrede liegt nach § 186 StGB dann vor, wenn über einen anderen Dinge / Behauptungen verbreitet werden, die erweislich nicht wahr sind und die geeignet sind, den Betroffenen verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzusetzen.

Die üble Nachrede kann auch über entsprechende Nachrichten per WhatsApp oder in anderen sozialen Netzwerken begangen werden.

Ob der Tatbestand der üblen Nachrede erfüllt wird, ist dabei immer eine Frage des konkreten Einzelfalls und muss daher auch immer gesondert von den Ermittlungsbehörden geprüft werden.

Die Behauptung, dass zwei Personen ein Verhältnis haben oder in irgendeiner Form „etwas am laufen" haben, kann, wenn dies nicht stimmt und der Wahrheitsgehalt der Behauptung nicht bewiesen werden kann, u. U. den Tatbestand der üblen Nachrede erfüllen. Das setzt aber voraus, dass die Behauptung die geschädigte Person verächtlich machen kann, der Betroffene also in seiner Ehre verletzt wird.

Hier wäre also zu klären, ob die Behauptung, dass Igor und M. „etwas am laufen haben" und dass Igor das besagte Bild geschickt habe, geeignet sind, Sie als Betroffenen verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzusetzen. Entscheidend wird daher sein, was Ihnen konkret mit dieser Behauptung wahrheitswidrig unterstellt wird und wie sich dies wiederum auf Ihren Ruf auswirkt.

Die die Behauptung nur innerhalb der WhatsApp Gruppe verbreitet wurde, wird dies wohl nicht direkt an die Öffentlichkeit gelangen, sodass eine Herabsetzung in der öffentlichen Meinung, also außerhalb der WhatsApp Gruppe wahrscheinlich eher ausscheidet. Dies schließt aber nicht aus, dass die Behauptung Sie innerhalb der WhatsApp Gruppe oder auch außerhalb dieses Personenkreises einem schlechten Licht dastehen lässt und Sie verächtlich machen könnte.

Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass Sie mit dieser Behauptung in Ihrer verletzt wurden und der Tatbestand der üblen Nachricht erfüllt ist.

Eine Anzeige wegen Verleumdung ist hier wohl möglich, ob sie aber Aussicht auf Erfolg hat, ist eine andere Frage, die hier nicht zuverlässig beantwortet werden kann. Aus bisheriger Erfahrung möchte ich Ihnen aber keine allzu großen Hoffnungen machen.

Falls Sie sich dafür entscheiden, eine Strafanzeige zu erstatten, sollten Sie auf jeden Fall die Beweise sichern, also den Chatverlauf speichern und ggf. ausdrucken, um diesen der Anzeige beizufügen.

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass unabhängig von einer Strafanzeige hier u. U. auch ein zivilrechtlicher Unterlassungsanspruch gegen den Urheber der ehrverletzenden und unwahren Tatsachenbehauptungen bestehen kann. Damit wird die Behauptung zwar nicht mehr aus der Welt gebracht, aber es könnte wenigstens verhindert werden, dass weitere Ehrverletzungen verbreitet werden.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bei Verständnisfragen nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion auf diesem Portal.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin



Rechtsanwältin Silke Jacobi

Bewertung des Fragestellers 26.11.2017 | 12:23


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