Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Ehevertrag Tunesien Deutschland

24.07.2009 13:09 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin seit ca. 1,5 Jahren mit einem Tunesier verheiratet. Wir haben in Tunesien geheiratet und die gemeinsame Veranlagung gewählt. Mein Mann lebt noch in Tunesien. Es ist jedoch geplant, dass er nach Bestehen des Deutschtestes zu mir nach Deutschland zieht. Zu den Vermögensverhältnissen ist zu sagen, dass mein Mann so gut wie nichts besitzt und ich ein Eigenheim besitze, dass jedoch noch ca. 20 Jahre fremdfinanziert ist.
Nun zu meinen Fragen:
Welche Folgen hat die gemeinsame Veranlagung bei einer Trennung, wenn mein Mann im Zeitpunkt der Trennung noch immer in
a) Tunesien wohnt?
b) Deutschland wohnt?
Welche Rechten/Pflichten habe ich bei der gemeinsamen Veranlagung bei Fortbestehen der Ehe, wenn mein Mann in
a) Tunesien wohnen bleibt?
b) nach Deutschland zieht?
Kann man die gemeinsame Veranlagung rückgängig machen bzw. einschränken, solange mein Mann in Tunesien wohnt oder müssen wir abwarten, bis er in Deutschland ist? Wie ist die Vorgehensweise?
Hintergrund ist, dass ich im Falle einer Trennung nicht mein Haus verlieren will oder auch bei Fortbestehen der Ehe zu keinem Zeitpunkt mein Haus aufs Spiel setzen will.
Für Ihre Bemühungen danke ich Ihnen im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen


Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage beantworte ich wie folgt:

1. Zunächst gehe ich davon aus, dass Sie nicht "gemeinsame Veranlagung" meinen, da dieser Begriff die gemeinsame steuerliche Veranlagung der Ehegatten bezeichnet.
Vielmehr denke ich, dass Sie die sog. Zugewinngemeinschaft meinen, die für deutsche Ehen, die ohne weitere Vereinbarung eines Güterstandes geschlossen wurden, gelten.

2. Gemäß Art 15 EGBGB unterliegt die Ehe den güterrechtlichen Wirkungen dem bei Eheschließung maßgebenden Recht.
Dies ist gem. Art 14 Nr. 2 EGBGB der Staat, in dem beide Ehegatten ihren gewöhnllichen Aufenthalt hatten, wenn einer von ihnen dort noch seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat.
Soweit Sie bei der Eheschließung in Tunesien keine ausdrückliche Rechtswahl bezüglich der Anwendung deutschen Rechts bzw. tunesischen Rechts vereinbart haben, gilt folgendes:
a) Wenn Sie mit Ihrem Mann zusammen in Tunesien gelebt haben, dann nach Deutschland gezogen sind und ihr Mann in Tunesien geblieben ist, gilt tunesisches Eherecht.
b) wenn beide Ehegatten in Deutschland leben, gilt für die Ehe deutsches Recht, auch wenn Ihr Mann dann später wieder nach Tunesien zurückkehren würde.
Für den Güterstand gilt allerdings, dass wenn sich anschließend im Laufe der Ehe z.B. durch einen Wechsel der Staatsangehörigkeit der Ehegatten oder bei einem Ehepaar mit verschiedenen Nationalitäten durch Wechsel des gewöhnlichen Aufenthalts das Ehewirkungsstatut ändert, das Güterrechtsstatut zum Zeitpunkt der Eheschließung erhalten bleibt.

Das bedeutet, dass auch wenn Ihr Mann nach Deutschland ziehen würde, weiterhin tunesisches Güterrecht gilt.

Gemäß Art 15 EGBGB ist es zulässig, dass die Ehegatten die güterrechtlichen Wirkungen für ihre Ehe wählen.
Sie können einvernehmlich entweder bestimmen, dass deutsches oder tunesisches Recht für den Güterstand Anwendung findet. Weiter ist es möglich zu bestimmen, dass für unbewegliches Vermögen, also Ihre Immobilie, das Recht des Lageortes, also Deutschland, gilt.
Diese Rechtswahl können Sie zu jedem beliebigen Zeitpunkt während der Ehe treffen
Bei der gemeinsamen Bestimmung von deutschem Recht könnten Sie dann Gütertrennung notariell beurkunden, so dass Ihr Vermögen geschützt wäre und keine Ansprüche Ihres Mannes im Falle einer Scheidung geltend gemacht werden könnten.
Die Rechtswahl muss in jedem Fall notariell beurkundet werden, sofern sie in Deutschland getroffen wird. Bei Rechtswahl im Ausland gelten die dortigen Vorschriften.

Mit freundliche Grüßen
Rechtsanwältin






FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68199 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Der Fall schien ziemlich eindeutig zu liegen, sodass eine relativ kurze Antwort voll zufriedenstellend war und meinerseits auch keine Rückfragefunktion genutzt werden musste. Danke. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich denke meine Fragestellung war nicht so ganz einfach zu beantworten.Möglicherweise ging ich auch von einem unzutreffenden Sachverhalt aus (Beschluss Bundesverwaltungsgericht).In sofern bin ich mit der Beantwortung etc sehr ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Danke, Top service. ...
FRAGESTELLER