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Eheschliessung BRD vs. Italien


30.05.2006 10:48 |
Preis: ***,00 € |

Internationales Recht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Klaus Wille



Guten Tag,
ich möchte in naher Zukunft meine langjährige Freundin, eine Italienerin, heiraten. Da man traditionellerweise ja am Heimatort der Frau heiratet, hier also in Italien, frage ich mich, ob sich bei einer Heirat in Italien für mich Vor- oder Nachteile ergeben (bzw. welche grundsätzlichen Unterschiede bestehen).

Obwohl ich mit einer Trennung nicht rechne, ist dies natürlich der wichtigste Fall, da ich auch in absehbarer Zukunft das bei weitem höhere Einkommen erzielen werde, das deutlich geringere Vermögen habe und haben werde, und Kinder geplant sind.
Wir sind uns einig, dass bis auf unsere gemeinsame ETW und Hausrat zumindest das durch Erbschaften auf uns zukommende Vermögen ´getrennt´ bliebe, wobei das durch z.B. Vermietung von ererbten Immobilien oder Zinseinkünften resultierende Einkommen wahrscheinlich ´gemischt´ werden würde (zB. gemeinsamer Erwerb eines Ferienhauses in Griechenland unter Einsatz von ihr in Italien geerbten Geld).

Könnte z.B. die Tatsache, dass ihr Vermögen in Italien liegt, und somit wahrscheinlich weniger leicht zu verfolgen ist, im Falle einer Trennung für mich einen Nachteil bedeuten?
Welche Unterschiede bestehen in der Regelung von Unterhaltszahlungen an Kinder?

Ich gebe absichtlich nicht alle Details preis, da dies eine komplette Beratung nicht ersetzen soll. Über eine erste, schnelle Analyse, und auch Literaturhinweise, würde ich mich aber sehr freuen. Vielen Dank -
Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Das italienische Recht und das deutsche Recht unterscheiden sich in einigen Punkten erheblich. Nach italienischem Recht muß z.B. vor einem Scheidungsverfahren ein Trennungsverfahren durchgeführt werden. Als Lesehinweis verweise ich auf meinen Beitrag "Scheidung nach italienischem Recht" auf dem Portal www.123recht.net (hier der entsprechende Link: https://www.123recht.net/article.asp?a=14606).

Die Unterhaltsverpflichtungen gibt es in beiden Rechtssystemen. Zunächst müßte geklärt werden, wo die Kinder leben. Der Wohnort der Kinder bestimmt nach beiden Rechtssystemen die Geltung des Rechts, in welchm die Kinder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben.
Nach deutschen Recht gilt für den Kindesunterhalt die Düsseldorfer Tabelle. In Italien setzt das Gericht die Höhe und Art fest, mit welcher der Ehegatte zum Unterhalt für die Ausbildung und Erziehung beitragen muß. In der Regel muß auch in Italien ein monatlicher Betrag gezahlt werden.

Der Ehegattenunterhalt wird ebenso wie in Italien geschuldet. Die Berechnungsarten sind unterschiedlich, aber sehr umfangreich.

Art. 159 des ital. Gesetzbuches bestimmt als gesetzlichen Güterstand die Gütergemeinschaft für die während des Bestehens der Ehe erworbenen Güter. Dazu gehören beispielsweise die von beiden Ehepartner zusammen oder einem Ehegatten allein während der Ehe erworbenen Gegenstände. Gleiches gilt auch für die gemeinsam geführten und nach Eheschließung geführten Betrieben.
Nicht zur Gütergemeinschaft gehören aber die Güter, deren Eigentum dem einen Ehepartner vor der Ehe zustanden.

Beachten Sie: dies sind nur Beispiele. Die Liste ist vielfach fortsetzbar. Die Art. 177 - 179 des italienischen Gesetzbuches legen die Güter fest, die zur gesetlichen Gütergemenschaft gehören. Mit Auflösung oder Beendigung der Ehe wird die Gütergemeinschaft aufgelöst und es kann u.U. ein Ausgleichsanspruch eines Ehegatten in Betracht kommen.

Im deutschen Recht gilt - solange nichts vereinbart wurde - der gesetztliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Mit Eintritt der Scheidung kann der eine Ehegatte von dem anderen einen Zugewinnausgleichsanspruch erhalten.

Mittels eines Ehevertrages können die o.g. Regelungen - je nach Staat - abgeändert werden. Hierzu rate ich Ihnen.

Wenn Ihre Ehefrau Eigentum vor der Eheschließung hatte, wird sie dies in der Regel auch nach der Scheidung behalten können. Es können aber - wie o.g. gesagt - Ausgleichsansprüche in Betracht kommen. Die Berechnung und die Einzelheiten ist zu umfangreich.

Mit der Eheschließung erfolgt nach italienischem der Zusatz des Ehemannes zur dem der Ehefrau, der aber im Falle der Scheidung wieder abgegeben werden muß.


Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt

Breite Str. 147 - 151
50667 Köln
Tel.: 0221/ 272 4745
Fax: 0221/ 272 4747
www.anwalt-wille.de <http://www.anwalt-wille.de>
anwalt@anwalt-wille.de <mailto:anwalt@anwalt-wille.de>
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