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Ehevertrag?


27.04.2005 22:39 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag!

Meine Verlobte und ich planen in Kürze zu heiraten. Wir besitzen beide keine nennenswerten Vermögenswerte. In meinem Fall wäre erst in ca. 30 Jahren ein Erbe (nach heutigem Geldwert ca. 400000 Euro) zu erwarten.
Gegen eine Zugewinngemeinschaft hätte ich nichts einzuwenden. Wir werden in Zukunft wohl beide berufstätig sein (ich selbst bin Arzt (plane keine eigene Praxis), meine Zukünftige studiert zurzeit noch und ist nur geringfügig beschäftigt), wobei der Schwerpunkt der Erziehung ev. Kinder bei meiner Frau lasten würde und sie demnach beruflich etwas kürzer treten müsste.
Wäre ein Ehevertrag somit überhaupt notwendig? Wie gesagt, eine durch die Eheschließung eintretende Zugewinngemeinschaft finde ich nur fair.
Meine Verlobte besitzt im Gegensatz zu mir nicht die deutsche Staatsbürgerschaft (Russin). Auch nach der Heirat würde sie die russische Staatsbürgerschaft beibehalten. Ergeben sich daraus andere Konsequenzen als bei einer „deutsch-deutschen“ Ehe bezüglich Zugewinnausgleich und Unterhaltszahlung?
Um die deutsche Bürokratie zu umgehen werden wir in Dänemark heiraten. Gibt es Unterschiede im Vergleich zum deutschen Eherecht?
Wäre meine Frau auch nach einer ev. Scheidung weiterhin berufstätig, und hätten wir noch keine Kinder, wäre ich dann zu Unterhaltszahlungen verpflichtet? Wonach würde sich deren Höhe richten?
Lohnt sich unter diesen Umständen überhaupt der Abschluss eines Ehevertrages?

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen
27.04.2005 | 23:32

Antwort

von


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63450 Hanau
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Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst vielen Dank für Ihre Anfrage.

Die Frage, ob sich der Abschluss eines Ehevertrages lohnt, muss grundsätzlich jeder für sich entscheiden. Wirtschaftlich betrachtet ist ein Ehevertrag für die Partei lohnenswert, die mehr erwirtschaft und über größeres Vermögen verfügt.

Folgende Elemente können grundsätzlich in einem Ehevertrag geregelt werden:
So können Sie die Zugewinngemeinschaft, den Versorgungs- ausgleich ausgeschließen, und den Unterhalt regeln.

Vorteilhaft ist die Vereinbarung einer Gütertrennung, denn bei einer Trennung findet kein Ausgleich statt. Auch dann bleiben die Vermögen getrennt.

Dass Ihre Frau Russin ist, hat keine Auswirkungen auf den Ehevertrag oder Unterhaltsansprüche.

Einzelheiten zur Vertragsgestaltung kann Ihnen allerdings nur ein Anwalt im Rahmen einer Beratung sagen. Denn es kommt auf die Kenntnis der genauen wirtschaftlichen und persönlichen Verhältnisse an.

Für die Bestimmung der Unterhaltshöhe sind die ehelichen Lebensverhältnisse maßgebend, die zum Zeitpunkt der Scheidung vorlagen. Die ehelichen Lebensverhältnisse werden u.a. von dem in der Ehe verfügbaren Einkommen geprägt. D.h. wenn Ihre Frau berufstätig und kinderlos wäre, dann wären Sie zu Unterhaltszahlungen verpflichtet, wenn Ihre Frau weniger verdienen würde. Sie müssten einen sog. Aufstockungsunterhalt zahlen. Zur konkreten Höhe kann ich Ihnen allerdings keine Angaben machen, weil es hier auf die genauen Einkommensverhältnisse der Scheidung ankommt.


Mit freundlichen Grüßen

Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt






Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 28.04.2005 | 09:32

Schon einmal vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen. Würde bei einer in Dänemark abgeschlossenen Ehe nach gleichem Recht verfahren werden? Wie lange wären Unterhaltszahlungen zu leisten?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.04.2005 | 12:33

Sehr geehrter Rechtssuchender,

Welche Gesetzgebung für das Unterhaltsrecht in internationalen Fällen anwendbar ist bestimmt der Art.18 EGBGB. Wenn jetzt zB Ihre Frau im Falle einer Scheidung in Russland oder Dänemark leben sollte, dann würde sich Ihr Unterhaltsanspruch gegen Sie nach Russischem Recht bzw dänischen Recht bestimmen. Wenn Sie
nach diesen Gesetzgebungen kein Unterhaltsanspruch zustehen sollte und Sie wohnen weiterhin in Deutschland, dann würde wieder deutsches Unterhaltsrecht Anwendung finden.

Alleine eine Heirat in Dänemark bewirkt eigentlich nichts für den Güterstand. Wenn Sie aber dauerhaft in Dänemark leben sollten ( hierfür reicht es, wenn einer der Ehegatten dort lebt) dann können Sie die dänischen Güterstandsregelungen wählen.Des Weiteren können Sie aber auch die russische Güterstandsregelungen wählen, da Ihre Frau Russin ist. Bzgl Grundeigentum können Sie den gesetzlichen Güterstand des Landes wählen, in dem das Grundvermögen belegen ist. Für ein Grundstück in Dänemark könnten Sie also dänisches Güterrecht wählen.

Nach deutschem Recht müssen Sie grundsätzlich ein Leben lang Unterhalt zahlen, solange der geschiedene Ehegatte nicht das finanzielle Niveau erreicht, dass er vor der Scheidung inne hatte. So genannter Aufstockungsunterhalt.

Wenn allerdings Ihre Ehe nur von kurzer Dauer war, ca 2-3 Jahre, können Sie bei Gericht eine zeitliche Begrenzung der Zahlungspflicht erreichen.

Mit freundlichen Grüssen

Marcus Glatzel
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